Bernstein sieht für Bitcoin kein Todesurteil, aber Zeitdruck. Alte Wallets mit rund 1,7 Millionen BTC gelten als besonders anfällig.
Die neue Quanten-Debatte um Bitcoin bekommt frischen Schub. Bernstein warnt nicht vor einem sofortigen Kollaps, sieht für das Netzwerk aber nur noch ein enges Zeitfenster für ein Sicherheits-Upgrade.
Bernstein dämpft den Alarm – und erhöht gleichzeitig den Druck
Bernstein-Analyst Gautam Chhugani und sein Team sprechen ausdrücklich von einem „manageable upgrade cycle“, also einem beherrschbaren Upgrade-Prozess statt eines existenziellen Risikos. Gleichzeitig sagen sie aber auch klar, dass der bisher oft bemühte Reflex „das Problem ist noch ein Jahrzehnt entfernt“ nicht mehr wirklich trägt.
Der Auslöser für diese neue Dringlichkeit liegt nicht bei Bernstein selbst, sondern bei Google Quantum AI. In dem am 30. März 2026 veröffentlichten Whitepaper schreiben die Forscher, dass sich der für Bitcoin relevante Angriff auf die elliptische Kurven-Kryptografie mit höchstens 1.200 logischen Qubits beziehungsweise in bestimmten Architekturen mit weniger als einer halben Million physischer Qubits theoretisch in Minuten ausführen ließe. Google betont zugleich, dass post-quantenfeste Verfahren existieren, ihre Einführung aber Zeit braucht und deshalb die Dringlichkeit steigt.
Wer die erste Schockwelle dazu nachlesen will, findet bei Coinspeaker den thematisch passenden Anschluss in Google schlägt Alarm: Dieses Paper könnte Bitcoin erschüttern
🚨 CRYPTO: BERNSTEIN RESEARCH SAYS BITCOIN HAS 3-5 YEARS TO PREPARE FOR QUANTUM COMPUTING THREAT
Bernstein Research, the Societe Generale-owned brokerage, said quantum computing poses a credible but manageable threat to Bitcoin, estimating the industry has a three to five year… pic.twitter.com/6QFMObpXjn
— BSCN (@BSCNews) April 8, 2026
Nicht alles an Bitcoin ist bedroht – aber ein heikler Teil schon
Bernstein sieht das höchste Risiko bei rund 1,7 Millionen BTC in alten Legacy-Wallets aus der Frühzeit des Netzwerks. Googles Whitepaper erklärt dazu technisch, wo die Schwachstellen liegen: Public Keys, die dauerhaft onchain sichtbar sind, wiederverwendete Adressen und die Offenlegung des öffentlichen Schlüssels beim Senden einer Transaktion. Selbst nominal sicherere Adressen verlieren ihren Schutz, wenn Nutzer dieselbe Adresse mehrfach verwenden oder nur einen Teilbestand ausgeben und der Public Key dadurch sichtbar wird.
Gleichzeitig ist nicht jede Horror-Schlagzeile sauber. Googles Forscher halten fest, dass viele Bitcoin-Bestände weiterhin hinter kryptografischen Hashfunktionen verborgen sind und dass Proof-of-Work derzeit gerade nicht als realistisches Quanten-Einfallstor gilt. Im Whitepaper heißt es sogar ausdrücklich, dass man sich um Quantenangriffe auf das Mining in den nächsten mehreren Jahrzehnten keine Sorgen machen müsse.
Leser, die die Grundsatzfrage in Ruhe einordnen wollen: Bitcoin und die Gefahr durch Quantencomputer: Warum das Risiko sehr klein ist.
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