Home Academy Kryptowährungen als Rentenvorsorge

Kryptowährungen als Rentenvorsorge – Chancen, Risiken & sinnvolle Strategien

Erstellt von: Author Image Alex Fournier

Geprüft durch: Paul Schröder

11 Min.

Kryptowährungen polarisieren, für die einen sind sie die Zukunft des Geldes, für die anderen ein hochriskantes Spekulationsobjekt.

Doch immer häufiger taucht die Frage auf, ob Bitcoin & Co. auch einen Platz in der Altersvorsorge haben können.

Dieser Leitfaden zeigt verständlich, wo Chancen liegen, wo klare Grenzen bestehen und wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Krypto im Rentenportfolio aussehen kann.

Ein goldener Baum mit digitalen Blättern wächst aus einem Haufen antiker Münzen, symbolisch für die Verbindung von Tradition und Krypto-Zukunft in der Altersvorsorge.

Einordnung – Warum Krypto in der Altersvorsorge überhaupt ein Thema ist

  • Kryptowährungen haben sich in den letzten Jahren einen festen Platz im Finanzsektor gesichert. Daher ist es nur logisch, dass sich auch viele Privatpersonen damit beschäftigen, ob Kryptowährungen auch für die Altersvorsorge geeignet sind.
  • Gerade die starke Performance der vergangenen Jahre, die niedrigen Zinsen und die teilweise hohe Inflation sorgen dafür, dass sich viele Mensche mit Alternativen zur klassischen Altersvorsorge beschäftigen.
  • Aufgrund des sehr hohen Risikos sind Kryptowährungen jedoch nicht für die Altersvorsorge geeignet, da für die Absicherung im Alter Planungssicherheit der wichtigste Aspekt ist und dieser bei Krypto-Coins nicht gegeben ist.

Wenn überhaupt, sollten Kryptowährungen daher nur einen kleinen Teil eines breit gestreuten Anlageportfolios ausmachen.

Grundlagen – Kryptowährungen als Anlageklasse kurz erklärt

  • Kryptowährungen stellen inzwischen eine wichtige Anlageklasse sowohl für private als auch institutionelle Anleger dar. Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 3 Bio. Euro ist der Krypto-Sektor inzwischen größer als der gesamte Silbermarkt.
  • Die Attraktivität des Krypto-Sektors geht dabei vor allem auf die hervorragende Entwicklung im vergangenen Jahrzehnt zurück. Hierbei konnten sowohl Bitcoin als auch Ethereum ihre Werte in den letzten zehn Jahren um jeweils mehr als den Faktor 100 steigern – derartige Renditen konnten weder Aktien noch ETFs oder Edelmetalle erzielen.
  • Neben den historisch höheren Renditen gibt es auch noch weitere Unterschiede zwischen Kryptowährungen und anderen Anlageklassen. Hierzu zählen die Handelszeiten – Krypto kann man 24/7 handeln –, die innovative technologische Basis, aber auch das regulatorische Risiko und die hohe Volatilität.
  • Gerade die letzten beiden Punkte sorgen dafür, dass Kryptowährungen nicht für die Altersvorsorge geeignet sind. Insbesondere die starken Kursschwankungen, die hohen Verlustrisiken und die regulatorische Unklarheit sorgen für ein sehr hohes Maß an Risiko, das im Sinne der Altersvorsorge nicht wünschenswert ist.

Chancen von Kryptowährungen in der Rentenvorsorge

Kryptowährungen gehen mit verschiedenen Chancen einher, die sie auf den ersten Blick auch interessant für die Rentenvorsorge machen könnten.

Hierzu zählen:

🚀Potenzial überdurchschnittlicher Renditen bei langem Horizont

Der Bitcoin-Kurs konnte seinen Wert in den vergangenen 10 Jahren von 400 auf knapp 90.000 US-Dollar steigern, was einem Wachstum um den Faktor 225 entspricht.

Wegen dieser historischen Performance erscheint ein Kauf von Bitcoin und anderen Coins für viele Anleger als interessante Alternative zur klassischen Altersvorsorge.

Hier muss man aber zwingend beachten, dass die vergangene Performance kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Entwicklungen ist und Kryptowährungen grundsätzlich mit extremen Risiken einhergehen.

⛓️‍💥Unabhängigkeit von klassischen Finanzsystemen

Kryptowährungen wurden ursprünglich als Alternative zum klassischen Finanzsystem entwickelt, was in der Theorie eine Chance darstellt, da man weniger abhängig von diesem System ist.

In der Realität sind Kryptowährungen inzwischen jedoch Teil dieses Finanzsystems geworden, da sie inzwischen in vielen Ländern reguliert sind und über ETFs gehandelt werden können. Somit ist die Unabhängigkeit keinesfalls mehr gegeben.

🧺Diversifikationseffekt

Kryptowährungen galten lange Zeit als Möglichkeit zur Diversifikation eines Anlageportfolios, da ihre Entwicklung nicht an die Aktien- oder Anleihemärkte gekoppelt war.

Durch die zunehmende Institutionalisierung des Krypto-Handels ist dieser Aspekt jedoch nicht mehr gegeben, da die Kursbewegungen der Coins stark mit dem Aktien- und Anleihenmarkt korrelieren.

🛡️Möglicher Inflationsschutz

In der Vergangenheit galt insbesondere Bitcoin als digitales Gold und sollte damit einen Schutz vor Inflation darstellen.

Während dies für Gold weiterhin gilt, korrelieren BTC und andere Kryptowährungen inzwischen stark mit Aktien- und Anleihemärkten und bieten daher keinen besonderen Inflationsschutz mehr.

Risiken & Grenzen – Warum Krypto keine klassische Rentenlösung ist

Aufgrund verschiedener Risiken stellen Kryptos keine klassische Rentenlösung dar.

Die größten Risiken sind:

🎢Extreme Volatilität und Verlustrisiken

Kryptowährungen weisen starke Kursschwankungen und Risiken auf. Aufgrund dieser Eigenschaften sind sie nicht für die Altersvorsorge geeignet, da man für die Altersvorsorge Planbarkeit und Sicherheit benötigt.

🐛Technische Risiken

Kryptowährungen gehen zudem mit verschiedenen technischen Risiken einher. Hierzu zählen die Risiken des Verlusts der Kryptowährungen bei Verlust der private Keys, fehlerhafte Transaktionen und die Gefahr von Hackerangriffen.

⚖️Regulatorische Unsicherheit

In vielen Ländern der Welt herrscht trotz der Fortschritte der vergangenen Jahre weiterhin ein hohes Maß an regulatorischer Unsicherheit rund um Kryptowährungen.

Auch dieser Aspekt macht Kryptowährungen im Sinne der Altersvorsorge unattraktiv.

💸Kein laufender Garantiezins, keine Einlagensicherung

Im Gegensatz zu klassischen Anlageformen wie Tages- und Festgeld bieten Kryptowährungen keinen Garantiezins und es gibt zudem keine Einlagensicherung. Auch diese Punkte unterstreichen die Nicht-Eignung von Kryptowährungen zur Rentenvorsorge.

Psychologisches Risiko: Aufgrund der starken Kursschwankungen und der hohen Risiken gehen Kryptowährungen auch mit psychologischen Kosten einher, die man bei der Altersvorsorge nicht gebrauchen kann, da es hierbei vor allem um eine stabile Absicherung geht.

Da die Risiken deutlich größer als die Chancen sind, sollte man Kryptowährung nicht als Basis für die Altersvorsorge nutzen, sondern auf bewährte Lösungen zurückgreifen.

Ein stabiler Leuchtturm steht standhaft gegen eine stürmische Welle aus leuchtenden digitalen Finanzcharts, was die hohen Risiken und Schwankungen am Krypto-Markt darstellt.

Wie können Kryptowährungen sinnvoll ins Altersvorsorge-Portfolio integriert werden?

Sollte man sich dafür entscheiden, Kryptowährungen zur Altersvorsorge nutzen zu wollen, sollten diese – wenn überhaupt – nur einen kleinen Teil eines diversifizierten Portfolios ausmachen.

In der Regel bewegt sich der Krypto-Anteil hier im unteren einstelligen Prozentbereich. Die genaue Größe des Krypto-Anteils lässt sich dabei nicht allgemeingültig bestimmen und hängt immer von der individuellen Situation und Risikoneigung eines jeden Anlegers ab.

Bei der konkreten Umsetzung des Aufbaus und der Verwaltung der Krypto-Position sollte man verschiedene Aspekte beachten:

🎯Klare Zielallokation festlegen🔄Regelmäßiges Rebalancing💎Fokus auf etablierte Assets🎲Nur Kapital, dessen Verlust verkraftbar ist
🎯
  • Vor dem Aufbau der Position sollte man sich überlegen, welchen Anteil am Portfolio sie haben soll.
  • Die Höhe hängt hauptsächlich von der individuellen Risikoneigung, den Zielen und dem restlichen Portfolio ab.
  • In der Regel bewegt sich der Anteil dabei maximal im unteren einstelligen Prozentbereich. Die exakte Größe der Position sollte man dabei immer mit Hilfe eines professionellen Finanzberaters bestimmen.
🔄
  • Damit die Krypto-Position immer den gleichen Anteil am Portfolio hat, sollte man ein regelmäßiges Rebalancing durchführen.
  • Dieses sollte in regelmäßigen Abständen, wie beispielsweise vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich stattfinden.
  • Macht die Krypto-Position beispielsweise einen größeren Anteil als geplant aus, verkauft man Teile der Position, um die gewünschte Balance wieder herzustellen.
  • Ist der Anteil zu niedrig, kauft man hingegen zu, um die Position auf die gewünschte Größe zu heben. Die Zielgröße der Position muss hierbei immer individuell entschieden werden.
💎
  • Der Fokus sollte dabei auf einem Mix aus etablierten Assets wie Bitcoin und Ethereum anstatt auf Memecoins oder Low-Caps liegen.
  • Dies liegt daran, dass große Kryptowährung eine hohe Liquidität aufweisen und Umschichtungen daher jederzeit möglich sind.
  • Zudem fallen die Volatilität und die Risiken bei großen Coins geringer als bei Memecoins und Low-Caps aus – trotzdem sind auch hier die Risiken weiterhin sehr hoch.
🎲
  • Die Krypto-Position sollte nur so groß sein, dass man ihren vollständigen Wertverlust verkraften kann.
  • Da der Krypto-Sektor sehr dynamisch und unsicher ist, ist der Worst-Case – also ein Totalverlust – ein durchaus realistisches Szenario.

Draufsicht auf ein gut sortiertes Wertpapierdepot mit Anleihen und Gold, ergänzt durch einen kleinen, aber leuchtenden Bitcoin-Hexagon zur Darstellung einer konservativen Beimischung.

Bitcoin vs. andere Kryptowährungen in der Rentenvorsorge

Da Bitcoin die größte Kryptowährung der Welt ist, ist sie für viele wahrscheinlich auch die erste Wahl beim Aufbau einer Krypto-Position für die Altersvorsorge.

Neben der Größe sprechen aber auch die hohe Liquidität, die relativ lange Historie, das hohe Maß an Institutionalisierung und das Narrativ als digitales knappes Asset für Bitcoin.

Alternativ zu Bitcoin stehen aber auch noch viele weitere Kryptowährungen zur Verfügung. Diese Coins besitzen jeweils individuelle Eigenschaften und können daher teilweise mit einem höheren Risiko, aber auch einem höheren Potenzial einhergehen.

Für welche Coins man sich entscheidet, muss daher immer auf individueller Ebene entschieden werden. Im Sinne der Diversifikation könnte man auch hier auf ein Portfolio verschiedener Kryptowährungen setzen, wobei etablierte Projekte hier wahrscheinlich den größten Anteil ausmachen würden.

Steuerliche & regulatorische Aspekte

Kryptowährungen unterscheiden sich aus steuerlicher und regulatorischer Sicht teilweise deutlich von klassischen, regulierten Altersvorsorgeprodukten wie Versicherungen oder geförderten Produkten.

Um bei diesem Aspekt Klarheit zu haben, sollte man daher immer eigenständig die nationalen Regelungen prüfen und/oder sich von einem Steuerberater beraten lassen.

Wichtige Aspekte sind hierbei die Haltedauer, die Realisierung von Gewinnen bzw. Verlusten und Dokumentationspflichten als Nachweis für die Zeitpunkte des Krypto-Kaufs und Verkaufs.

Nahaufnahme einer hochwertigen Hardware-Wallet auf einem Schreibtisch neben einem Notizbuch zur sicheren Offline-Speicherung von privaten Schlüsseln (Cold Storage).

Praktische Umsetzung – Krypto als langfristige Anlage aufsetzen

Hat man sich für den Aufbau eines Krypto-Portfolios als langfristige Anlage entschieden, geht es an die konkrete Umsetzung. Hierbei sollte man unter anderem folgende Aspekte beachten:

🎯Langfrist-Strategie definieren🔄Seriöse Börse mit Regulierung wählen💎Sichere Verwahrung 🎲Kein Leverage, kein Daytrading🎲Dokumentation

Sparplan vs. Einmalbetrag

  • Zunächst einmal sollte man überlegen, ob man einen Einmalbetrag investieren oder einen Sparplan anlegen möchte.
  • Die Einmalanlage ist dabei grundsätzlich riskanter, da hierdurch die Timing-Gefahr deutlich erhöht ist.
  • Der Kauf sollte immer über eine seriöse Krypto-Börse stattfinden, die streng reguliert ist.
  • Hierdurch kann man das Risiko von etwaigen Problemen beim Kauf deutlich minimieren.

(Hardware Wallet, Seed-Backup)

  • Für die langfristige Aufbewahrung sind Hardware-Wallet grundsätzlich die sicherste Wahl, da die privaten Schlüssel hier offline aufbewahrt werden und somit die Gefahr von Hackerangriffen minimiert wird.
  • Bei allen Wallets ist es besonders wichtig, die Seedphrase korrekt und sicher aufzubewahren, da sie für die Wiederherstellung der Wallet genutzt werden kann.
Beim Aufbau einer langfristigen Krypto-Position sollte man auf Hebel und aktives Trading verzichten, da diese Aspekte mit einem noch höheren Risiko einhergehen.

Dokumentation für Steuern & Nachlass

  • Für die steuerliche Gewinn bzw. Verlustermittlung gilt es, die eigenen Käufe bzw. Verkäufe genau zu dokumentieren.
  • Zudem sollte man sich Gedanken, um die Nachlassregeln des Kryptovermögens im Todesfall machen, um auch hier für Klarheit zu sorgen.

Häufige Fehler bei Krypto in der Altersvorsorge

Bei der Nutzung von Krypto in der Altersvorsorge machen viele Käufer Fehler. Die häufigsten Fehler sehen wir uns im Folgenden an:

  • Zu hoher Krypto-Anteil (Klumpenrisiko): Der häufigste Fehler in Bezug auf das Thema Kryptowährungen in der Altersvorsorge ist die Wahl eines zu hohen Krypto-Anteils im Renten-Portfolio. Aufgrund ihres sehr hohen Risikos sollten Kryptowährungen maximal einen kleinen Teil des Portfolios ausmachen.
  • Ist der Anteil zu hoch, entsteht ein Klumpenrisiko, das im Verlustfall zu einem deutlichen Verlust im Gesamtportfolio führt – bei der Altersvorsorge sollte der Fokus immer auf sicheren Anlagen mit planbaren Renditen liegen.
  • Nur einem Coin vertrauen, ohne Recherche (kein DYOR): Ein weiterer häufiger Fehler ist Mangel an Vorbereitung und damit häufig einhergehend der Fokus auf einen einzelnen Coin.
  • Da Kryptowährungen sehr komplex sind, sollte man die jeweiligen Coins immer eigenständig untersuchen und sich dann nicht nur auf einen Coin konzentrieren, sondern bestenfalls ein diversifiziertes Portfolio aufbauen.
  • Verwechslung von Hype-Projekten mit Substanz: Da der Krypto-Sektor sehr kurzlebig ist, gibt es regelmäßige Hype-Phasen um verschiedene Projekte. Viele dieser Projekte verlieren nach ihrem Hype jedoch massiv an Wert, weshalb man sich eher auf etablierte Kryptowährungen mit echter Substanz fokussieren sollte.
  • Keine Sicherungsstrategie, keine Notfallplanung (Seed, Erben): Ein weiteres häufiges Versäumnis ist das Fehlen einer Sicherungsstrategie bzw. eines Notfallplans. Sollte es dann zum Verlust des Wallets oder einem Todesfall kommen ist nicht geklärt, wie man das Wallet wiederherstellt und wer die Krypto-Holdings erhält.
  • Daher sollte man sich für die langfristige Verwahrung ein Hardware-Wallet anlegen und die Seed-Phrase sicher und korrekt verwahren. Im Sinne einer Erbregelung kann man im Rahmen des Testaments festhalten, was mit den Coins passieren soll – auch hier sollte man sich aber immer Rat von einem Fachmann einholen.

Eine gläserne Sanduhr, in der goldene digitale Pixel langsam nach unten rieseln und sich verfestigen, symbolisch für den langfristigen Anlagehorizont bei der Rentenvorsorge.

FAQ – Kryptowährungen & Altersvorsorge

Sind Kryptowährungen eine sinnvolle Option für die Altersvorsorge?

Wie viel Krypto ist maximal sinnvoll im Altersvorsorge-Portfolio?

Ist Bitcoin besser geeignet als andere Coins für die Rente?

Was passiert, wenn Regulierung sich verschärft?

Wie sichere ich Krypto langfristig ab (technisch & organisatorisch)?

Alex Fournier

Alex Fournier

, 685 Artikel

Alexander Fournier ist Blockchain-Projektmanager und seit fast einem Jahrzehnt leidenschaftlicher Investor im Bereich Kryptowährungen. Als täglich aktiver Autor bleibt er stets am Puls der Krypto-Welt, analysiert Trends und teilt fundierte Einblicke. Neben seiner redaktionellen Tätigkeit bietet er Coachings an, unterstützt bei Transaktionen und ist auf zahlreichen sozialen Plattformen präsent, um sich und seine Community immer auf dem neuesten Stand zu halten.

Coinspeaker in Zahlen

250.000 +

Monatliche Nutzer

80 +

Artikel & Guides

20 +

Autoren & Experten

Share:
guides