Der Bitcoin-Kurs stürzt ab: Makroökonomie, starke Liquidationen und Zweifel am Inflationsschutz drücken die Stimmung und zeigen neue Risiken.
Die vergangenen Tage haben die Nerven vieler Bitcoin-Anleger auf die Probe gestellt: Nach Monaten der Stärke rutschte der Kurs plötzlich unter wichtige Marken, Liquidationen häufen sich, und viele fragen sich, ob der Traum vom digitalen Inflationsschutz zerplatzt. Die Ursachen sind vielfältig: Von makroökonomischen Unsicherheiten über politische Neuigkeiten bis hin zu technischen Kettenreaktionen am Markt.
Warum gerade jetzt der Druck so groß wurde und was das für die Zukunft bedeutet, analysiert dieser Artikel umfassend. Wer wissen will, ob sich der Krypto-Winter zurückmeldet oder doch Stabilisierung abzeichnet, findet hier die wichtigsten Hintergründe und Einschätzungen.
Starke Liquidationen: Der Dominoeffekt der Margin Calls
Allein in den letzten 24 Stunden wurden laut CoinGlass im Kryptomarkt über 654 Millionen US-Dollar liquidiert — mit Bitcoin im Mittelpunkt dieser Lawine. Mehr als 40% der Gesamtliquidationen entfielen auf die größte Kryptowährung, was zeigt, wie eng der Kurs an hochriskante Derivategeschäfte gekoppelt bleibt. Viele Anleger, die mit Hebel agierten, wurden gnadenlos aus den Positionen gespült. Solche Massenauslösungen sind ein typisches Symptom in Phasen hoher Volatilität und schwächelndem Vertrauen. Die Kettenreaktion verstärkt die Abwärtsbewegung, weil automatische Verkäufe weitere Kurseinbrüche nach sich ziehen.
#Bitcoin continues to go down against Gold.
Now, that's terrifying, and could argue for more downside.
The good part, that's actually when the bottom hits.
We're at the lowest RSI on the weekly, EVER. pic.twitter.com/g1gZMf6V5D
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) February 5, 2026
Makroökonomie im Fokus: Politik und Zentralbanken bewegen den Kryptomarkt
Die jüngsten Kursverluste bei BTC stehen in engem Zusammenhang mit Unsicherheiten rund um die weltweite Wirtschaftspolitik. Ein zentrales Ereignis war die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der US-Notenbank durch Präsident Trump, wie aus Marktkreisen hervorgeht. Investoren fürchten, dass mit dieser Personalie die Zinsen länger hoch bleiben und die geldpolitischen Zügel weiter angezogen werden könnten. Gleichzeitig wirken geopolitische Risiken rund um globale Konfliktherde als zusätzlicher Belastungsfaktor. Diese Unsicherheiten sorgen seit Tagen für erhöhte Nervosität im gesamten Krypto-Segment.
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Das Fragezeichen am Inflationsschutz – Gold schlägt Bitcoin
Eine der großen Erzählungen über Bitcoin war stets, dass die Kryptowährung als Schutz vor Inflation dienen könne. In der aktuellen Marktphase bröckelt diese Story jedoch spürbar. Während Gold und andere Rohstoffe konsequent zulegen und ihre Rolle als Krisenwährung einmal mehr bestätigen, musste Bitcoin starke Verluste hinnehmen. Analysten wie Georgii Verbitskii von TYMIO sehen darin einen Grund, warum gerade auch institutionelle Langfristanleger ihre Bestände teils reduzieren. Die Divergenz zwischen Edelmetallen und Bitcoin hat laut Experten entscheidenden Einfluss auf das Stimmungsbild am Kryptomarkt.
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Langfrist-These intakt – Die Perspektive der HODLer
Trotz der aktuellen Korrektur bleiben viele Marktbeobachter im Hinblick auf Bitcoin gelassen. John Haar, Managing Director bei Swan Bitcoin, erinnert daran, dass der Kursanstieg auf den Höchststand von über 125.000 US-Dollar erst wenige Monate zurückliegt. Für ihn hat sich an der fundamentalen These für Bitcoin als Wertaufbewahrung auf lange Sicht nichts geändert. Die jetzige Abwärtsphase ordnet er als „gewöhnlichen“ Zyklus im Kontext vorheriger Reset-Perioden wie 2018 oder 2022 ein. Wer langfristig orientiert ist, sieht die aktuellen Rücksetzer als temporäre Marktbereinigung.
HISTORY SHOWS BRUTAL BITCOIN CORRECTIONS.
-84%
-77%
-70%?I get why bears are loud.
But look deeper:
Institutions are positioning.
Regulation is nearly set.This volatility is designed to flush retail and reload smart money.
The real move comes after the pain.
Zoom out.… pic.twitter.com/TYRcBvk39y
— Merlijn The Trader (@MerlijnTrader) February 5, 2026
Korrektur mit Boden? Wie tief könnte es noch gehen?
Aktuell notiert Bitcoin nach CoinGecko-Daten rund 43% unter seinem Allzeithoch. Experten wagen unterschiedliche Prognosen zum weiteren Verlauf. Sollte sich der Trend zur Bereinigung fortsetzen, schließen einige Analysten einen Test der 60.000-Dollar-Marke nicht aus. Das würde das aktuelle Jahr stärker den zähen Reset-Phasen ähneln lassen als einem neuen Bullenmarkt. Entscheidend ist künftig, ob und wann größere Käuferkreise wieder aktiv werden und der Abwärtsdruck nachlässt. Ein nachhaltiger Kursboden wäre ein wichtiges Signal für eine mögliche Trendwende.
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Leverage, ETFs und Seitwärtsphase – Das neue Marktregime?
Der rapide Rückgang der offenen Hebel-Positionen und die zuletzt schwankenden Zuflüsse in die Spot-ETFs prägen die derzeitige Marktphase maßgeblich. Viele Beobachter sprechen von einer „Geduld-Phase“, in der Anleger Risiken abbauen und auf den nächsten Impuls warten. Senior Analyst Ryan Yoon von Tiger Research betont, dass Bitcoin derzeit sowohl auf positive als auch auf negative Nachrichten kaum reagiert und damit gewissermaßen am Seitenrand steht. Große Bewegungen werden erst wieder erwartet, wenn sich das Marktumfeld sichtbar stabilisiert und neue Liquidität einströmt.
BREAKING: Bitcoin drops below $71,000 and ETH drops below $2,100 as selling pressure mounts.
Levered liquidations in crypto are nearing $800 million in 24 hours. pic.twitter.com/3Kg4SOoFwH
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) February 5, 2026
Technische Perspektive: Signale für eine Erholung am Horizont?
Trotz aller Warnsignale und Liquidationen zeigen technische Indikatoren, dass Bitcoin inzwischen in überverkauftes Terrain abgerutscht ist. Laut Analysten wie Vincent Liu von Kronos Research könnte dies eine längerfristige Gegenbewegung vorbereiten. Sollte der Abverkauf nachlassen, ETF-Abflüsse stagnieren und die Preise bei Negativmeldungen stabil bleiben, wären das bedeutende Umkehrsignale. Besonders aufmerksam beobachten Investoren nun, ob der Markt sogenannte “Fake Outs” ins Positive verzeichnet, bei denen schnelle Rückpraller den Trend kurzfristig drehen.
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Fazit: Korrektur als Chance oder neuer Krypto-Winter?
Die aktuelle Marktschwäche bei Bitcoin ist Ausdruck eines umfassenden Anpassungsprozesses im Kryptosektor. Während kurzfristig weitere Rücksetzer nicht auszuschließen sind, sehen viele Experten keinen Grund zur Panik für Langfristanleger – im Gegenteil: Rückgänge könnten langfristigen Investoren Kaufgelegenheiten bieten. Die entscheidende Frage bleibt, wann sich wieder ausreichend Vertrauen und Liquidität am Markt sammeln, um eine nachhaltige Erholung einzuleiten. Bis dahin bleibt Geduld das Gebot der Stunde für alle, die an die fundamentale Story von Bitcoin glauben.
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