Cathie Wood mit neuer Bitcoin Prognose: Wood erwartet 1 Million Bitcoin-Zukäufe für eine nationale Reserve. Die Hintergründe.
Die Diskussion um eine mögliche Bitcoin-Reserve der Vereinigten Staaten nimmt an Fahrt auf. Nachdem Cathie Wood, Gründerin von ARK Invest, zuletzt wieder andeutete, dass Washington bald selbst Bitcoin kaufen werde, entfacht die Debatte über die Bitcoin-Staatsreserve der US neu. Während Wood in der politischen Logik Chancen für Bitcoin sieht, bleibt der Markt skeptisch und reagiert bislang erstaunlich gelassen.
Wird die USA wirklich „1 Million Bitcoin“ kaufen?
Im Krypto-Diskurs geistert seit Monaten eine Zahl herum, die wie ein offizieller Masterplan klingt: „Die USA wollen 1 Million Bitcoin kaufen.“ Das klingt nach großer Geste, fast nach Staats-FOMO. Nur: Diese Zahl ist nicht das Ergebnis eines bestätigten Regierungsbeschlusses, sondern eine politische Zielmarke, die sich aus einem konkreten Dokument speist – und zwar aus einem Gesetzesentwurf von Senatorin Lummis, nicht aus einer bereits verabschiedeten Maßnahme. Als belastbares Regierungsziel lässt sich diese Zahl also in aktuell zugänglichen, seriösen Belegen nicht eindeutig festnageln – sie taucht nur im Zusammenhang mit Gesetzesinitiativen zur strategischen Bitcoin-Reserve auf, nicht als verbindliche Zusage der Exekutive.
Für die Einordnung ist das entscheidend, weil sich daraus zwei völlig unterschiedliche Schlagzeilen ergeben: Die USA planen 1 Million Bitcoin( maximal bullisch) versus ein Teil der Politik will 1 Million Bitcoin (politisch umstritten, unsicherer Zeitplan). Aus „steht in einem Entwurf“ wird dann schnell „hat die Regierung beschlossen“; aus „könnte“ wird „wird“, und aus „Idee“ wird „Plan“. Der Unterschied zeigt den Spalt zwischen Narrativ und (gewünschter) Realität.
Cathie Wood greift dieses Narrativ nun wieder auf und ist fest entschlossen, dass Trump aktiv Bitcoin zukaufen wird.
Cathie Woods Bitcoin Prognose: Die USA werden kaufen – nicht mehr nur verwalten
Cathie Wood legt sich nun ziemlich entschlossen fest: Die ARK-Invest-Gründerin geht davon aus, dass die USA endlich mit Bitcoin-Käufen für eine strategische Reserve beginnen könnten – trotz spürbarer Zurückhaltung in Washington. Im Podcast über “Stablecoins, Regulation, Mining And 2026 Outlook” sagt Wood sinngemäß bislang bleibe es bei Beschlagnahmung von Bitcoin, doch der politische Anreiz, den Schritt zum Käufer zu machen, werde deutlich größer, spätestens aber zu den Midterm-Wahlen 2026. Schließlich wurde Trump unter Anderem wegen Krypto gewählt und muss seine Wähler zufrieden stellen; insbesondere in Wahljahren, in denen Regierungsparteien nach Unterstützung bei spezifischen Wählergruppen suchen.
Außerdem zielt Woods Argument auf ein Grundproblem der US-Krypto-Politik: Eine Reserve, die ausschließlich aus eingezogenen Beständen besteht, ist vor allem Verwaltung. Wood stellt diese Differenz explizit heraus und deutet an, dass nun ein Übergang von Verwaltung hin zu aktivem Zukauf bevorstehen könnte.
CATHIE WOOD: TRUMP WILL BUY 1 MILLION BITCOIN
She says 2026 midterms matter. Trump doesn’t want to be a lame duck, and buying Bitcoin for a US strategic reserve helps secure another productive term.
Crypto isn’t fringe. It’s political capital. pic.twitter.com/SIHIBDVG5f
— Ark Invest Tracker (@ArkkDaily) January 8, 2026
Midterms als Zeitfenster
Wood verknüpft ihr Szenario mit politischer Taktik: Bis zu den Midterm Elections im November 2026 könnte die Regierung versuchen, „lieferfähig“ zu wirken – danach wird Gesetzgebung oft zäher. Der Wahltermin für die Midterms 2026 wird breit mit 3. November 2026 angegeben.
Dass die Partei des amtierenden Präsidenten bei Midterms historisch häufig Sitze verliert, ist kein Geheimwissen, sondern statistisch gut dokumentiert. Woods Timing-These klingt damit recht plausibel: Wenn überhaupt, dann dürfte die politische Motivation, große „Krypto-Versprechen“ sichtbar zu machen, eher vor den Midterms am höchsten sein.
Polymarket glaubt eher nicht an schnelle US-Käufe
Während Wood politisch argumentiert, liefert Polymarket die kalte Dusche: In der Wette „United States will buy bitcoin reserves before 2027“ steht der Markt derzeit (Stand 13. Januar) gerade mal bei rund 23 Prozent Wahrscheinlichkeit. Das ist kein Orakel und schon gar keine offizielle Prognose; aber es ist ein ziemlich ehrliches Stimmungsbarometer darüber, wie Trader die Trägheit von Politik und Behörden einschätzen. Die Wahrscheinlichkeit ist dort vor allem ein Abbild von Kapitalflüssen, nicht aber zwingend “die” Wahrheit.
Selbst wenn eine strategische Reserve politisch gewollt ist, bedeutet das nicht automatisch, dass Käufe kurzfristig durchgewunken werden. Zuständigkeiten, Budgetfragen, rechtliche Leitplanken, Aufsicht – all das ist in Washington selten eine Sache von Wochen. Der Markt scheint diese Reibung einzupreisen.
Bitcoin bleibt gelassen: Kursdaten vom 13. Januar 2026
Bitcoin läuft am 13. Januar 2026 erstaunlich unaufgeregt weiter: CoinGecko weist den Kurs bei rund 92.105 US-Dollar aus; minimal im Plus verglichen zum Vortag. Das ist schon fraglich, weil „USA kauft Bitcoin“ normalerweise sofort den Reflex Kursfeuerwerk triggert. Nur: Der Markt scheint inzwischen wohl gelernt zu haben, zwischen politischer Rhetorik, Gesetzesentwürfen und tatsächlichen Orderbüchern zu unterscheiden.
Bitcoin kaufen, ohne sich vom Reserve-Theater verrückt machen zu lassen
Wer das Thema als Anleger liest, steht schnell vor der falschen Frage: „Wann kaufen die USA und wie positioniere ich mich dafür?“ Die sinnvollere Frage ist viel eher: „Wie baue ich eine Position so auf, dass sie auch ohne politische Abkürzung funktioniert?“ Dafür ist weniger Spekulation und mehr Lernprozess hilfreich: Einstiegskanäle, Verwahrung, Gebühren, Sicherheitsniveau – die Basics entscheiden langfristig mehr als jede Reserve-Schlagzeile.
Für die praktische Seite hat Coinspeaker eine ausführliche Anleitung zum Bitcoin kaufen, die den Kaufprozess Schritt für Schritt erklärt und typische Stolpersteine einordnet. Ebenso wichtig ist dafür übrigens auch die die Wahl des Handelsplatzes: Wer Anbieter vergleicht, sollte nicht auf Marketing, sondern auf Regulierung, Transparenz, Ein- und Auszahlungswege sowie Sicherheitsarchitektur schauen – hier findest du unseren Kryptobörsen Vergleich 2026.
Was aus Cathie Woods Bitcoin Prognose mitgenommen werden kann
Woods Track Record lebt von klaren, manchmal provokanten Thesen – das gehört zum Stil. Für diese konkrete Prognose gilt aber: Belegbar ist aktuell vor allem die Erwartung, dass Washington das Reserve-Thema politisch weiter bespielt, während der Markt die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Käufe eher niedrig ansetzt.
Alles, was darüber hinausgeht – etwa konkrete Kaufvolumina oder fixe Zeitpläne – ist Stand heute nicht sauber genug belegbar, um es als Fakt zu schreiben. Wenn sich daran etwas ändert, wird man es an belastbaren Dokumenten, offiziellen Mitteilungen oder nachprüfbaren Transaktionen erkennen müssen – nicht jedoch an der Lautstärke auf Kryptotwitter.
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