Bitcoin Prognose: Neuer Absturz? Support verschwindet langsam

Updated 4 Minuten ago by · 4 Min. read

Bitcoin bewegt sich am heutigen Sonntag weiter in einer engen Handelsspanne und notiert bei rund 63.000 US-Dollar. Neue Impulse bleiben damit zunächst aus, während sich die übergeordnete Seitwärtsbewegung der vergangenen Wochen fortsetzt. Zugleich befindet sich die größte Kryptowährung weiterhin klar im Bärenmarkt und handelt rund um die Hälfte unter dem früheren Rekordhoch. Die geringe Volatilität […]

Bitcoin bewegt sich am heutigen Sonntag weiter in einer engen Handelsspanne und notiert bei rund 63.000 US-Dollar. Neue Impulse bleiben damit zunächst aus, während sich die übergeordnete Seitwärtsbewegung der vergangenen Wochen fortsetzt. Zugleich befindet sich die größte Kryptowährung weiterhin klar im Bärenmarkt und handelt rund um die Hälfte unter dem früheren Rekordhoch.

Die geringe Volatilität vermittelt kurzfristig zwar Stabilität, doch unter der Oberfläche verändert sich die Marktstruktur. Neue Daten von Glassnode zeigen, dass eine wichtige Unterstützung unterhalb des Bitcoin-Kurses zuletzt deutlich schwächer geworden ist. Damit könnte die aktuelle Ruhe zunehmend trügerisch sein.

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Bitcoin-Support wird dünner: Kauforders ziehen sich zurück

Besonders aufmerksam beobachtet Glassnode derzeit die Struktur der Spot-Orderbücher. Noch im Juni hatte sich unterhalb des Bitcoin-Kurses eine vergleichsweise massive Wand aus Kauforders aufgebaut. Solche sogenannten Bid Walls können den Markt kurzfristig stabilisieren, da bei fallenden Kursen automatisch größere Mengen an Kaufinteresse auf den Markt treffen. Sie bilden damit gewissermaßen einen Puffer, der Verkaufsdruck absorbieren kann.

Genau dieser Puffer verliert nun jedoch an Stärke. Laut Glassnode erreichte die Menge der unterhalb des Marktpreises liegenden Kauforders Anfang Juli ihren Höhepunkt und ist seitdem um ungefähr ein Drittel zurückgegangen. Die zuvor deutlich sichtbare Kaufwand hat sich damit weitgehend normalisiert. Das bedeutet nicht automatisch, dass Bitcoin unmittelbar stärker fallen muss. Allerdings steht einem möglichen neuen Verkaufsimpuls heute weniger passive Liquidität gegenüber als noch vor einigen Wochen.

Hinzu kommt, dass auch die Verkaufsseite des Orderbuchs relativ dünn ist. Damit fehlt es aktuell grundsätzlich an Tiefe im Markt. Glassnode verweist in diesem Zusammenhang auf das extrem niedrige Spot-Handelsvolumen. Gemessen in Bitcoin liegt dieses inzwischen auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der entsprechenden Datenreihe im Jahr 2019. Weniger Marktteilnehmer und geringere Orderbuchtiefe können dazu führen, dass bereits vergleichsweise kleine Kapitalströme stärkere Kursbewegungen auslösen.

Bitcoin Schock: Glassnode warnt vor Kombination aus dünnem Markt und vielen Longs

Problematisch wird die Entwicklung vor allem durch die Situation am Derivatemarkt. Während die Nachfrage am Spotmarkt schwach bleibt, haben sich Futures-Trader bereits deutlich für eine Erholung positioniert. Glassnode beobachtet etwa bei Hyperliquid seit Mitte März eine ungewöhnlich konstante Netto-Long-Positionierung größerer Marktteilnehmer. Gleichzeitig ist das gesamte Open Interest im Verhältnis zum täglichen Futures-Volumen stark gestiegen.

Damit trifft ein großer Bestand gehebelter Positionen auf einen zunehmend illiquiden Markt. Genau diese Kombination kann bei einem stärkeren Rücksetzer problematisch werden. Werden Long-Positionen liquidiert, entstehen zusätzliche automatische Verkaufsorders. Auf einem tiefen und liquiden Markt können diese häufig problemlos absorbiert werden. Bei dünneren Orderbüchern besteht hingegen die Gefahr, dass sich Kursbewegungen beschleunigen.

Glassnode verweist deshalb besonders auf die Zone um das Juni-Tief bei rund 58.500 US-Dollar. Sollte Bitcoin die aktuelle Handelsspanne nach unten verlassen, wäre dort heute weniger Kaufliquidität vorhanden als beim vorherigen Test. Gleichzeitig könnten gehebelte Long-Positionen zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen.

Vollständig bearish ist die Analyse dennoch nicht. Auf Verkäuferseite erkennt Glassnode bereits deutliche Ermüdungserscheinungen. Börsenzuflüsse nehmen ab und verschiedene On-Chain-Indikatoren nähern sich Niveaus früherer Bärenmarkt-Böden. Was bislang fehlt, ist jedoch neue Nachfrage. ETF-Zuflüsse bleiben gering und das Spotvolumen extrem niedrig. Für eine nachhaltige Verbesserung müsste Bitcoin laut Glassnode insbesondere die kurzfristige Kostenbasis bei rund 68.700 US-Dollar zurückerobern – idealerweise begleitet von steigendem Volumen und stärkeren ETF-Zuflüssen.

Fehlende US-Nachfrage belastet Bitcoin zusätzlich

Neben der schwindenden Unterstützung im Orderbuch spricht derzeit auch die Entwicklung des Coinbase Bitcoin Premium Index für eine weiterhin schwache Nachfrage aus den USA. Nach Daten von CoinGlass befindet sich der Indikator mittlerweile seit 90 Tagen in Folge im negativen Bereich – vom 19. Mai bis zum 16. August. Damit handelt es sich um die längste negative Serie seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen.

Der Coinbase Premium Index misst vereinfacht die Preisdifferenz von Bitcoin auf Coinbase gegenüber Binance. Notiert der Indikator unter null, wird Bitcoin auf Coinbase relativ günstiger gehandelt. Da Coinbase insbesondere für den US-Markt und institutionelle Investoren eine wichtige Rolle spielt, wird eine negative Prämie häufig als Hinweis auf eine vergleichsweise schwache amerikanische Nachfrage oder erhöhten Verkaufsdruck interpretiert.

Aktuell liegt der Index laut den gezeigten Daten bei rund -0,1066 Prozent. Besonders relevant ist dabei weniger ein einzelner negativer Wert als vielmehr die außergewöhnlich lange Dauer dieser Entwicklung. Seit drei Monaten fehlt damit ein nachhaltiger Nachfrageimpuls aus diesem Marktsegment.

Das passt zugleich zum übergeordneten Bild von Glassnode: Verkäufer verlieren zwar zunehmend an Kraft, doch gleichzeitig kommen bislang kaum neue Käufer in den Markt. Für eine nachhaltige Trendwende bei Bitcoin wäre deshalb insbesondere eine Rückkehr stärkerer US-Nachfrage ein wichtiges Signal. Ein wieder dauerhaft positiver Coinbase Premium Index könnte hier erste Hinweise liefern.

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