Öl-Schock trifft Märkte: Warum der Krypto-Markt in extremer Angst festhängt

2 Stunden ago by · 3 Min. read

Bitcoin hält sich über 69.000 US-Dollar, doch Öl-Schock, Jobdaten und On-Chain-Signale halten den Krypto-Markt in extremer Angst.

Bitcoin hält sich am Montag zwar wieder knapp an der 70.000 US-Dollar-Marke, von Entwarnung kann trotzdem keine Rede sein: Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran treibt den Ölmarkt, belastet die Aktienbörsen und verschärft den Druck auf einen ohnehin nervösen Kryptomarkt.

Makro-Schock bremst jede Erholung aus

Bitcoin wirkt zum Wochenstart stabil, aber nur auf den ersten Blick. Dazu kommt eine Bitcoin-Dominanz von gut 58,7 Prozent. Das spricht nicht für eine breite Risikofreude, sondern eher für einen Markt, der sich im Zweifel weiter in die größte und liquideste Kryptowährung flüchtet. Zum Hintergrund, klar als Einordnung: Vom Allzeithoch bei 126.080 US-Dollar am 6. Oktober 2025 ist Bitcoin noch immer deutlich entfernt, genauer gesagt 45 Prozent.

Der eigentliche Gegenwind kommt derzeit nicht aus dem Kryptosektor selbst, sondern von außen. Reuters berichtet, dass Brent am Montag zeitweise auf 119,50 US-Dollar und WTI auf 119,48 US-Dollar sprang. Das wäre jeweils der höchste Stand seit Mitte 2022. Auslöser ist die eskalierende Kriegslage rund um Iran, Israel und die USA sowie die Sorge vor anhaltenden Störungen rund um die Straße von Hormus.

Für Risikoanlagen ist das ein ziemlich ungemütlicher Mix. Dazu kommt, dass S&P 500 seine schwächste Woche seit Mitte Oktober verzeichnete. Parallel dazu zeigte der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für Februar einen Rückgang der Nonfarm Payrolls um 92.000 Stellen bei einer Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent. Wenn Energie teurer wird und die Konjunkturdaten zugleich weicher aussehen, steigt an den Märkten die Angst vor einem Umfeld, in dem Wachstum schwächelt, Inflationsdruck aber hoch bleibt. Genau das drückt gerade auf Krypto.

Dass die Nervosität nicht nur ein US-Phänomen ist, zeigt der Wochenauftakt in Asien. Medienberichte zufolge fielen am Montag auch die Aktienmärkte in Japan, Südkorea und China deutlich, während S&P-500-Futures um rund zwei Prozent und Nasdaq-Futures um rund 2,3 Prozent nachgaben. Bitcoin läuft in diesem Umfeld eben nicht als sicherer Hafen, sondern weiter als Risikoasset mit.

On-Chain-Daten senden weiter Warnsignale

Das erklärt, warum die Stimmung im Kryptosektor so miserabel bleibt. Der Crypto Fear & Greed Index liegt aktuell bei acht Punkten und damit tief im Bereich „Extreme Fear“. Das ist keine normale Zurückhaltung mehr, sondern ein regelrechter Kapitulationsmodus.

Auch unter der Oberfläche sieht es fragil aus. Glassnode schreibt in seinem aktuellen Wochenbericht, dass nur noch rund 57 Prozent des Bitcoin-Angebots im Gewinn liegen. Im Umkehrschluss bedeutet das: ungefähr 43 Prozent des Angebots liegen derzeit unter Wasser. Glassnode ordnet dieses Niveau historisch in die Frühphase tieferer Bärenmarktregime ein. Wer die Mechanik solcher Phasen besser einordnen will, findet im Evergreen Was ist ein Bärenmarkt? eine saubere Grundordnung.

Auch interessant: Bitcoin-ETFs unter Druck.

Was jetzt für Bitcoin zählt

Ganz hoffnungslos ist das Bild trotzdem nicht. So hätten sich die Abflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs zuletzt stabilisiert, während bei den Optionen die akute Absicherungsangst nachlasse. Das ist noch keine echte Trendwende, aber immerhin ein Signal, dass der Markt nicht mehr ganz so panisch verkauft wie noch vor wenigen Wochen. Wer die Stimmungsseite des Marktes vertiefen will, findet dazu bei CoinSpeaker auch den Beitrag Bitcoin News: Extreme Angst – oder antizyklische Chance?.

Unterm Strich bleibt damit ein Markt, der sich zwar nicht im freien Fall befindet, aber weiter auf wackligem Fundament steht. Die Kurse halten sich, die Stimmung nicht. Solange Öl, Inflationserwartungen und geopolitische Risiken den Takt vorgeben und große Marktteilnehmer eher verteilen als aggressiv akkumulieren, bleibt jede Erholung bei Bitcoin verdächtig fragil.

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