US-Aktien-Perpetuals: OG.com steigt ins Rennen ein

On Sep. 26, 2026 at 11:00 a.m. UTC by · 4 Min. read

Perpetual-Futures auf US-Aktien: OG.com reicht einen Regelvorschlag bei der CFTC ein. Die Zulassung ist offen, ebenso Fragen zu Wettbewerb und Risiken.

Die US-Terminmarktaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) erhielt am Donnerstag einen Regelvorschlag von OG.com Markets, der cash-abgerechnete Perpetual-Futures auf einzelne US-Aktien vorsieht – Kontrakte ohne Verfallsdatum, handelbar 24 Stunden täglich an fünf Tagen die Woche. Damit reiht sich die aus Crypto.com hervorgegangene Plattform in eine wachsende Gruppe von Antragstellern ein, die das aus dem Krypto-Markt bekannte Perpetual-Modell auf den US-Aktienmarkt übertragen wollen.

OG.com beantragt Regeln für nicht verfallende Einzelaktien-Futures

In der Eingabe an die CFTC schlägt OG.com Markets neue Regeln vor, die es der Plattform erlauben sollen, cash-abgerechnete Single-Stock-Futures ohne Verfallsdatum zu listen. Die Kontrakte sollen 24 Stunden am Tag an fünf Tagen pro Woche handelbar sein – ein Handelsfenster, das sich am Krypto-Markt orientiert, aber nicht mit einem durchgehenden 24/7-Betrieb gleichzusetzen ist.

Perpetual-Futures unterscheiden sich von klassischen Terminkontrakten dadurch, dass Trader ihr Exposure halten können, ohne regelmäßig in neue Kontrakte rollen zu müssen. Im Kryptomarkt etablierte die Derivatebörse BitMEX dieses Produkt bereits 2016, bevor es zu einem der meistgehandelten Instrumente überhaupt wurde.

OG.com wurde erst kürzlich aus der Krypto-Börse Crypto.com ausgegliedert und firmiert seither als eigenständige Plattform für Prognosemärkte und Derivate, die mit 5 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Bei der Abspaltung kündigte CEO Kris Marszalek an, das Angebot über Prognosemärkte hinaus um Futures und Perpetual Contracts erweitern zu wollen. Kurz danach stieg Robinhood im Rahmen einer Mehrjahresvereinbarung mit einer Kapitalbeteiligung bei OG.com ein, um dessen CFTC-regulierte Derivatebörse und Clearingstelle für eigene Prognosemärkte zu nutzen.

Wichtig bleibt: Mit der Einreichung ist noch keine Zulassung verbunden – die CFTC muss den Regelvorschlag zunächst prüfen, bevor OG.com die Kontrakte tatsächlich listen darf.

Wettbewerb um Perpetual-Futures auf US-Aktien

OG.com ist nicht der einzige Antragsteller: Bereits am 18. September reichten Coinbase, Kraken-Mutter Payward über deren Bitnomial-Börse sowie der Prognosemarkt Kalshi vergleichbare Anträge für Perpetual-Futures auf einzelne US-Aktien ein, wie der CFTC-Antrag von Coinbase für Aktien-Perpetuals zeigt. OG.com reiht sich damit als vierter Anbieter in ein Feld ein, das die aus dem Kryptohandel bekannte Produktkategorie auf klassische Aktienmärkte übertragen will.

Die Anträge fallen in eine Phase, in der US-Regulierungsbehörden trotz eines gescheiterten CLARITY Act im Senat am 15. September ihre Krypto-Initiativen fortsetzen. Nur wenige Tage später erlaubte die Securities and Exchange Commission (SEC) im Rahmen ihrer Innovation Exemption einen begrenzten Onchain-Handel mit tokenisierten US-Aktien, während die CFTC gleichzeitig die regulatorischen Erleichterungen für Softwareanbieter ausweitete, die Nutzer an regulierte Derivateplattformen anbinden.

Offene Fragen im CFTC-Prüfverfahren

Ob und unter welchen Bedingungen die CFTC den Regelvorschlag von OG.com genehmigt, ist offen. Die Behörde hatte bereits im Mai ein Fall-zu-Fall-Prüfverfahren für Perpetual Contracts etabliert und in diesem Zug Kalshis Bitcoin-Perpetual-Futures zugelassen. Im Juni folgte eine vorübergehende Erleichterung, die es bestimmten registrierten Börsen erlaubt, bestehende Krypto-Futures in Kontrakte ohne Verfallsdatum umzuwandeln.

Ein konkreter Zeitplan für die Entscheidung über OG.coms Antrag liegt bislang nicht vor. Klar ist lediglich, dass die Behörde ihre regulatorische Öffnung für Perpetual-Produkte schrittweise fortsetzt, ohne dass daraus bereits eine automatische Zulassung für Aktien-Perpetuals folgt.

Fazit und Einordnung

Mit dem Antrag erweitert OG.com den Wettbewerb um regulierte Perpetual-Futures von digitalen Assets auf einzelne US-Aktien und unterstreicht, wie stark Börsen und Prognosemarkt-Plattformen derzeit auf eine regulierte Infrastruktur für nicht verfallende Derivate drängen. Der entscheidende nächste Schritt ist nicht ein Markteintritt, sondern die Prüfung des Regelvorschlags durch die CFTC – erst danach zeigt sich, ob Anleger tatsächlich Zugang zu solchen Produkten erhalten.

Risiken für Anleger im Blick behalten

Perpetual-Futures arbeiten typischerweise mit Hebel und können bei volatilen Einzelaktien zu überproportionalen Verlusten führen – ein Risiko, das sich auch bei wachsenden Handelsvolumina von RWA-Perpetuals zeigt. Wer in den USA regulierte Derivateprodukte handeln möchte, sollte die jeweiligen Plattformbedingungen und KYC-Anforderungen prüfen, da der Zugang je nach Anbieter und Wohnsitzland unterschiedlich geregelt ist. Anleger im DACH-Raum sollten zudem beachten, dass eine US-Zulassung nicht automatisch einen Marktzugang außerhalb der USA bedeutet.

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