Die XRP Escrow-Freigabe am 1. Oktober trifft auf Wal-Käufe und ETF-Zuflüsse – doch der Kurs bleibt trotz hoher Nachfrage unter Druck.
Wale haben binnen fünf Tagen 470 Millionen XRP im Gegenwert von 724 Millionen Dollar akkumuliert, während Ripple am 1. Oktober das nächste Escrow-Fenster mit bis zu einer Milliarde Token öffnet. Der Kurs notiert trotz der Käufe bei 1,48 Dollar, rund zwei Prozent unter dem Vortagesniveau.
Wal-Abflüsse und ETF-Zuflüsse im Detail
Adressen mit Beständen zwischen 100.000 und 100 Millionen XRP bauten ihre Positionen laut crypto.news innerhalb von fünf Wochen um 2,8 Prozent aus. Am 25. September verschob der Tracking-Dienst Whale Alert 90 Millionen XRP von der Plattform Uphold in eine unbekannte Wallet, drei Tage später zog ein weiterer Großinvestor laut Blockonomi in sieben Transaktionen 580 Millionen XRP im Gesamtwert von 900 Millionen Dollar von Börsen ab.
Die Folge: Die Börsenreserven an XRP fielen innerhalb von 24 Stunden um 2,48 Prozent. Parallel dazu verzeichneten die fünf gelisteten Spot-XRP-ETFs in der Handelswoche bis zum 25. September Nettozuflüsse von 75,59 Millionen Dollar – laut BeInCrypto die stärkste Woche seit Ende August und bereits die elfte Zuflusswoche in Folge. Bitwise und Franklin Templeton kauften am 26. September gemeinsam XRP im Wert von 22,65 Millionen Dollar.
Warum die Escrow-Freigabe zum Testfall wird
Ripple hinterlegt seit Jahren planbare Mengen an XRP in Escrow-Verträgen, aus denen monatlich neue Token in den Umlauf gelangen können – ein Mechanismus, der wiederkehrend zusätzliches Angebot erzeugt und in der Diskussion um Ripples Escrow-Bestände immer wieder als Belastungsfaktor auftaucht. Entscheidend ist nun, ob die aktuelle Nachfrage aus Wal-Adressen und ETFs ausreicht, um die bis zu eine Milliarde XRP schwere Freigabe am 1. Oktober aufzufangen, ohne dass frei gewordene Token sofort auf den Markt drücken.
Historisch wird ein Großteil der freigegebenen Summe zwar zeitnah wieder in neue Escrow-Verträge zurückgelegt, doch die Freigabe kann zusätzliches Angebot in den Umlauf bringen. Die jüngste Wal-Aktivität – etwa der zuvor dokumentierte Transfer von 50 Millionen XRP – zeigt, dass Großinvestoren ihre Positionen bereits im Vorfeld solcher Termine aktiv anpassen.
Kursreaktion bleibt verhalten
Trotz der Milliarden-Nachfrage von Walen und ETFs bewegt sich XRP mit 1,48 Dollar aktuell rund zwei Prozent unter dem Vortagesschluss. Die Diskrepanz zwischen starken On-Chain-Zuflüssen und schwacher Kursreaktion deutet darauf hin, dass ein Teil der Marktteilnehmer die kommende Escrow-Freigabe bereits einpreist, bevor sie überhaupt stattfindet.
Ausblick auf den 1. Oktober
Ob die kumulierten Zuflüsse aus institutioneller ETF-Nachfrage und Wal-Käufen das zusätzliche Angebot aus dem Escrow-Fenster kompensieren können, dürfte sich in den Handelstagen unmittelbar nach dem 1. Oktober zeigen. Bleibt die elfte ETF-Zuflusswoche in Folge bestehen, spricht das für eine stabilere Nachfragebasis als in früheren Escrow-Zyklen.
Risikohinweis: Kryptowährungen wie XRP unterliegen hoher Volatilität. Anleger sollten Positionsgrößen und Risiken eigenständig prüfen, etwa mit Blick auf die aktuelle Einordnung zu Ripples Escrow-Plänen.
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