Bitcoin kämpft bei 88.000 US-Dollar: Geringe Liquidität bremst Jahresendrallye

28 Minuten ago by · 5 Min. read

Der Bitcoin-Kurs bleibt Ende 2025 unter 90.000 US-Dollar gefangen, da dünne Liquidität, ETF-Abflüsse und Zurückhaltung den Markt bestimmen.

Die große Bitcoin-Rallye zum Jahresende bleibt bislang aus: Trotz vereinzelter Kursgewinne steckt die weltweit größte Kryptowährung Anfang Dezember 2025 in einer Seitwärtsbewegung fest und kommt nicht wie erhofft über die 90.000-US-Dollar-Marke hinaus. Die jüngsten Marktdaten zeigen: Während viele traditionelle Assets ihre Verluste aus dem Herbst bereits ausgebügelt haben, scheint Bitcoin im Sog knapper Liquidität und zurückhaltender Anleger auf der Stelle zu treten.

Gerade in der dünnen Handelsphase rund um die Feiertage fehlt es dem Markt an Impulsen, um einen nachhaltigen Ausbruch nach oben zu initiieren. Anleger beobachten die Lage daher mit Spannung – und fragen sich, wie lange der Druck noch anhält.

Zwischen 85.000 und 95.000 Dollar: Die Spanne dominiert das Geschehen

Nach einem fulminanten Start ins Jahr und dem Erreichen neuer Allzeithochs im Oktober fiel Bitcoin im Herbst unvermittelt zurück. Seitdem oszilliert der Kurs in einer breiten Range – von 85.000 bis 95.000 US-Dollar –, während Trader nach klaren Signalen suchen. Aktuell notiert der Bitcoin bei rund 88.000 US-Dollar mit moderaten Tageszuwächsen, insgesamt aber spürbarer Ratlosigkeit am Markt. Das Handelsvolumen beträgt rund 40 Milliarden US-Dollar, ein deutliches Zeichen für anhaltende Zurückhaltung. Diese Spanne scheint wie ein Deckel über dem Markt zu schweben, keine Seite kann sich entscheidend durchsetzen – vorerst bleibt Geduld das Gebot der Stunde.


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ETF-Nachfrage sinkt – Auswirkungen auf den Kurs

Ein wichtiger Faktor hinter der aktuellen Stagnation ist die abgekühlte Nachfrage nach Bitcoin-ETFs. Während diese börsengehandelten Fonds in der ersten Jahreshälfte 2025 erheblich zur Kursstabilisierung beitrugen, verzeichnen sie nun erhebliche Abflüsse: Im vierten Quartal zogen Anleger rund sechs Milliarden US-Dollar aus den ETFs ab, wie jüngste Bloomberg-Daten zeigen. Diese kontinuierlichen Mittelabflüsse lasten auf dem Markt und erschweren einen nachhaltigen Durchbruch nach oben. Für viele institutionelle Investoren bleibt Bitcoin damit vorerst weniger attraktiv, auch weil kurzfristig keine neuen Impulse in Sicht sind. Die ETF-Dynamik könnte in den kommenden Wochen entscheidend werden.

 

Hebeltrader und Liquidationen: Risiko statt Rückenwind

Parallel zur abflauenden ETF-Nachfrage machen sich auch die Nachwirkungen der massiven Hebelspekulationen vom Oktober bemerkbar. Damals sorgten Rekordstände bei den gehebelten Positionen für ein erhebliches Überhitzungspotenzial. Nach einem plötzlichen Abverkauf wurden zahlreiche Long-Positionen zwangsliquidiert – der Kurs fiel stark, und seitdem agieren viele Trader deutlich vorsichtiger. Analysten berichten von einem starken Rückgang beim Open Interest und bei Handelsvolumina im Derivatemarkt. Diese Entwicklung lässt darauf schließen, dass viele Akteure am Rand stehen und auf stabilere Bedingungen warten. Kurzfristige Kursbewegungen werden dadurch teils verstärkt, teils abgebremst.


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Feiertagsliquidität: Volatilität ohne Richtung

Gerade in den Feiertagswochen zwischen Weihnachten und Neujahr zeigt sich Bitcoins typische Schwäche: Die Handelsvolumina sind gering, Kursbewegungen daher oft überzeichnet, aber wenig nachhaltig. In der vergangenen Handelswoche schwankte der Bitcoin-Kurs mehrfach zwischen 86.000 und 90.000 US-Dollar, ohne dass es zu einem Ausbruch kam. Kurze Anstiege über die 90.000 wurden rasch wieder abverkauft, insbesondere in den asiatischen Handelszeiten. Analysten betonen, dass sich das Marktbild in diesen Tagen besonders leicht verzerren lässt – erst mit Rückkehr der großen Marktteilnehmer nach den Feiertagen sei mit zuverlässigen Signalen zu rechnen. Viele beobachten daher abwartend, ob sich das Bild im neuen Jahr ändert.

 

Anlegerstimmung: Erste Jahresverluste seit drei Jahren drohen

Die vorherrschende Unsicherheit und der ausbleibende Impuls spiegeln sich auch in der Anlegerstimmung wider. Erstmals seit über drei Jahren droht Bitcoin ein negatives Jahresergebnis: Seit Dezember 2024 hat der Kurs rund 5 Prozent verloren – das letzte Mal, dass dies geschah, war im Jahr 2022. Dass die positive Stimmung aus der ersten Jahreshälfte – angestoßen durch Hoffnung auf eine kryptofreundliche US-Politik – so schnell verflogen ist, zeigt, wie sehr externe Faktoren den Markt prägen. Neben Effekten wie US-Zöllen und globaler Unsicherheit bleibt die volatile Anlegerstimmung ein Gradmesser für das, was noch kommen kann. Viele Investoren halten sich derzeit bewusst zurück.


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Technische Analyse: Wichtige Marken im Blick

Technisch steht der Markt an einem spannenden Punkt: Experten beobachten ein sich ausweitendes Keilmuster, bei dem der Kurs immer wieder an den unteren Rändern abprallt und Schwäche signalisiert. Wichtige Widerstände liegen derzeit bei 91.400 und 94.000 US-Dollar – erst ein Wochenschluss über diesen Marken könnte den Weg für eine neue Aufwärtswelle in Richtung 101.000 bis 108.000 US-Dollar freimachen. Umgekehrt gilt aber auch: Bricht der Kurs unter 84.000 US-Dollar, droht eine rasche Bewegung nach unten bis in den Bereich von 68.000 bis 72.000 US-Dollar. Anleger und Trader blicken daher gebannt auf die nächsten Chartmarken und erwarten entscheidende Impulse in den ersten Handelstagen 2026.

 

Derivatmärkte: Optionen und Funding Rates als Frühindikatoren

Besonders auffällig in den letzten Wochen war das deutliche Nachlassen der Aktivität an den Derivatemärkten. Nach dem Rekordverfall der Bitcoin-Optionen am vergangenen Freitag fiel das Open Interest um fast 50 Prozent – viele Trader haben ihre Engagements vorerst zurückgefahren. Gleichzeitig explodierten die Finanzierungssätze an Plattformen wie Deribit, was auf eine extrem kurzfristige, bullische Positionierung hindeutet. Allerdings können derart hohe Funding Rates auch zum Bumerang werden: Überhitzte Märkte neigen zu schnellen Gegenbewegungen, vor allem, wenn die Liquidität gering bleibt. Händler sollten sich daher nicht zu sehr auf diese kurzfristigen Trends verlassen und auf nachhaltige Liquiditätsrückkehr achten.


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Ausblick: Wann endet die Seitwärtsphase?

Für den weiteren Jahreswechsel bleibt die zentrale Frage bestehen: Wann bricht der Bitcoin aus seiner Lethargie aus? Der Schlüssel dürfte in einer Kombination aus zurückkehrender Liquidität, erneuter Nachfrage institutioneller Anleger – insbesondere über ETFs – und der Stabilisierung des Derivatemarktes liegen. Bewegt sich der Kurs nachhaltig über 94.000 US-Dollar, könnten technische Käufer aufspringen und das nächsthöhere Kursziel bei 101.000 US-Dollar in den Fokus rücken. Umgekehrt lauern auf der Unterseite klare Risiken; erneut deutliche Kursverluste sind bei schlechten Nachrichten oder anhaltender Zurückhaltung nicht auszuschließen. Bis dahin ist Geduld gefragt – und ein wachsamer Blick auf die globalen Märkte.

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