Bitcoin-Rally oder Bulltrap? 108.000 US-Dollar muss halten

On Sep. 2, 2025 at 7:26 pm UTC by · 4 Min. read

Bitcoin notiert um die 110.000 US-Dollar. Trumps Fed-Angriff, US-Zinsfantasie, ETF-Ströme und wichtige Support-Zonen entscheiden jetzt über den weiteren Kursverlauf.

Nach einem neuen Allzeithoch Mitte August um die 124.000 US-Dollar hat Bitcoin einen abrupten Rücksetzer auf 107.500 US-Dollar hingelegt; aktuell mit leichter Erholung auf 110.000 US-Dollar. Die Korrektur kommt in einer Phase politischer Turbulenzen in den USA: Präsident Donald Trump attackiert die Fed, während Märkte auf eine baldige Zinswende spekulieren. Gleichzeitig sorgen ETF-Ströme, ein schwächelnder September und Schlüssel-Supports für Nervosität. Droht eine Trendwende oder nur ein kurzer Rücksetzer im weiter intakten Bullenmarkt?

Neue Allzeithochs nur Bulltrap?

Bitcoin kletterte am 14. August 2025 auf ein neues Allzeithoch oberhalb von 124.000 US-Dollar, bevor der Markt in eine Korrektur überging. Am 1. September fiel der BTC-Kurs intraday bis auf rund 107.500 US-Dollar – der tiefste Stand seit Wochen.

Der Handel an der Wall Street ruhte am 1. September wegen Labor Day – die Börsen öffneten erst am heutigen 2. September wieder. Damit war heute ein kleiner Push zu verzeichnen und aktuell notiert der Bitcoin-Kurs wieder knapp über 110.000 US-Dollar-Marke. Nur, wie geht es jetzt weiter?

Trumps Vorgehen gegen Fed-Gouverneurin Lisa D. Cook

Präsident Donald Trump hat die Abberufung der Fed-Gouverneurin Lisa D. Cook verfügt, Coinspeaker berichtete. Cook klagt – ein Bundesschiedsrichter fällte am 29. August noch keine Entscheidung und ließ den Status quo vorerst bestehen. Der Fall berührt unmittelbar die Unabhängigkeit der Notenbank und könnte – je nach Ausgang – die Mehrheitsverhältnisse im Board verschieben.

Trumps breiteres Vorgehen gegen die Fed-Spitze und die dadurch wachsende politische Reibung mit Jerome Powell sorgt für Spannungen. Für die Märkte zählt: Je politischer die Fed, desto unsicherer die Pfadabhängigkeit künftiger Zinsschritte.

Außerdem erklärte ein US-Berufungsgericht Ende August den Großteil der von Trump verhängten Zölle für rechtswidrig – die Maßnahme bleibt vorerst bis 14. Oktober in Kraft, weil das Gericht der Regierung Zeit für weitere Schritte einräumte. Für Märkte bedeutet das: erhöhte Unsicherheit bei Importkosten und Inflation.

Zinsfantasie: Was der Markt einpreist

Nach Jackson Hole werden zwei Zinssenkungen 2025 erwartet; voraussichtlich im September und Dezember. Auch Fed-Governor Christopher Waller signalisierte in seiner Rede am 28. August offen Bereitschaft für einen Start im September; die nächste FOMC-Sitzung findet am 16.–17. September statt. Für Risikoassets – inklusive Bitcoin – ist die Aussicht auf billigere Liquidität durchaus günstig und trägt zum BIld für ein bullisches Q4 bei.

Die neuesten Wirtschaftsdaten aus den USA geben ein gemischtes Bild ab: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das zweite Quartal wurde nachträglich auf 3,3 % Wachstum angehoben – ein Zeichen dafür, dass die US-Wirtschaft stärker läuft als zunächst gedacht. Eine robuste Wirtschaft nimmt der Notenbank jedoch etwas den Druck, die Zinsen schnell zu senken.

Gleichzeitig zeigt der PCE-Inflationsindex – der für die Fed wichtigste Inflationsindikator – mit 2,9 % im Juli, dass sich die Preissteigerungen langsam dem Zielwert von rund 2 % annähern.

Jetzt blicken alle auf den 5. September: Dann werden neue US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Sie gelten als entscheidender Faktor dafür, wann und wie stark die US-Notenbank ihre erste Zinssenkung einleitet.

August schwacher Monat für ETF-Zuflüsse

Der August zeigt sich in seiner typischen Schwäche mit deutlichen Abflüssen über den Monat verteilt. Allerdings geben die Käufer wohl Ende August wieder Gas: US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten in der Woche 25.–29. August per Saldo rund 440 Mio. US-Dollar Zuflüsse.

Bei Ethereum-ETFs verzeichneten einzelne Handelstage teils dreistellige Millionen-Zuflüsse – die Kapitalrotation in Ethereum legte zuletzt deutlich an Momentum zu und trug zu einer heftigen Outperformance von ETH gegenüber BTC bei, Coinspeaker berichtete.

Lies hier unsere Bitcoin Prognose sowie eine detaillierte Ethereum Prognose.

Charttechnik: Drei Zonen, ein Doppelklick

Die Zone 108.000–109.000 US-Dollar erwies sich in den letzten Tagen als Schlüssel-Support, den mehrere Marktbeobachter nennen. Ein Bruch darunter öffnet aus charttechnischer Sicht die Spanne 98.000–100.000 US-Dollar; erst darunter würde die bullische Struktur der laufenden Zyklusphase ernsthaft wackeln.

Saisonale Muster verschärfen die Nervosität: September gilt historisch als schwächster Bitcoin-Monat – eine Einordnung, die aktuelle Berichte mit Daten untermauern. Das erklärt, warum kurzfristige Rückläufe heftiger ausfallen können, ohne den Zyklus zwingend zu beenden.

Fazit für Trader:innen: Solange BTC auf Wochenbasis oberhalb der besagten Zonen schließt, bleibt der Aufwärtstrend intakt. Ein tiefer Schluss darunter erhöht das Risiko einer längeren Korrektur – erst recht, wenn die Fed-Story unerwartet restriktiv dreht.

Fazit

Der September startet für Bitcoin mit Nervenkitzel: Nach dem Rekordhoch Mitte August folgt eine scharfe Korrektur, während politische Spannungen in den USA und das Tauziehen um Zinssenkungen für Unsicherheit sorgen. Entscheidend bleibt der Support um 108.000 US-Dollar – oberhalb dieser Zone spricht vieles für einen weiter intakten Bullenmarkt. ETF-Zuflüsse und die anstehende Arbeitsmarktdatenveröffentlichung am 5. September könnten die Richtung für den Herbst weisen. Anleger:innen sollten kurzfristige Volatilität einplanen, ohne das große Bild aus den Augen zu verlieren. Bleibe hier mit unserem Live-Ticker im auf dem aktuellen Stand.

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