Ein Bärenmarkt bezeichnet eine längere Phase, in der die Kurse von Vermögenswerten, wie Aktien oder Kryptowährungen, deutlich und ...
10 Min. Das Bitcoin-Halving zählt zu den spannendsten Ereignissen im gesamten Kryptomarkt, ein Moment, in dem die Spielregeln des Netzwerks spürbar verändert werden.
Wer verstehen möchte, warum dieses Ereignis so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht und welche Folgen es für Miner, Anleger und den Bitcoin-Kurs hat, findet hier die wichtigsten Antworten kompakt erklärt.


Aus technischer Sicht wird beim Bitcoin-Halving die Belohnung zur Bildung eines Blocks halbiert. Dieser Mechanismus greift nach einer festen Anzahl von gebildeten Blöcken automatisch und ist in den Bitcoin-Code einprogrammiert.
Das Halving findet immer nach der Bildung von 210.000 Blöcken seit dem letzten Halving statt, was in der Vergangenheit etwa alle 4 Jahre entsprach.
Die Blöcke werden bei Bitcoin von sogenannten Bitcoin-Minern erschaffen. Diese bündeln Transaktionen zu einem Block und müssen eine mathematisch komplexe Aufgabe lösen, um den Block an die vorherigen Blöcke anhängen zu dürfen.
Der Miner, der diese Aufgabe als erstes löst, erhält eine Belohnung in Form neu ausgegebener Bitcoin. Daher gilt, dass die neuen BTCs ausschließlich durch das Mining freigegeben werden – momentan beträgt die Block-Belohnung 3,125 BTC plus Transaktionsgebühren.
Die Bitcoin-Halvings wurden in der Vergangenheit sowohl von Minern als auch Investoren viel beachtet, da die Halbierung der Block-Rewards weitreichende Folgen für das Geschäftsmodell der Miner, aber auch für die Entwicklung des Bitcoin-Kurses hatte.

Ein Blick auf die vergangenen Halvings hilft dabei, den Mechanismus besser zu verstehen und mögliche Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen:
In der Vergangenheit gab es bisher 4 Bitcoin-Halvings:
| Halving zeit | Blockhöhe |
|---|---|
| November 2012 | 210.000 Datum: 28. November 2012 Block-Reward: Reduktion von 50 BTC auf 25 BTC |
| Juli 2016 | 420.000 Datum: 9. Juli 2016 Block-Reward: Reduktion von 25 BTC auf 12,5 BTC |
| Mai 2020 | 630.000 Datum: 11. Mai 2020 Block-Reward: Reduktion von 12,5 BTC auf 6,25 BTC |
| April 2024 | 840.000 Datum: 20. April 2024 Block-Reward: Reduktion von 6,25 BTC auf 3,125 BTC |
Das nächste Bitcoin-Halving findet bei einer Blockhöhe von 1.050.000 statt, da das letzte Halving bei der Blockhöhe von 840.000 stattfand und alle 210.000 Blöcke ein Halving stattfindet.
An welchem Datum das nächste Halving genau stattfinden wird, ist derzeit nicht exakt vorhersehbar. In der Vergangenheit lagen jedoch meistens etwa 4 Jahre zwischen den einzelnen Halvings. Derzeit gehen die Schätzungen davon aus, dass das nächste Bitcoin-Halving im April 2028 ansteht.

Die Bitcoin-Halvings werden gerade von Investoren vielbeachtet, da sie die Marktdynamik rund um Bitcoin verändern. Durch die Verringerung der Blockbelohnung kommt es zu einer Verringerung der Verkaufsmenge durch Miner, da diese nur noch die Hälfte der bisherigen Blockbelohnungen erhalten und somit verkaufen können.
In der Theorie entspräche dies einer Verknappung des Angebots, was bei gleichbleibender Nachfrage rein ökonomisch einen positiven Einfluss auf den Kurs haben sollte.In der Realität stellen die Verkäufe der Miner nur einen Teil der Verkaufsaktivität dar, weshalb es auch nach einem Halving jederzeit zu Verlusten kommen kann.
Mit der regelmäßigen Verringerung der Block-Rewards wollten der bzw. die Entwickler dafür sorgen, dass es zu keiner übermäßigen Inflation kommt und die Angebotsmenge in einer vorgegebenen Rate wächst.
Hierdurch wollten sie das Ziel der langfristigen Wertbeständigkeit erreichen und einen Gegenentwurf zu Fiat-Geldsystemen schaffen, bei denen die Zentralbanken die Geldmenge bestimmen und die Inflation dadurch unvorhersehbarer und dynamischer ist.
Die Halvings sind damit auch ein zentraler Bestandteil des Knappheits-Narrativs rund um Bitcoin, da sie neben der absoluten Begrenzung der Angebotsmenge von 21 Mio. BTC dafür sorgen, dass das Angebot nicht zu schnell wächst und BTC bei gegebener Nachfrage immer ein eher knappes Gut ist.
Ein Blick auf die vergangenen Bitcoin-Halvings zeigt, dass der Bitcoin-Kurs nach den Halvings jeweils deutlich gestiegen ist und es zu einem Bullenmarkt kam:
Auch nach dem Halving im Jahr 2024 kam es in den darauffolgenden 1 ½ Jahren zu einem Anstieg von etwa 65.000 auf knapp 100.000 US-Dollar.
Die Gründe für die bisherigen Kurssteigerungen nach den Halvings sind vielfältig. Zum einen führt das Halving zu einem Angebotsschock und damit bei gleichbleibender oder sogar höherer Nachfrage zu einer Steigerung des BTC-Preises.
Zum anderen könnte aber auch die Erwartung steigender Preise nach einem Halving zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung führen und somit für den Kursanstieg sorgen.

Zudem sollte man beachten, dass Bitcoin vielen weiteren Einflussfaktoren unterliegt und es auch Zufall sein könnte, dass verschiedene Makro-Aspekte in genau diesem Zeitraum positiv ausgefallen sind und damit für einen Anstieg gesorgt haben.
Die Analyse der bisherigen Kursentwicklungen nach den Bitcoin-Halvings könnte den Eindruck erwecken, dass Kurssteigerungen nach diesen Events garantiert sind.
Dies ist jedoch nicht der Fall, da zukünftige Kursvorhersagen bei Bitcoin immer mit einer hohen Unsicherheit verbunden sind und es daher jederzeit zu Veränderungen der Marktdynamiken kommen kann. Zudem gilt, dass es selbst in Wachstumsphasen immer signifikante Rücksetzer gab, die die Steigerungen teilweise überstiegen.
Das Bitcoin Halving hat für die Miner weitreichende Folgen. Durch die Halbierung des Block-Rewards werden auch ihre Einnahmen halbiert, was einen hohen Druck auf die Miner ausüben kann.
Während die Einnahmen um 50% sinken, bleiben die Betriebskosten weiterhin auf dem bisherigen Niveau, was ineffiziente Miner in Schwierigkeiten bringen kann.

Dadurch werden besonders folgende Faktoren wichtig:
Für Miner ist die Nutzung von moderner und effizienter Hardware sehr wichtig, da alte Hardware aufgrund der verringerten Belohnung nicht mehr rentabel betrieben werden kann.
Da der Betrieb von Mining-Hardware sehr energieintensiv ist, siedeln sich Bitcoin-Miner meistens in Regionen mit niedrigen Stromkosten an. Dieser Aspekt wird gerade nach den Halvings sehr wichtig, da die Stromkosten einen signifikanten Anteil an den gesamten Betriebskosten des Minings haben.
Da es sehr unwahrscheinlich ist, als eigenständiger Miner einen Block zu finden, schließen sich Miner oftmals in Mining-Pools zusammen. Hierbei bündeln die Miner ihre Rechenleistung und teilen sich die Einnahmen der Block-Rewards. Die Mining-Pools gewinnen gerade nach Halving-Events an Bedeutung, da sie für ein geringeres Risiko bei den einzelnen Minern sorgen.
Die oben genannten Faktoren führen dazu, dass es nach den Halvings oftmals zu vielfältigen Veränderungen im Bereich der Bitcoin-Miner kommt.
Ineffiziente Miner scheiden oftmals aus, etablierte Miner rüsten ihre Hardware vor den Halvings auf und es kommt zu Konsolidierungen, da das Bitcoin-Mining oftmals nur noch durch Skaleneffekte rentabel betrieben werden kann.
Die Halvings haben somit zu einer Professionalisierung der gesamten Mining-Industrie gesorgt. Während früher noch jeder selbst auf seinem PC Bitcoin schürfen konnte, ist dies inzwischen quasi nur noch für große Mining-Operationen möglich.
Aufgrund der Kursanstiege nach den bisherigen Halvings ist für viele Investoren die Versuchung groß, einfach vor dem Halving All-In zu gehen, danach abzuwarten und nach einiger Zeit die Gewinne zu realisieren.
Dieser Ansatz birgt jedoch sehr hohe Risiken, da es keineswegs sicher ist, dass sich die Geschichte wiederholt und es nach dem nächsten Halving erneut zu Kurssteigerungen kommt. Die vergangenen Halvings haben bereits gezeigt, dass der Halving-Effekt deutlich nachgelassen hat und es daher denkbar ist, dass es nach den zukünftigen Halvings zu Abwärtsbewegungen kommt.
Dies liegt insbesondere daran, dass die Halvings nur einen von vielen Einflussfaktoren auf den Bitcoin-Kurs darstellen und vor allem Makro-Entwicklungen wie die Leitzinspolitik, aber auch die allgemeine wirtschaftliche und geopolitische Lage einen großen Einfluss auf den Bitcoin-Kurs haben.
Wer sich langfristig eine Bitcoin-Position aufbauen möchte, kann sich mit etablierten Strategien wie dem Dollar-Cost-Averaging beschäftigen. Hierbei kauft man regelmäßig – beispielsweise einmal im Monat – für einen bestimmten Betrag Bitcoin. Auf lange Sicht zahlt man dabei den Durchschnittspreis über die gesamte Dauer und ist daher weniger abhängig vom optimalen Timing. Auch für derartige Strategien gilt aber, dass Bitcoin grundsätzlich mit sehr hohen Risiken einhergeht und es daher auch hierbei zu weitreichenden Verlusten kommen kann.
Da die Zeit rund um die Halvings oftmals mit starken Kursschwankungen einhergeht, ist sie für viele aktive Trader interessant. Auch hierbei sind die Risiken jedoch sehr hoch, sodass jederzeit ein erheblicher Kursverfall möglich ist.

Rund um das Bitcoin-Halving halten sich viele Mythen und Missverständnisse. Die wichtigsten Fehlannahmen sind:
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Alex Fournier
, 689 ArtikelAlexander Fournier ist Blockchain-Projektmanager und seit fast einem Jahrzehnt leidenschaftlicher Investor im Bereich Kryptowährungen. Als täglich aktiver Autor bleibt er stets am Puls der Krypto-Welt, analysiert Trends und teilt fundierte Einblicke. Neben seiner redaktionellen Tätigkeit bietet er Coachings an, unterstützt bei Transaktionen und ist auf zahlreichen sozialen Plattformen präsent, um sich und seine Community immer auf dem neuesten Stand zu halten.