Die Ethereum Foundation priorisiert FOCIL und Frame Transactions für das Hegotá-Upgrade – mit Fokus auf Zensurresistenz und Kontoauthentifizierung.
Die Ethereum Foundation hat nach Prüfung von 62 vorgeschlagenen Ethereum Improvement Proposals zwei Vorschläge als unverzichtbar für das kommende Hegotá-Upgrade eingestuft: EIP-7805 (FOCIL) für mehr Zensurresistenz und EIP-8141 (Frame Transactions) für flexiblere Kontoauthentifizierung. Damit gibt die Foundation dem Ökosystem erstmals eine konkrete Priorisierung statt verstreuter Einzelmeinungen einzelner Teams.
Die Foundation setzt zwei EIPs ins Zentrum von Hegotá
FOCIL bildet laut Primärquelle den Schwerpunkt auf der Konsens-Ebene, Frame Transactions den auf der Execution-Ebene. FOCIL soll Nutzern einen Weg eröffnen, berechtigte Transaktionen einzuschließen, ohne von zentralisierten Block-Buildern abhängig zu sein – ein direkter Hebel gegen Transaktionszensur.
Frame Transactions wiederum sollen native Account-Abstraction ermöglichen und einen Pfad zu Post-Quantum-Authentifizierung eröffnen. Zusammen mit zwei Begleitvorschlägen könnten die Änderungen zudem Protokollbausteine für Privacy-Anwendungen liefern. Sollte einer der beiden Kernvorschläge in Entwicklung oder Test ins Stocken geraten, will die Foundation laut eigener Aussage lieber den Hegotá-Zeitplan anpassen, als das Feature fallen zu lassen.
Der Umfang des Upgrades ist noch nicht endgültig festgelegt
Die Bewertung stützt sich auf den Input von rund 60 Forschern und Ingenieuren aus dem Protocol-Cluster der Ethereum Foundation – laut eigenen Angaben das erste Mal, dass dieses Gremium eine einheitliche Sicht auf die EIP-Priorisierung veröffentlicht. Neben den zwei Pflichtvorschlägen stehen 15 weitere Proposals im A-Tier und sollen aufgenommen werden, sofern Entwicklung oder Tests keine Kürzungen erzwingen.
Acht Vorschläge gelten als Kandidaten, sieben liegen unterhalb der Aufnahmeschwelle, aber nicht endgültig draußen, und 28 wurden abgelehnt. Zwei Proposals bleiben ungerankt, bis Mainnet-Daten aus dem vorausgehenden Glamsterdam-Upgrade vorliegen.
Priorität ist Signal, nicht fertige Roadmap
Die Einstufung als unverzichtbar definiert faktisch den Kern des Upgrades, ersetzt aber nicht die weitere technische Erprobung. Wie das Ökosystem auf Ethereum-Upgrades reagiert, zeigt sich immer wieder an kritischen Stimmen aus der DeFi-Szene, die frühere Fork-Entscheidungen begleitet haben. Auch bei Hegotá dürfte der endgültige Umfang erst nach weiteren Entwicklungs- und Testschritten feststehen.
Nach Glamsterdam beginnt die nächste Phase
Glamsterdam geht dem Hegotá-Fork voraus und konzentriert sich laut Foundation auf Skalierbarkeit und die Basisschicht des Netzwerks. Client-Teams könnten demnach nach Abschluss von Glamsterdam Ende 2026 mit der Implementierung von Hegotá beginnen – ein konkretes Mainnet-Datum nennt die Foundation bislang nicht.
Zur Einordnung: Ethereums letztes großes Upgrade, Fusaka, ging am 3. Dezember 2025 live und brachte mit PeerDAS unter anderem Verbesserungen bei Skalierung und Nutzererfahrung. Wie sich das Ökosystem generell zu neuen Protokolländerungen positioniert, lässt sich auch an der wachsenden Kritik an früheren Ethereum-Upgrades ablesen.
Kryptowährungen und ihre Netzwerk-Upgrades bleiben technisch komplex und regulatorisch im Fluss. Transaktionen auf öffentlichen Blockchains sind pseudonym, nicht automatisch anonym, und je nach genutztem Dienst sowie Rechtsraum können KYC-Pflichten greifen. Anleger sollten technische Ankündigungen der Ethereum Foundation als Entwicklungsstand und nicht als abgeschlossene Roadmap verstehen.
Quelle: Cointelegraph
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