MARA Holdings zählt zu den weltweit größten börsennotierten Bitcoin-Minern. Das US-Unternehmen betreibt spezialisierte Rechenzentren, deren Hochleistungscomputer fortlaufend Transaktionen prüfen und neue Bitcoin-Blöcke erzeugen. Miner sind für das Netzwerk unverzichtbar: Sie sichern die Blockchain, verhindern Manipulationen und sorgen dafür, dass Transaktionen ohne zentrale Kontrollinstanz verarbeitet werden können. Als Belohnung erhalten erfolgreiche Betreiber neu geschaffene Bitcoin sowie […]
MARA Holdings zählt zu den weltweit größten börsennotierten Bitcoin-Minern. Das US-Unternehmen betreibt spezialisierte Rechenzentren, deren Hochleistungscomputer fortlaufend Transaktionen prüfen und neue Bitcoin-Blöcke erzeugen.
Miner sind für das Netzwerk unverzichtbar: Sie sichern die Blockchain, verhindern Manipulationen und sorgen dafür, dass Transaktionen ohne zentrale Kontrollinstanz verarbeitet werden können. Als Belohnung erhalten erfolgreiche Betreiber neu geschaffene Bitcoin sowie Transaktionsgebühren. Allerdings ist das Geschäft kapitalintensiv und benötigt enorme Mengen Strom, leistungsfähige Hardware sowie eine zuverlässige Energieinfrastruktur. Mit sinkenden Bitcoin-Kursen und steigender Mining-Schwierigkeit geraten deshalb selbst große Anbieter unter Druck.
Nun sorgt MARA-Chef Fred Thiel mit ungewöhnlich offenen Aussagen für Aufmerksamkeit. Seine Einschätzung betrifft nicht nur das eigene Unternehmen, sondern könnte eine grundlegende Schwäche des gesamten Bitcoin-Investments offenlegen. Zugleich erklärt sie, weshalb Mining-Konzerne ihre wertvollen Stromkapazitäten zunehmend für andere Geschäftsmodelle nutzen.
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MARA-CEO warnt: Bitcoin bringt Anlegern keinen laufenden Ertrag
Fred Thiel erklärte in einem aktuellen Interview, dass er Bitcoin weiterhin grundsätzlich positiv gegenüberstehe. Dennoch sieht der MARA-Chef einen entscheidenden Nachteil: Wer Bitcoin lediglich hält, erzielt damit zunächst keinen laufenden Ertrag. Anders als Aktien mit Dividenden, Anleihen mit Zinsen oder vermietete Immobilien erzeugt Bitcoin aus sich heraus keinen Cashflow. Anleger sind somit weitgehend darauf angewiesen, dass der Kurs langfristig steigt oder die Kaufkraft klassischer Währungen sinkt. Genau diese fehlende Rendite bezeichnet Thiel als die größte Schwäche des digitalen Vermögenswerts.
Für MARA selbst entsteht dadurch ein strategisches Problem. Das Unternehmen besitzt zwar mehr als vier Gigawatt an verfügbarer Energiekapazität, doch Strom ist gleichzeitig der größte Kostenfaktor beim Mining. Hinzu kommen teure ASIC-Miner, Kühlung, Wartung, Personal, Netzwerkinfrastruktur und regelmäßige Investitionen in effizientere Geräte. Gleichzeitig schwanken die Einnahmen mit dem Bitcoin-Kurs, der globalen Rechenleistung und der Mining-Schwierigkeit. Seit dem Halving erhalten Miner außerdem nur noch 3,125 Bitcoin je Block, wodurch die Wirtschaftlichkeit zusätzlich unter Druck steht.
THIS is Bitcoin's biggest weakness…
The CEO of Bitcoin mining company, MARA, said that $BTC's biggest weakness is its inability to generate yield for holders in a recent interview, per Wu Blockchain.
CEO Fred Thiel also added that AI data centers are able to generate much… pic.twitter.com/4ymVDKgS7n
— BSCN (@BSCNews) July 25, 2026
Besonders bemerkenswert ist daher Thiels Vergleich mit künstlicher Intelligenz. Nach seiner Darstellung können Betreiber mit AI- und High-Performance-Computing-Rechenzentren pro verbrauchter Stromeinheit deutlich mehr verdienen als mit Bitcoin-Mining. KI-Unternehmen seien bereit, für dieselben verfügbaren Elektronen wesentlich höhere Preise zu zahlen. MARA plant deshalb, Teile seiner Standorte schrittweise für KI-Rechenzentren umzurüsten, während dort bis zur vollständigen Umwandlung weiterhin Bitcoin geschürft werden kann.
Auch der Verkauf von rund 20.000 Bitcoin passt zu diesem Kurswechsel. Laut Thiel nutzte MARA die Erlöse unter anderem, um günstig bewertete Anleihen zurückzukaufen und Schulden abzubauen. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass das Unternehmen Bitcoin aufgibt. Vielmehr behandelt MARA seine Bestände als Teil des Liquiditätsmanagements und priorisiert Investitionen, die planbarere Erträge versprechen. Für Bitcoin ist das dennoch ein Warnsignal: Selbst ein führender Miner erkennt, dass knappe Energie in der KI-Ökonomie möglicherweise profitabler eingesetzt werden kann.
KI-Rechenzentren sind teurer – aber wirtschaftlich attraktiver
MARA-Chef Fred Thiel verdeutlicht den Unterschied zwischen Bitcoin-Mining und KI-Rechenzentren anhand der Investitionskosten. Der Aufbau eines Bitcoin-Mining-Standorts koste einschließlich Infrastruktur und Rechenhardware ungefähr eine Million US-Dollar je Megawatt. Bei einem KI-Rechenzentrum seien dagegen allein für die Infrastruktur rund zehn bis 15 Millionen US-Dollar je Megawatt erforderlich – die eigentlichen Grafikprozessoren und Server seien darin noch nicht einmal enthalten. Auf den ersten Blick erscheint das klassische Mining damit deutlich günstiger.
Entscheidend ist jedoch die mögliche Rendite pro verbrauchter Stromeinheit. KI-Rechenzentren können laut Thiel wesentlich höhere Erlöse je Megawatt erzielen als Bitcoin-Miner. Cloudanbieter, Technologieunternehmen und andere Großkunden benötigen enorme Rechenkapazitäten und schließen häufig langfristige Verträge ab. Dadurch entstehen besser kalkulierbare Einnahmen, während die Profitabilität des Bitcoin-Minings stark vom Bitcoin-Kurs, der Netzwerk-Schwierigkeit, den Strompreisen und den Blockbelohnungen abhängt.
“It’s about $1 million a megawatt all-in, between infrastructure and compute, to build a Bitcoin mining site. The AI site, just the infrastructure without compute, is $10 to $15 million a megawatt.” $MARA CEO Fred Thiel points out the math of Bitcoin miners pivoting to AI:
An… https://t.co/mApwY1uabn pic.twitter.com/davuQVTvUh
— Natalie Brunell ⚡️ (@natbrunell) July 24, 2026
Auch die Finanzierung fällt deshalb trotz der höheren Baukosten häufig leichter. Banken sehen Mietverträge mit Konzernen wie Google oder etablierten Finanzunternehmen als vergleichsweise stabile Grundlage. Ein teures KI-Rechenzentrum kann damit kreditwürdiger wirken als eine günstigere Mining-Anlage mit schwankenden Erträgen. Für MARA und andere Miner wird die vorhandene Strom- und Standortinfrastruktur dadurch besonders wertvoll: Sie lässt sich potenziell schrittweise in ein profitableres KI-Geschäft überführen.
Bitcoin-Miner kämpfen 2026 mit einem zusätzlichen Konkurrenten
Konsolidierungsphasen sind im Bitcoin-Mining grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Besonders in Bärenmärkten sinken die Einnahmen, während Strom-, Wartungs- und Finanzierungskosten weiterlaufen. Ineffiziente Betreiber müssen Geräte abschalten, Vermögenswerte verkaufen oder werden von finanzstärkeren Konkurrenten übernommen. Dieser Prozess bereinigt den Markt und verlagert die Rechenleistung häufig zu Unternehmen mit günstigeren Stromverträgen und modernerer Hardware.
2026 kommt jedoch ein entscheidender Faktor hinzu: Bitcoin-Miner konkurrieren nicht mehr nur untereinander um günstige Energie und geeignete Standorte. KI-Unternehmen und Rechenzentrumsbetreiber benötigen ebenfalls enorme Strommengen, Netzanschlüsse und erschlossene Flächen. Da sie pro Megawatt deutlich höhere Umsätze erzielen können, sind sie vielfach bereit, mehr für Energie und Infrastruktur zu bezahlen.
Damit steigt der wirtschaftliche Druck auf das Mining strukturell. Selbst profitable Betreiber müssen prüfen, ob ihre vorhandenen Kapazitäten im KI-Sektor nicht wertvoller eingesetzt werden könnten. Für Bitcoin bedeutet das nicht automatisch ein Sicherheitsproblem. Doch Kapital und Strom könnten zunehmend dorthin fließen, wo stabilere und höhere Erträge locken.
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