Die BearingPoint-Studie 2026 zeigt: Krypto-Nutzung, Anlageakzeptanz und CBDC-Interesse klaffen in der DACH-Region deutlich auseinander.
Die DACH-Region entwickelt sich beim Thema Kryptowährungen in drei unterschiedlichen Geschwindigkeiten: Laut einer aktuellen BearingPoint-Studie vom Juli 2026 nutzen 23 Prozent der Schweizer Bevölkerung Kryptowährungen zumindest gelegentlich – mehr als doppelt so viele wie in Deutschland, wo der Anteil bei 11 Prozent verharrt. Österreich positioniert sich mit 18 Prozent als pragmatischer Mittelweg zwischen den beiden Extremen.
Schweiz führt auch bei Anlageakzeptanz und strategischem Ausblick
Die Unterschiede beschränken sich nicht auf die reine Nutzung. Bei der Einschätzung von Kryptowährungen als Anlageform liegt die Schweiz mit 37 Prozent ebenfalls an der Spitze, gefolgt von Österreich mit 28 Prozent und Deutschland mit 23 Prozent. Noch markanter ist der Unterschied beim strategischen Ausblick: 45 Prozent der Schweizer halten es für wahrscheinlich, dass Kryptowährungen künftig eine Rolle als internationale Handels- oder Reservewährung neben US-Dollar und Gold übernehmen – in Deutschland teilen nur 32 Prozent diese Einschätzung.
Auch das Interesse an digitalen Zentralbankwährungen (CBDC – staatlich emittierte digitale Währungen, die auf Blockchain-Technologie basieren können) folgt diesem Muster: In der Schweiz würden 44 Prozent einen digitalen Franken im Alltag nutzen, in Österreich 38 Prozent und in Deutschland 29 Prozent. Das regulatorische Umfeld in Europa, etwa durch Rahmenwerke wie MiCA, dürfte diese Akzeptanzentwicklung weiter beeinflussen.
Gold und staatliche Währungen bleiben dominante Stabilitätsanker
Der wachsende Krypto-Anteil geht nicht mit einem Vertrauensverlust gegenüber klassischen Währungen einher. 84 Prozent der Deutschen, 87 Prozent der Österreicher und 80 Prozent der Schweizer bewerten staatliche Währungen als gutes oder sehr gutes Zahlungsmittel. Gold wird beim Inflationsschutz in allen drei Ländern deutlich häufiger als verlässlich eingestuft als Kryptowährungen: In Österreich sind es 66 Prozent, in der Schweiz 64 Prozent, in Deutschland 51 Prozent.
Innerhalb der Länder zeigen sich klare demografische Trennlinien. In Deutschland nutzen 15 Prozent der Männer Kryptowährungen gelegentlich bis täglich, aber nur 6 Prozent der Frauen – ein Gender Gap, der sich in ähnlicher Form auch in Österreich und der Schweiz zeigt. Besonders aktiv ist die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen: Rund ein Drittel dieser Kohorte nutzt Kryptowährungen in allen drei Ländern. Auch Einkommen und Bildung differenzieren die Akzeptanz spürbar – in deutschen Haushalten mit über 4.000 Euro Nettoeinkommen halten 37 Prozent Krypto für eine geeignete Anlage, bei Haushalten unter 2.000 Euro sind es nur 17 Prozent.
Drei Märkte, drei Reifegrade
Die Studie basiert auf einer repräsentativen Online-Befragung, die BearingPoint über das Marktforschungsinstitut YouGov zwischen dem 18. und 29. Juni 2026 durchgeführt hat – mit 2.031 Teilnehmern in Deutschland, 1.003 in Österreich und 1.001 in der Schweiz. Für Deutschland existiert eine Vergleichsreihe bis 2016, die langfristige Trendableitung erlaubt. Das Fazit der Studienautoren: Kryptowährungen sind kein Massenphänomen, aber auch längst kein Nischenthema mehr. Für Finanzdienstleister, die digitale Assets in ihr Angebot integrieren – wie zuletzt im Kontext der MiCA-Einführung beobachtet –, liefern die Länderdaten konkrete Anhaltspunkte für die Marktpriorisierung.
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