Die ZETA-Migration zu Solana ist beschlossen: ZetaChain plant die schrittweise L1-Abschaltung, nennt aber noch keinen konkreten Zeitplan.
ZetaChain-Tokenholder haben Governance-Vorschlag 68 gebilligt, der die schrittweise Abschaltung der eigenen Cosmos-basierten Layer-1 und die Migration des nativen Tokens ZETA zu Solana vorsieht. Der Vorschlag passierte am Sonntag mit 99,4 Prozent Zustimmung bei einer Beteiligung von 58 Prozent und übertraf damit das Quorum von 40 Prozent deutlich, laut ZetaChain. Die Abstimmung löst den Shutdown oder die Migration jedoch nicht unmittelbar aus.
ZetaChain stimmt über den Wechsel von der eigenen L1 zu Solana ab
Mit dem Ergebnis erhält das Kernteam grünes Licht, den Übergang technisch auszuarbeiten. Die eigene Blockchain bleibt vorerst bestehen, ein konkretes Enddatum nennt der Vorschlag laut ZetaChain nicht.
Die Migration folgt erst nach weiteren technischen Festlegungen
ZETA soll auf Solana im Verhältnis 1:1 als SPL-Token ausgegeben werden, bei gleichem Ticker und unveränderter Gesamtmenge. Die konkrete Umsetzung soll ein zweiter Vorschlag der Core Contributors regeln, der laut ZetaChain unter anderem das Abhebungsfenster für Assets auf anderen Blockchains, die Snapshot-Blockhöhe, den Abschaltungszeitplan, den Token-Claim-Prozess und den Zeitraum für die Börsenkonvertierung festlegen soll.
Während der Übergangsphase sollen Validatoren weiter aktiv bleiben und Staking-Rewards ausgezahlt werden, so das Projekt.
ZetaChain verlagert den Schwerpunkt auf Anuma und private KI-Infrastruktur
Als Begründung nennt ZetaChain, dass der Betrieb einer eigenen Cosmos-SDK-basierten L1 den Fokus auf Anuma, die private KI-Anwendung des Projekts, nicht mehr ausreichend unterstütze. Ressourcen sollen künftig von der Blockchain-Wartung in Anuma und die sogenannte Private Memory Layer fließen, die verschlüsselten Kontext zwischen verschiedenen KI-Modellen nutzbar machen soll, laut ZetaChain.
ZetaChain wurde 2021 als Interoperabilitätsprojekt gegründet, das Assets und Daten über verschiedene Blockchains hinweg verbinden sollte. 2023 sammelte das Projekt 27 Millionen US-Dollar von Investoren wie Blockchain.com, Jane Street Capital, Human Capital und Sky9 Capital ein, um die eigene Layer-1 aufzubauen.
Die Entscheidung beendet die technische Umsetzung noch nicht
Ein finaler Snapshot-Block, ein konkreter Abschaltungszeitplan sowie Claim- und Börsenkonvertierungsfristen liegen bisher nicht vor. Dass Validatoren weiterlaufen und Staking-Rewards während der Übergangsphase bestehen bleiben, deutet laut ZetaChain darauf hin, dass sich der Wechsel über einen längeren Zeitraum erstrecken soll, statt abrupt zu erfolgen.
Der Wechsel ordnet ZetaChains bisheriges L1-Modell neu ein
Der nächste Governance-Schritt soll die konkreten Migrationsmechanismen definieren. Strategisch bedeutet der Schritt eine Konzentration auf Anuma und die Private Memory Layer statt auf den Betrieb einer eigenen L1 – ein Muster, das sich auch bei anderen Projekten zeigt: Auch Harmony kündigte die Abschaltung seiner Layer-1 und die Migration des ONE-Tokens zu Ethereum an, und BounceBit verlagerte seinen Token nach einem Exploit auf die BNB Smart Chain.
Kryptowährungen und Token sind grundsätzlich pseudonym handelbar, je nach genutztem Dienst und Rechtsraum können jedoch KYC-Pflichten greifen. Mehr zum parallelen Fall einer L1-Abschaltung findet sich im Artikel zur Harmony-ONE-Migration zu Ethereum.
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