Aave fliegt die DAO um die Ohren – ACI schmeißt hin, BGD ist schon weg

On März 3, 2026 at 2:16 pm UTC by · 3 Min. read

Aave verliert mit ACI einen zentralen DAO-Player. Nach dem BGD-Rückzug eskaliert der Machtkampf um Marke, Einnahmen und Kontrolle. Was jetzt droht.

Aave ist gerade das Musterbeispiel dafür, wie schnell ein DeFi-Protokoll operativ stark bleiben kann, während die politische Statik der DAO knirscht. Auf der einen Seite stehen Zahlen, die nach „läuft“ schreien: Allein Aave V3 kommt laut DefiLlama auf rund 26 Milliarden US-Dollar TVL. Auf der anderen Seite eskaliert ein Streit, der sich nicht mehr um Detailfragen dreht, sondern um die Grundfrage: Wer kontrolliert Marke, Roadmap, Einnahmenströme – und am Ende das Stimmgewicht?

Zwei Abgänge, ein gemeinsamer Nenner: Macht und Vertrauen

Der Governance-Zoff entzündete sich bereits im Dezember 2025, als es hies DAO vs. Aave Labs und Delegierte und Community-Mitglieder öffentlich diskutierten, warum Gebühren aus einer CoW-Swap-Integration nicht in die DAO-Treasury fließen. Lies hier weiter: AAVE Prognose 2026: Wie Governance und Einnahmen den Kurs verändern

Der Abgang ist nun offiziell: In einem Beitrag im Aave-Governance-Forum schreibt ACI-Gründer Marc Zeller unmissverständlich, ACI werde keine Verlängerung des Engagements anstreben und über vier Monate „wind down“. ACI will in dieser Zeit Governance-Arbeit fortführen, offene Verpflichtungen („Skyward“) umsetzen und die Übergabe von Infrastruktur und Tools organisieren.

Als Auslöser beschreibt ACI eine Kettenreaktion: BGD Labs – das Team hinter zentralen Teilen der V3-Codebasis – wäre “walked away”, Bedingungen für ein verantwortungsvolles Vorgehen seien unbeantwortet geblieben, und der darauffolgende Temp-Check sei aus Sicht von ACI durch Labs-verknüpfte Adressen entschieden worden.

BGD selbst begründet den Schritt in seinem eigenen Forumspost deutlich struktureller: Aave Labs habe durch externe Faktoren eine „sehr starke Position“, unter anderem über Kontrolle von Brand- und Kommunikationskanälen sowie „important voting power“, was aus BGD-Sicht schwer zu überwinden sei, ohne Zentralisierung zu riskieren. Und dann steht da der Satz, der in DAOs wie ein Feueralarm wirkt: Nach Ende des Service-Engagements am 1. April 2026 werde man keine Erneuerung anstreben und die Beiträge einstellen.

Der Deal, der alles hochzieht: „Aave Will Win“ und die 75.000 AAVE

Im Zentrum der aktuellen Schlammschlacht steht das „Aave Will Win“-Framework von Aave Labs. Der Vorschlag ist strategisch groß gedacht: 100 Prozent der Einnahmen aus Aave-gebrandeten Produkten sollen an die DAO-Treasury fließen. Gleichzeitig enthält das Paket eine Finanzierung, die bei vielen Delegierten die Alarmglocken triggert: Aave Labs fordert 25 Millionen US-Dollar in Stablecoins, 75.000 AAVE sowie zusätzliche Grants, die an Produkt-Launches gekoppelt sind.

Wichtig für die Einordnung: Aave Labs beschreibt selbst, dass es sich hier um eine strukturelle Entscheidung handelt, weil bei kompletter Abgabe der Produktumsätze die Finanzierung von Labs-Aktivitäten in Richtung DAO wandert.

Der Temp Check als erste Abstimmungsstufe ist inzwischen durch – allerdings nur als Signal, nicht als bindender On-Chain-Beschluss. Laut CoinMarketCap schloss der Snapshot-Temp-Check mit 52,58 Prozent Zustimmung, 42 ProzentAblehnung und 5,42 Prozent Enthaltung; danach geht es in die ARFC-Phase (Final Comment), bevor überhaupt ein bindender AIP-Vote möglich wäre.

Dass die Abstimmung durch ist, bestätigte auch Aave-Gründer Stani Kulechov auf X:

„Keine gesunde Governance“ – der Satz, der hängen bleibt

Der Soundtrack dieser Auseinandersetzung kommt nicht aus irgendwelchen Telegram-Gruppen, sondern aus dem Aave-Forum selbst. In einem Beitrag im Temp-Check-Thread formuliert Marc Zeller den Vorwurf, Labs verhalte sich, als könne es Ergebnisse unabhängig vom Governance-Prozess durchsetzen – und er werde „nicht so tun“, als sei das gesunde Governance. In derselben Passage fällt auch die Metapher, die inzwischen überall zitiert wird: „the fox controls the henhouse“.

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