Die Sicherheit bleibt einer der größten Schwachpunkte der Krypto-Industrie. Gerade DeFi-Protokolle verwalten Milliardenbeträge automatisiert über Smart Contracts, wodurch kleine Fehler enorme Schäden verursachen können. Nun sorgt eine Warnung des OpenZeppelin-Mitgründers Manuel Araoz für Aufsehen, der inzwischen „all of DeFi unsafe“ nennt. Gleichzeitig zeigen aktuelle DefiLlama-Daten, dass große Hacks und Exploits zuletzt wieder deutlich stärker in den Fokus gerückt sind.
KI-Agenten finden Smart-Contract-Schwachstellen inzwischen schneller als menschliche Entwickler.
DeFi-Hacks verursachten laut DefiLlama bereits Milliardenverluste weltweit insgesamt.
Kelp- und Drift-Exploits rückten Sicherheitsprobleme zuletzt erneut massiv ins Rampenlicht.
Experten erwarten neues Wettrennen zwischen KI-Verteidigung und KI-Angriffen künftig.
Die Sicherheit gilt seit Jahren als einer der größten Schwachpunkte der Krypto-Industrie. Gerade im DeFi-Sektor verwalten Smart Contracts inzwischen Milliardenbeträge komplett automatisiert – oft ohne zentrale Instanz oder klassische Absicherung.
Genau das macht die Technologie zwar innovativ, aber auch extrem anfällig. Schon kleine Fehler im Code können ausreichen, damit Angreifer enorme Summen stehlen. Immer wieder sorgten Hacks, Bridge-Exploits oder kompromittierte Schlüssel für Schlagzeilen. Mit dem steigenden institutionellen Interesse an Krypto wird Sicherheit deshalb noch wichtiger. Nun warnt sogar ein prominenter Sicherheits-Experte davor, dass künstliche Intelligenz die Lage drastisch verschärfen könnte – und spricht von einer neuen Realität für DeFi.
„All of DeFi is unsafe“ – warum der OpenZeppelin-Mitgründer jetzt warnt
Die Aussagen von Manuel Araoz sorgen derzeit für große Diskussionen in der Krypto-Szene. Der Mitgründer von OpenZeppelin erklärte öffentlich, dass er inzwischen „all of DeFi unsafe“ halte. Besonders brisant: OpenZeppelin zählt zu den wichtigsten Sicherheitsfirmen im gesamten Kryptosektor. Projekte wie Aave, Compound, MakerDAO oder Uniswap setzen auf die Sicherheitslösungen und Audits des Unternehmens. Wenn ausgerechnet ein Insider der Branche derart skeptisch wird, sorgt das entsprechend für Aufmerksamkeit.
OpenZeppelin Co-Founder: All of DeFi Is Unsafe
OpenZeppelin co-founder Manuel Aráoz stated that he now believes “all of DeFi is unsafe” due to AI coding agents reaching superhuman capability in vulnerability discovery and the highly asymmetric nature of smart contract security.… pic.twitter.com/8aotT2ikWD
Der Kern seiner Argumentation dreht sich um künstliche Intelligenz. Laut Araoz seien moderne KI-Coding-Agenten inzwischen übermenschlich darin geworden, Schwachstellen in Smart Contracts zu finden. Genau darin sieht er ein massives Problem für die gesamte Branche. Denn Smart-Contract-Sicherheit sei extrem asymmetrisch aufgebaut: Entwickler müssten jeden einzelnen Fehler finden und absichern, während Angreifer nur eine einzige Schwachstelle benötigen, um Millionenbeträge zu stehlen.
Gerade moderne KI-Modelle könnten diese Suche nach Exploits massiv beschleunigen. Während früher Sicherheitsforscher und Hacker manuell nach Fehlern suchen mussten, analysieren KI-Systeme inzwischen riesige Mengen an Code automatisiert. Dadurch steigt das Risiko, dass Sicherheitslücken deutlich schneller entdeckt und ausgenutzt werden. Besonders problematisch wird das laut Araoz bei komplexen DeFi-Protokollen, Cross-Chain-Bridges oder Layer-2-Infrastrukturen.
Interessant ist dabei, dass Araoz nicht behauptet, DeFi werde komplett verschwinden. Vielmehr spricht er von einer fundamentalen Neubewertung des Risikos. Laut seiner Aussage habe er Freunden und Familienmitgliedern sogar geraten, sämtliche DeFi-Positionen zu schließen. Das zeigt, wie ernst er die Entwicklung einschätzt.
Die Diskussion kommt zudem zu einem sensiblen Zeitpunkt. Immer mehr institutionelle Anleger beschäftigen sich mit tokenisierten Assets, Stablecoins oder Blockchain-Infrastruktur. Gleichzeitig steigt aber auch die Angriffsfläche. Neue Chains, Bridges, Wallet-Systeme und Smart Contracts erhöhen die Komplexität enorm. Genau hier könnte KI künftig eine entscheidende Rolle spielen – sowohl auf Seiten der Verteidiger als auch auf Seiten der Angreifer.
DefiLlama-Daten zeigen: Hacks bleiben ein riesiges Problem
Die Daten von DefiLlama zeigen sehr deutlich, warum Sicherheitsfragen in DeFi aktuell wieder stärker diskutiert werden. Insgesamt summieren sich die historischen Verluste durch Hacks laut DefiLlama inzwischen auf über 16,5 Milliarden US-Dollar. Allein auf DeFi entfallen dabei rund 7,7 Milliarden US-Dollar. Besonders kritisch bleiben zudem Bridge-Exploits, die inzwischen mehr als 3,2 Milliarden US-Dollar Schaden verursacht haben.
Auffällig ist vor allem, dass das Thema zuletzt wieder deutlich stärker in den Fokus gerückt ist. In den vergangenen Monaten sorgten mehrere große Exploits erneut für Schlagzeilen. Besonders der Kelp-Exploit im April 2026 rückte Sicherheitsrisiken wieder massiv in den Vordergrund. Laut den Daten verlor das Protokoll rund 293 Millionen US-Dollar. Der Angriff wurde als LayerZero-OFT-Bridge-Exploit klassifiziert und zeigt erneut die Risiken komplexer Cross-Chain-Infrastruktur.
Auch der Drift-Trade-Vorfall im April 2026 sorgte für enorme Aufmerksamkeit. Hier lag der Schaden bei rund 285 Millionen US-Dollar. Der Angriff basierte laut DefiLlama auf kompromittierten Admin-Rechten und manipulierten Token-Prozessen. Gerade solche Vorfälle verstärken die Sorge, dass moderne DeFi-Systeme immer komplexer und dadurch schwerer abzusichern werden.
Dennoch gehört zur Wahrheit auch, dass große Hacks die Branche schon seit vielen Jahren begleiten. Die größten Vorfälle liegen sogar teilweise deutlich zurück. Besonders bekannt bleibt etwa der Ronin-Bridge-Hack aus dem Jahr 2022 mit rund 624 Millionen US-Dollar Verlust. Auch Poly Network, Binance Bridge oder Portal gehörten zu den größten Exploits der vergangenen Jahre. Selbst der Bybit-Hack Anfang 2025 mit rund 1,4 Milliarden US-Dollar zählt inzwischen zu den größten Sicherheitsvorfällen überhaupt.
Die monatlichen Daten zeigen zudem, dass es immer wieder Phasen mit deutlich erhöhter Aktivität gibt. Während manche Monate vergleichsweise ruhig verlaufen, kommt es regelmäßig zu massiven Ausschlägen mit Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Genau deshalb bleibt Sicherheit einer der entscheidenden Faktoren für die langfristige Adoption von DeFi.
Fazit: KI könnte DeFi sicherer – oder gefährlicher machen
Die kommenden Jahre dürften zeigen, welche Rolle künstliche Intelligenz tatsächlich für die Sicherheit von DeFi spielen wird. Einerseits könnten KI-Systeme Auditoren helfen, Schwachstellen schneller zu finden und Smart Contracts besser abzusichern. Andererseits erhalten aber auch Angreifer immer mächtigere Werkzeuge zur automatisierten Exploit-Suche. Genau dieses Wettrennen dürfte die Branche künftig prägen. Klar ist jedenfalls: Mit steigender Adoption, mehr institutionellem Kapital und komplexeren Protokollen wird das Thema Sicherheit für Krypto wichtiger denn je.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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