Powell warnt vor Nahost-Inflation: Bitcoin rutscht an die 70.000-Dollar-Marke

On März 19, 2026 at 12:58 pm UTC by · 3 Min. read

Die Fed hält den Leitzins stabil, hebt aber ihre Inflationsprojektionen an. Powell nennt den Nahost-Konflikt einen wichtigen Faktor. Bitcoin fällt auf Tuchfühlung zur 70.000-Dollar-Marke.

Die Fed hat zwar nicht an der Zinsschraube gedreht, den Märkten aber auch keinen Grund gegeben, wieder aggressiv auf geldpolitische Entspannung zu wetten. Powell macht klar, dass der Nahost-Konflikt für den Inflationspfad eben kein Nebengeräusch ist. Genau deshalb steht Bitcoin jetzt nicht vor einem klassischen Fed-Befreiungsschlag, sondern vor der Frage, ob die 70.000-Dollar-Zone auch dann hält, wenn Öl, Inflation und Risikoaversion weiter gleichzeitig steigen.

Powell warnt vor Nahost-Inflation: Bitcoin rutscht an die 70.000-Dollar-Marke

Die US-Notenbank hat geliefert, was der Markt erwartet hatte und den Ton trotzdem verschärft. Der Leitzins bleibt in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent, doch das eigentliche Signal steckt diesmal im Ausblick: Die Fed bezeichnet die Inflation weiter als „somewhat elevated“, spricht von einem erhöht unsicheren Umfeld und verweist ausdrücklich auf die unklaren Folgen der Entwicklungen im Nahen Osten für die US-Wirtschaft.

Fed hält still, aber der Spielraum für Zinssenkungen wird kleiner

Offiziell blieb die Fed bei ihrer abwartenden Haltung. Doch die neuen Projektionen zeigen, dass die Notenbank den Inflationspfad wieder höher ansetzt. In der aktualisierten Summary of Economic Projections liegt die Median-Prognose für die PCE-Inflation 2026 bei 2,7 Prozent, ebenso die Median-Prognose für die Kern-PCE-Inflation. Gleichzeitig sieht die Fed für 2026 ein reales BIP-Wachstum von 2,4 Prozent und eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent.

Noch wichtiger für die Märkte ist der Zinsausblick. Die Verteilung der Fed-Dots für Ende 2026 konzentriert sich so, dass der Median auf einen Zielwert von 3,375 Prozent hinausläuft. Gegenüber dem aktuellen Mittelpunkt der Fed Funds Range von 3,625 Prozent entspräche das faktisch nur einer weiteren Zinssenkung um 25 Basispunkte in diesem Jahr. Das ist deutlich restriktiver, als viele Anleger noch vor wenigen Wochen gehofft hatten.

Powell macht klar: Der Öl-Schock ist für die Fed kein Nebengeräusch

Der eigentliche Belastungsfaktor kommt von außen. Die Fed musste ihre Sitzung vor dem Hintergrund eines Energieschocks im Nahen Osten einordnen. In ihrer Erklärung schreibt sie, die wirtschaftlichen Folgen der Entwicklungen in der Region seien ungewiss. Powell wurde in der Pressekonferenz noch konkreter: Was im Nahen Osten geschehe, werde ein „big factor“ für den weiteren Ausblick sein. Reuters fasst seine Aussagen so zusammen, dass die Fed den jüngsten Energieschub aus dem Iran-Konflikt sehr wohl als Inflationsrisiko wahrnimmt, auch wenn Powell das aktuelle Umfeld nicht mit den 1970er-Jahren gleichsetzen will.

Dass diese Sorge nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigte bereits der Inflationsvorlauf vom Mittwochmorgen. Laut Bureau of Labor Statistics stieg der US-Erzeugerpreisindex im Februar um 0,7 Prozent zum Vormonat und um 3,4 Prozent im Jahresvergleich. Das war der stärkste Jahresanstieg seit Februar 2025. Vor allem die Güterseite zog an, inklusive Energie. Wer auf schnelle Disinflation gesetzt hatte, bekam damit schon vor Powells Auftritt einen Dämpfer.

Parallel eskaliert die Lage auf dem Energiemarkt. Reuters berichtete am Donnerstag, dass nach dem Angriff auf Irans South-Pars-Gasfeld und Gegenschlägen auf Energieinfrastruktur in der Golfregion die Verwundbarkeit des globalen Öl- und Gasmarktes offen zutage tritt.

Bitcoin bricht erneut die 70.000-Dollar-Zone

Für den Kryptomarkt ist das ein unangenehmer Mix. Bitcoin notiert laut CoinGecko bei knapp unter 70.000 US-Dollar und liegt auf 24-Stunden-Sicht 4 Prozent im Minus. Von Stabilität kann also nur relativ die Rede sein: BTC hält die 70.000-Dollar-Zone bislang, aber eben nur knapp.

Lies hier die Coinspeaker Bitcoin Prognose.

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