2.746 ZEC aus dem Bitget-Hack landen im Zcash Ironwood-Pool, während NEAR und THORChain unterschiedlich auf verdächtige Flüsse reagieren.
Rund 2.746 ZEC im Wert von etwa 3,9 Millionen US-Dollar sind in drei Transaktionen in Zcashs abgeschirmten Ironwood-Pool gelangt. CryptoSlate ordnet die Mittel dem Bitget-Hack über 387,5 Millionen US-Dollar zu; die On-Chain-Bewegungen wurden vom Blockchain-Ermittler ZachXBT gekennzeichnet. Der Schritt folgt auf einen weitgehend blockierten Swap-Versuch über mehr als 50 Millionen US-Dollar bei NEAR Intents.
Warum der Ironwood-Pool die Spur erschwert
Die transferierten 2.746 ZEC entsprechen laut CryptoSlate etwa 15 Prozent der 18.917 ZEC, die beim Angriff entwendet wurden. Die Einzahlungen in den Pool bleiben auf der Blockchain sichtbar, doch spätere Bewegungen innerhalb des abgeschirmten Bereichs können Sender, Empfänger und Beträge verbergen. Damit wird es deutlich schwieriger, eine öffentliche Transaktionsspur weiterzuverfolgen.
Der Routenwechsel erfolgte, nachdem NEAR Intents einen Großteil der Swap-Versuche von mit dem Diebstahl verbundenen Wallets abgewiesen hatte. Alex Shevchenko, General Manager von NEAR Intents, bezifferte das versuchte Volumen auf mehr als 50 Millionen US-Dollar: Rund 503.000 Dollar seien während der Ausführung eingefroren worden, etwa 166.000 Dollar hätten den Dienst passiert. Abgelehnte Mittel blieben unter der Kontrolle der Angreifer und konnten über andere Wege weiterbewegt werden.
Der Unterschied zwischen eingefrorenen und weiterhin beweglichen Geldern zeigt sich auch bei Stablecoins: eingefrorene Stablecoins lassen sich anders behandeln als Vermögenswerte in selbstverwahrten Wallets oder einem Privacy-Pool. Zcash verbindet öffentliche und abgeschirmte Transaktionen; das Ironwood-Upgrade bildet den technischen Rahmen des Pools, in den die ZEC flossen.
NEAR und THORChain setzen unterschiedliche Grenzen
Die Sperre bei einem einzelnen Dienst stoppt gestohlene Mittel nicht automatisch. Bitget bat auch THORChain, mit dem Angriff verbundene Adressen zu blockieren; das Cross-Chain-Protokoll lehnte dies laut CryptoSlate ab. Bitquery schätzte, dass bis zum 29. September rund 29.088 ETH im Gegenwert von etwa 79 Millionen US-Dollar über THORChain in Bitcoin getauscht wurden.
Auch das Gesamtvolumen des Protokolls zog an: DeFiLlama-Daten zufolge wurden in den Tagen nach dem Angriff mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar umgesetzt, verglichen mit rund 146 Millionen Dollar in der Woche davor. Dieser Anstieg fiel mit hackerbezogenen Flüssen zusammen, lässt sich aber nicht vollständig den Angreifern zuschreiben. Die gegensätzlichen Entscheidungen von NEAR und THORChain verdeutlichen den Konflikt zwischen Risikofiltern und dem Anspruch permissionless Infrastruktur; die Debatte um Blacklisting bei THORChain macht diese Abwägung sichtbar.
On-Chain-Einzahlungen in Ironwood bleiben erkennbar, aber die Zuordnung späterer Bewegungen zu ihrem Ursprung wird schwieriger. Ebenso friert eine Sperre bei einem Tauschdienst keine Guthaben ein, die Angreifer in selbstverwahrten Wallets halten. Solche Maßnahmen begrenzen einzelne Wege, können aber Ausweichbewegungen zu anderen Diensten oder Privacy-Systemen begünstigen.
Bitget steht zusätzlich unter Abflussdruck
Parallel zur Verfolgung der Gelder muss Bitget die Nachfrage seiner Kunden nach Auszahlungen bewältigen. Seit der schrittweisen Wiederöffnung der Auszahlungskanäle seien laut von CryptoSlate ausgewerteten DeFiLlama-Daten mehr als 700 Millionen US-Dollar aus erfassten Bitget-Wallets abgeflossen. Die Zahl bildet On-Chain-Flüsse bekannter Börsen-Wallets ab und ist kein vollständiges internes Auszahlungsregister; bis zum 28. September meldete Bitget 9.585 Bitcoin-Auszahlungsanträge über insgesamt 4.098 BTC.
CEO Gracy Chen erklärte am 30. September, der Protection Fund sei wieder auf mehr als 300 Millionen US-Dollar angewachsen. Für 19 erfasste Assets wies Bitget zum 29. September eine Reservequote von 131 Prozent aus; verbleibende Auszahlungseinschränkungen sollten am Freitag aufgehoben werden. Chen beschrieb den Betrieb als „gradually back to usual“.
Kryptowährungen sind nicht vollständig anonym: Öffentliche Blockchain-Daten machen Transaktionen sichtbar, während Privacy-Pools ihre Zuordnung erschweren können. KYC- und Compliance-Regeln unterscheiden sich je nach Dienst und können bestimmen, welche Transfers geprüft, angehalten oder abgelehnt werden.
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