Russland plant Krypto-Freigabe für Retail mit Verbotsliste und Obergrenze

2 Stunden ago by · 4 Min. read

Russlands Duma steuert auf neue Krypto-Regeln zu: Kleinanleger nur mit Obergrenze, Profis mit mehr Freiheit – und klare Verbote bei Privacy-Coins.

Während Bitcoin und Ethereum deutlich unter Druck stehen, mit einem Bitcoin-Kurs von rund 83.000 US-Dollar und einem Ethereum-Kurs von 2.750 US-Dollar, geht Moskau nun in Richtung Krypto. Privatanleger sollen den formellen Zugang zu Krypto-Assets bekommen, allerdings nur unter strenger Aufsicht, mit Tests, Limits und einer klaren Verbotsliste. Bis Ende Juni soll eine gesetzliche Grundlage vorbereitet werden, um das Rollout zum 1. Juli 2027 zu starten. Alle Infos.

Russland und Krypto: 300.000 Rubel pro Jahr ist das Limit für Kleinanleger

300.000 Rubel pro Jahr gelten in dem Vorschlag als Obergrenze für nicht qualifizierte Anleger, zudem muss dies „über einen Vermittler“ geschehen und zwar erst nach einem Eignungs- bzw. Wissenstest. Das Finanzministerium will die Limithöhe noch diskutieren, aber der stellvertretende Finanzminister Ivan Chebeskov spricht sich ausdrücklich für die 300.000 Rubel-Grenze aus, auch wenn sich das in Gesprächen noch ändern könne.

Das sind umgerechnet etwa 4000 US-Dollar, oder 3350 Euro. Damit will Russland will Privatanleger nicht grundsätzlich ausschließen, aber mit klaren Obergrenzen. Die Zentralbank beschreibt digitale Währungen weiterhin als hochriskant und weist Anleger immer wieder auf das Potenzial vollständiger Verluste hin.

Top-10-Liste vom Regulierer: Welche Coins dürfen Russen kaufen?

Das Regelwerk soll nicht nur die Frage beantworten, wie viel Privatanleger kaufen dürfen, sondern auch welche Kryptowährungen gekauft werden dürfen. Es wird erwartet, dass die Zentralbank eine Liste der Top-5 oder Top-10 besten Kryptowährungen an großen Börsen definiert und diese Liste den Korridor für nicht qualifizierte Anleger setzt.

Dabei sind vermutlich Bitcoin und Ethereum als sichere Kandidaten, auch TON oder Solana kaufen wäre möglich, weil diese Assets in Russland populär seien. Alles, was außerhalb dieser Liste liegt, wäre im regulierten Rahmen demnach nur für qualifizierte Investoren zugänglich.

Profis dürfen fast alles – außer Privacy-Coins

Für qualifizierte Investoren wird der Spielraum deutlich größer, aber ebenfalls nicht grenzenlos. Auch sie sollen einen verpflichtenden Test absolvieren, um Risikoverständnis nachzuweisen.

Die rote Linie läuft bei sogenannten anonymen Coins: Monero (XMR), Zcash (ZEC) und Dashals Beispiele für Assets, die im regulierten Handel ausgeschlossen werden könnten, weil Transaktionsgraphen und AML-Prüfungen erschwert oder unmöglich seien.

Stablecoins als Sonderfall: USDT als „digitaler Dollar“ für Außenhandel?

Eine der spannendsten Passagen der Moskauer Blaupause betrifft Stablecoins. Digitale Währungen und Stablecoins werden als „Währungswerte“ beschrieben, die man kaufen und verkaufen könne, aber nicht als Zahlungsmittel im Inland nutzen dürfe.

Nun kommt eine mögliche Sonderrolle für Stablecoins im Außenhandel ins Spiel, da USDT sinngemäß der „digitale US-Dollar“ für Unternehmen ist, der über einen lizenzierten Broker erworben werden könne. Weniger „Krypto als Lifestyle“, mehr „Krypto als Infrastruktur“ für grenzüberschreitende Abwicklung.

Lizenzpflicht, Strafen, Infrastruktur: So soll der Markt gezähmt werden

Parallel zum Anlegerzugang baut Russland an einer Krypto-Infrastruktur „mit Stempel“. Operationen sollen über die bestehende Finanzmarktarchitektur laufen, also über Börsen, Broker und Vermögensverwalter auf Basis vorhandener Lizenzen, während für spezielle Verwahrer und Wechselstellen zusätzliche Anforderungen geplant sind. Wechselstellen müssten künftig eine Lizenz erwerben, andernfalls würden sie als illegal gelten.

Der härtere Teil betrifft die Durchsetzung: Laut Aksakov soll ab dem 1. Juli 2027 Verantwortung für illegale Aktivitäten von Krypto-Vermittlern eingeführt werden, analog zu Sanktionen bei illegaler Banktätigkeit. Unregistrierte Betreiber könnten mit Geldstrafen oder Haft konfrontiert werden, falls das Gesetz verabschiedet wird. Gleichzeitig betont Aksakov, dass im ersten Schritt Regeln für „Erstellung, Mining und Umlauf“ festgezurrt werden sollen, inklusive des Verbots, Krypto im Inland als Zahlungsmittel zu verwenden.

Weiterhin könnten Russen dennoch Krypto im Ausland kaufen, etwa über ausländische Konten und Transfers über russische Intermediäre, allerdings mit Informationspflicht gegenüber der Steuerbehörde. Wer will, findet also so oder so Wege, aber der Staat versucht, legale Bahnen attraktiver zu machen.

Ein Gerichtsurteil als Türöffner: Krypto-Besitz wird vor Gericht wieder greifbar

Der russische Verfassungsgerichtshof hat am 20. Januar 2026 entschieden, dass eine Vorschrift zwar für Miner verfassungsgemäß sein kann, aber nicht in dem Maße wirken darf, dass sie anderen Krypto-Inhabern die gerichtliche Durchsetzung legitimer Vermögensansprüche faktisch abschneidet. Bis zu einer gesetzlichen Nachbesserung dürfe die bestehende Regelung nicht als Hindernis für Rechtsschutz gelten, wenn Betroffene im Prozess Informationen vorlegen, die eine legale Herkunft und Nutzung der digitalen Währung stützen.

Gerichte hätten zuvor teils pauschal abgewiesen, wenn digitale Währung nicht steuerlich deklariert gewesen sei.

Fazit Krypto-Strategie von Russland

Russlands Ansatz wirkt wie ein Spiegelbild dessen, was Anleger in Europa gerade ebenfalls erleben: mehr Regeln, mehr Meldelogik, mehr Lizenzpflichten.

Wer sich einen schnellen Überblick verschaffen will, wie 2026 in der EU die letzten MiCA-Phasen greifen sollen, findet dazu einen kompakten Coinspeaker-Guide: Was ist MiCA? Was die EU Krypto Regulierung für Anleger und Stablecoins bedeutet in 2026?

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