Arthur Hayes erwartet 2026 eine US-Liquiditätswende durch Fed-Bill-Käufe und politische Housing-Impulse – und setzt auf Bitcoin-Proxies wie MSTR und Metaplanet.
Arthur Hayes dreht 2026 den Regler wieder auf Risiko. Der Ex-BitMEX-CEO interpretiert die Bitcoin-Schwäche 2025 nicht als Krypto-Problem, sondern als Liquiditäts-Problem – und setzt darauf, dass Washington und Fed den Dollar-Kreditzyklus in diesem Jahr erneut anschieben. Seine Konsequenz: mehr Exposure, mehr Hebel über Aktien-Proxies und eine antizyklische Wette im Privacy-Segment. Wenn die Liquidität tatsächlich dreht, will Hayes überproportional profitieren.
Arthur Hayes glaubt an eine Liquiditätswende 2026
Arthur Hayes macht 2026 zum Liquiditätsjahr. In seinem neuen Essay „Frowny Cloud“ rechnet der frühere BitMEX-CEO mit dem ab, was viele Anleger 2025 als Bitcoin-„Enttäuschung“ verbucht haben: Für Hayes war das kein Vertrauensvotum gegen Krypto-Narrative, sondern eine fast lehrbuchhafte Reaktion auf schrumpfende Dollar-Liquidität. Bitcoin, so seine These, sei das reinste Barometer für Fiat-Kredit.
Daher fährt Hayes jetzt offensiv Risiko hoch, denn wenn Politik Wachstum „heiß laufen“ lassen will, braucht sie Kredit. Und wenn Kredit kommt, will Hayes maximal exponiert sein.
Schon im Dezember äußerte der Kryptomilliardär, dass er aufgrund der Fed-Politik einen Bitcoin-Kurs von 200.000 US-Dollar bis März 2026 erwartet, Coinspeaker berichtete.
BitMEX co-founder Arthur Hayes published an essay titled “Frowny Cloud,” arguing that BTC’s weak performance in 2025 was largely driven by tightening U.S. dollar liquidity. Hayes said he expects U.S. dollar credit to expand again in 2026—including a rebound in the Fed’s balance…
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) January 15, 2026
Hayes’ Diagnose: Bitcoin tat 2025, was Bitcoin „tun musste“
2025 sei das Jahr gewesen, in dem sich Dollar-Liquidität rückläufig entwickelt habe. In diesem Umfeld hätten Risikoassets eigentlich fallen müssen. Doch Gold und US-Tech hätten Sonderfaktoren gehabt, die Bitcoin fehlten. Hayes führt an, Gold profitiere von staatlichen Käufern, die sich von US-Staatsanleihen wegbewegen; der Nasdaq wiederum werde politisch gestützt, weil das KI-Narrativ als Wachstumsanker der US-Wirtschaft strategisch relevant sei. Bitcoin hingegen habe „wie erwartet“ performt. Dreht die Liquidität 2026 jetzt? Hayes jedenfalls ist überzeugt.
Hayes behauptet, die US-Politik werde die Wirtschaft bewusst überhitzen, damit Wachstum (und damit politische Stabilität) nicht abreißt. In seinem Essay skizziert er drei Kanäle, über die Dollar-Kredit wieder anschwellen könne: eine wachsende Zentralbankbilanz, mehr Bankkredite in strategische Industrien und sinkende Hypothekenzinsen, die über geldpolitische bzw. quasi-fiskalische Mechanik nach unten gedrückt werden.
Auch interessant: Marktupdate: Bitcoin & Altcoins – Spätes Finale, langer Abschwung?
Reservemanagment “RMP” und der Wohnungsmarkt als Markttreiber
Er greift in seinem Essay den Begriff RMP auf – „Reserve Management Purchases“. Offiziell ist RPM ein technisches Reservemanagement. Hayes beschreibt RMP als seine “love language”, da dies für ihn im Kern dasselbe sei wie Quantitative Easening: Geldschöpfung, nur mit anderem Etikett. Aus Hayes’ Perspektive sei dies ein Liquiditätskanal, der am Ende doch in Risikoassets durchsickern kann.
Tatsächlich hat die New York Fed angekündigt, Treasury Bills zu kaufen, um das Niveau der Bankreserven zu halten – also ausreichend hoch, damit Geldmärkte stabil funktionieren. Das Startvolumen der ersten RMP-Periode beträgt rund 40 Milliarden US-Dollar an Bills. Heißt also, dass die Fed Quantitative Tightening beendet bzw. zurückfährt und über solche Käufe die Reservebasis stabilisiert.
Hayes koppelt seine Bull-These außerdem an den Immobilienkanal: Hypothekenzinsen müssten sinken, weil das politisch wirksam ist; schließlich entlastet das Haushalte, stabilisiert Vermögenseffekte und hält Konsum tragfähig.
„Love Language“ is an essay that argues the Fed’s new Reserve Management Purchases (RMP) scheme is just a new way to disguise money printing.
RMP > QE$BTC 2 Da Moon!https://t.co/uHRoB4VCfR pic.twitter.com/jbh6TF5b5c
— Arthur Hayes (@CryptoHayes) December 20, 2025
Wie sich Hayes positioniert
Aus Hayes’ Blickwinkel ist die Konsequenz klar: Da er an eine Liquiditätswelle glaubt, will er nicht nur Spot-Bitcoin halten, sondern asymmetrisch davon profitieren. Deshalb geht er long bei Strategy (MSTR) und Metaplanet als Bitcoin-Proxies, die bei starken BTC-Phasen historisch oft überproportional reagieren, weil sie im Kern eine „Hebelstory“ auf BTC-Bilanz/Finanzierung spielen. Der Triggerpunkt liegt laut Hayes bei 110.000 US-Dollar, erreicht der Kurs dieses Ziel würden eben erwähnte Aktien überproportional steigen.
Zusätzlich baut Hayes laut eigenem Text seine Position in Zcash aus. Sein Argument ist antizyklisch: Personal- und Entwicklerumbrüche, die für viele ein Warnsignal wären, interpretiert er als Moment, in dem Marktteilnehmer Risiko überpreisen und Optionalität billig wird.
Gold bleibt bei Hayes ebenfalls im Set-up, allerdings eher als strategische Reserve-Komponente, weil die Staaten US-Treasuries immer skeptischer betrachten.
Du willst auch noch Bitcoin kaufen? Im Coinspeaker Krypto-Börsenvergleich 2026 findest du die besten Voraussetzungen für deine Trades.
Hayes’ Makro-These macht Sinn, aber seine Prognosehistorie nicht unfehlbar
Hayes veröffentlichte bereits 2025 immer wieder bullische Bitcoin-Prognosen. Dabei lag er in der Vergangenheit jedoch daneben – unter anderem mit einem Kursziel von 250.000 US-Dollar für 2025.
ARTHUR HAYES: „I still believe #Bitcoin could be at $250,000 by the end of the year.“ 👀🚀 pic.twitter.com/usg8Uq7UI4
— The Bitcoin Conference (@TheBitcoinConf) March 27, 2025
