Aave-Gründer übt scharfe Kritik an Ethereum-Upgrade
Ethereum gilt seit Jahren als eines der aktivsten Krypto-Ökosysteme, insbesondere mit Blick auf Entwickler, Forschung und technische Weiterentwicklung. Kaum ein anderes Netzwerk diskutiert derart kontinuierlich über neue Upgrades, veränderte Gebührenmodelle oder Anpassungen der Geldpolitik. Diese hohe Veränderungsdichte ist grundsätzlich eine Stärke: Vorschläge werden öffentlich eingereicht, überprüft und häufig kontrovers debattiert, bevor sie überhaupt Teil des […]
EIP-8361 begrenzt ETH-Emissionen bei steigender Staking-Quote schrittweise deutlich stärker.
Aave-Gründer warnt vor unberechenbaren Renditen und sinkender institutioneller Nachfrage weltweit.
Bitcoin Hyper kombiniert Bitcoins Sicherheit mit Solanas schneller Ausführungsumgebung technisch.
Der Presale sammelte trotz Bärenmarkt bereits rund 33 Millionen Dollar.
Ethereum gilt seit Jahren als eines der aktivsten Krypto-Ökosysteme, insbesondere mit Blick auf Entwickler, Forschung und technische Weiterentwicklung. Kaum ein anderes Netzwerk diskutiert derart kontinuierlich über neue Upgrades, veränderte Gebührenmodelle oder Anpassungen der Geldpolitik. Diese hohe Veränderungsdichte ist grundsätzlich eine Stärke: Vorschläge werden öffentlich eingereicht, überprüft und häufig kontrovers debattiert, bevor sie überhaupt Teil des Protokolls werden können.
Genau eine solche Diskussion entfacht derzeit EIP-8361. Der Entwurf mit dem Namen „Tapered Issuance Burn“ soll verhindern, dass immer größere Teile des ETH-Angebots allein wegen der Staking-Rendite gebunden werden. Doch der Vorschlag ist keineswegs unumstritten. Besonders deutliche Kritik kommt von Aave-Gründer Stani Kulechov, der erhebliche Nachteile für Staker, institutionelle Investoren und das gesamte DeFi-Ökosystem befürchtet.
EIP-8361: Warum der Aave-Gründer vor dem neuen Staking-Modell warnt
EIP-8361 ist bislang lediglich ein neuer Entwurf und kein beschlossenes Ethereum-Upgrade. Der Vorschlag soll die Ausgabe neuer ETH stärker davon abhängig machen, welcher Anteil des gesamten Angebots bereits gestakt wird. Hintergrund ist die Sorge, dass die aktuelle Belohnungskurve selbst bei sehr hohen Staking-Quoten weiterhin neue ETH ausschüttet und damit zusätzliche Anreize schafft, noch mehr Kapital im Konsenssystem zu binden.
Das Modell sieht deshalb einen sogenannten „Tapered Issuance Burn“ vor. Ein wachsender Teil der regulären Validator-Belohnungen würde verbrannt, sobald die Staking-Quote steigt. Bei rund 20 Prozent gestaktem ETH soll die jährliche Nettoemission ihren Höchstwert erreichen. Anschließend würde sie schrittweise sinken. Sobald 50 Prozent des gesamten ETH-Angebots gestakt wären, würde die Nettoausgabe über die Konsensschicht auf null fallen. Eine geplante Übergangsphase von 18 Monaten soll den Wechsel abfedern und verhindern, dass die Renditen unmittelbar stark einbrechen.
Unfortunately this proposal doesn't achieve the outcome it tries to achieve and is actually hurtful for Ethereum.
It caps Ethereum staking rewards to 0% when over 50% of supply staked.
What this mean is that Ethereum staking yield becomes unpredictable and even fully… https://t.co/IYUst52Dt3
Die Befürworter wollen damit übermäßiges Staking, zusätzliche Verwässerung und eine zunehmende Dominanz großer Staking-Anbieter begrenzen. Wichtig ist jedoch: Eine Nettoemission von null bedeutet nicht zwangsläufig, dass Validatoren überhaupt keine Einnahmen mehr erzielen. Prioritätsgebühren und MEV-Erträge könnten weiterhin bestehen. Die berechenbare Rendite aus neu ausgegebenen ETH würde allerdings verschwinden.
Genau hier setzt die Kritik von Aave-Gründer Stani Kulechov an. Er argumentiert, dass die Staking-Rendite dadurch schwer vorhersehbar und für bestimmte Betreiber sogar unwirtschaftlich werden könnte. Besonders institutionelle Anleger bevorzugten kalkulierbare Cashflows. Ein System, bei dem die Basiserträge mit einer steigenden Staking-Quote bis auf null zurückgehen können, könnte ETH gegenüber anderen Netzwerken oder verzinslichen Vermögenswerten unattraktiver machen.
Kulechov sieht außerdem Risiken für DeFi. Viele Strategien basieren darauf, ETH zu leihen und gleichzeitig anderweitig Rendite zu erwirtschaften. Fällt die verlässlich kalkulierbare Staking-Rendite weg, könnten solche Kredit- und Yield-Strategien unrentabel werden. Anleger könnten ETH verkaufen und stattdessen Stablecoins oder andere verzinsliche Assets halten. Sein Kernargument lautet daher: Ethereum sollte nicht für den Erfolg seines eigenen Staking-Modells bestraft werden. EIP-8361 könnte zwar die Emission begrenzen, zugleich aber Nachfrage, Liquidität und die Rolle von ETH innerhalb des DeFi-Marktes schwächen.
Von Ethereum zu Bitcoin-L2: Bitcoin Hyper zeigt relative Stärke
Die Debatte um EIP-8361 verdeutlicht, wie schwierig selbst gut gemeinte Eingriffe in etablierte Blockchain-Ökosysteme sein können. Während Ethereum über die optimale Staking-Quote und eine mögliche Begrenzung der Emission diskutiert, richtet sich der Blick zugleich auf ein anderes Wachstumsfeld: Bitcoin-Layer-2-Lösungen. Diese sollen die hohe Sicherheit und Bekanntheit von Bitcoin mit schnelleren Transaktionen, Smart Contracts und DeFi-Anwendungen verbinden. Ein Projekt, das in diesem Segment derzeit besonders viel Aufmerksamkeit erhält, ist Bitcoin Hyper.
Das Konzept verfolgt den Ansatz, Eigenschaften von Bitcoin und Solana miteinander zu kombinieren. Bitcoin soll dabei als sichere Abwicklungs- und Wertschicht dienen, während eine auf der Solana Virtual Machine basierende Layer-2-Umgebung schnelle und kostengünstige Anwendungen ermöglichen soll. Über eine Zero-Knowledge-basierte Bridge sollen BTC zwischen der Bitcoin-Layer-1 und dem neuen Layer-2-Netzwerk bewegt werden können. Damit könnten Nutzer Bitcoin künftig nicht mehr nur halten oder übertragen, sondern auch für dezentrale Anwendungen, Zahlungen und DeFi-Strategien einsetzen.
Relative Stärke zeigt Bitcoin Hyper derzeit vor allem im Presale. Nach Angaben aus projektbezogenen Veröffentlichungen wurden bereits annähernd 33 Millionen US-Dollar eingesammelt. Gleichzeitig wird für gestakte HYPER-Token aktuell eine variable jährliche Rendite von rund 36 Prozent beworben.
Gerade in einem weiterhin schwachen Gesamtmarkt ist dieses Finanzierungsvolumen bemerkenswert. Es deutet darauf hin, dass Anleger gezielt nach Projekten suchen, die neue Nutzungsmöglichkeiten für Bitcoin erschließen. Dennoch bleibt Bitcoin Hyper ein spekulatives Presale-Projekt ohne langfristig erprobtes Netzwerk. Entscheidend wird daher sein, ob die angekündigte Bridge, die technische Infrastruktur und das Layer-2-Ökosystem tatsächlich sicher und funktionsfähig umgesetzt werden. Gelingt dies, könnte Bitcoin Hyper von der wachsenden Nachfrage nach skalierbaren Bitcoin-Anwendungen profitieren.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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