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Was sind Utility Token? Definition, Beispiele & Abgrenzung zu Security Token

Erstellt von: Author Image Alex Fournier

Geprüft durch: Paul Schröder

12 Min.

Utility Tokens sind in der Kryptowelt sehr verbreitet und oft der größte Teil der bei einem Projektstart ausgegebenen Tokens. Im Grunde sind es digitale Berechtigungen, die eine bestimmte Funktion innerhalb eines Blockchain-Projekts ermöglichen.

Wir erklären, was Utility Tokens sind, wie sie funktionieren und welche Möglichkeiten und Risiken eine Investition in sie bietet.


vitalik buterin
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Kurzdefinition – Was ist ein Utility Token?

Ein Utility Token ist ein digitaler blockchain-basierter Token, der primär dazu dient, Zugang zu einer bestimmten Dienstleistung oder Funktion in einem Krypto-Projekt zu ermöglichen.

Viele Projekte bringen ihren eigenen Utility-Token heraus, um zwei Dinge gleichzeitig zu erreichen:

1️⃣ Sie binden damit Kapital an das Projekt

2️⃣Sie geben Nutzern die Möglichkeit den Token für etwas zu verwenden.

Utility bedeutet in diesem Zusammenhang: Der Token hat einen klaren Zweck. Er erfüllt eine Aufgabe.

Die 4 Kernelemente eines Utility Tokens

  • Zugang zu einem digitalen Produkt/Service – Utility Token fungieren als Zugangstickets. Sie erlauben z.B. den Eintritt zu einer Plattform, die Nutzung einer App oder das Freischalten bestimmter Features.
  • Verwendung innerhalb des Ökosystems – Diese Token sind nur im jeweiligen Projektumfeld nützlich. Ihr Nutzen ist auf das Ökosystem beschränkt, für das sie geschaffen wurden.
  • Keine Dividende, kein Unternehmensanteil – Im Gegensatz zu Aktien oder sogenannten Security Token verleihen Utility Token keinerlei Eigentumsrechte am Unternehmen.
  • Technische Ausgabe meist als ERC-20-Token – Utility Tokens benötigen keine eigene Blockchain, sondern basieren oft auf etablierten Netzwerken.

Wie funktionieren Utility Token im Blockchain-Ökosystem?

In technischer Hinsicht sind Utility Token meist Smart Contracts auf einer bestehenden Blockchain. Das bedeutet, ein Projekt muss kein eigenes Netzwerk entwickeln, um einen Token herauszugeben. Stattdessen wird ein Token-Vertrag (oft nach ERC-20) entwickelt, der sämtliche Token-Transaktionen regelt.

So laufen viele Utility Token als ERC-20-Token auf Ethereum, als BEP-20 auf der BNB Chain oder als SPL-Token auf Solana.

🔑 Eintrittskarte und Zugangstoken 💰 Zahlungsmittel 🎁 Anreiz- und Belohnungssysteme
🔑

Utility Token als Eintrittskarte und Zugangstoken

  • Viele Utility Token fungieren als Zugangstickets zu bestimmten Produkten oder Dienstleistungen eines Projekts.
  • Sie gewähren dem Inhaber also Zugriffsrechte. Sie funktionieren wie Mitgliedskarten oder Softwarelizenzen. Wer den Token hat, darf hinein.
  • Dies kann beispielsweise in der Gaming-Branche sein, als Zugangsschlüssel, oder als Anmeldetoken für Zugang zu bestimmten Software-Features oder bestimmten Diensten.
💰

Der Utility Token als Zahlungsmittel

  • Ein bekanntes Beispiel ist BNB (Binance Coin), der ursprünglich als Utility Token der Kryptobörse Binance eingeführt wurde.
  • BNB-Inhaber können damit Handelsgebühren bezahlen und erhalten im Gegenzug Rabatte. BNB diente also als Zahlungsmittel im Binance-Ökosystem, um Dienstleistungen auf der Börse zu bezahlen.
  • Wichtig zu verstehen: Diese Token sind nicht mit gesetzlichen Zahlungsmitteln vergleichbar, sondern als funktionsgebundene Währungen innerhalb einer digitalen Plattform zu sehen.

Aber: Sie schaffen Wert. Der BNB Coin ist einer der Kapitalstärksten Kryptowährungen weltweit.

🎁

Der Utility Token als Anreiz- und Belohnungssysteme

  • Einige Projekte entwickeln Ihre Token so, dass Sie als Belohnungsmodell dienen. Beispielsweise für das Anschauen von Werbung.
  • Ein Beispiel im Content-Bereich ist der Basic Attention Token (BAT). Hier erhält man BAT als als Belohnung dafür, dass man Werbung ansieht oder mit bestimmten Inhalten interagiert.
  • Andere Plattformen verteilen Tokens als Reward für Beiträge zur Community, fürs Bereitstellen von Ressourcen (etwa Rechenleistung oder Liquidität) oder für Staking-Aktivitäten.
  • Auch Rabatt- oder Treueprogramme lassen sich mit Utility Tokens realisieren.

Wie entstehen Utility Token? 

Die Erstausgabe erfolgt oft im Rahmen eines Token Sale (z.B. ICO, IEO) oder durch Initial Token Distribution an Gründer, Investoren und die Community. Ist das Smart Contract einmal live, sind die Spielregeln unveränderlich (immutable).

Daher lassen viele Projekte vorab Sicherheitsaudits durchführen, um Fehler im Token-Code auszuschließen. Ein Fehler im Smart Contract könnte ansonsten fatale Folgen haben, da er nicht ohne Weiteres behoben werden kann.

Ein Utility Token kann entweder einmalig in fester Menge erstellt werden (z.B. 1 Milliarde Token, davon ein Teil sofort in Umlauf, der Rest gesperrt) oder dynamisch erzeugt werden (etwa durch Mining, Staking oder als Nutzungsreward).

Die Tokenomics spielen bei Utility Token ebenfalls eine Rolle

Nach der Ausgabe ist die Verwaltung der Token-Ökonomie entscheidend: Viele Projekte definieren Tokenomics, also Regeln zur Verteilung (wie viel geht ans Team, an Entwickler, an Nutzerbelohnungen), zu Vesting-Zeitplänen (gesperrte Token, die nach und nach freigegeben werden) und ggf.

zu Inflation/Deflation (manche Tokens sind inflationär, andere werden durch Burn-Mechanismen verknappt). Diese technischen und wirtschaftlichen Parameter beeinflussen den Kurs und die Nachfrage eines Utility Tokens maßgeblich.

Was ist ein Utility Token security?

Utility Token vs. Security Token – die wichtigsten Unterschiede

Ein häufiger Stolperstein ist die Abgrenzung von Utility Tokens zu Security Tokens (auch Wertpapier-Token genannt). Security Token verbriefen klassischerweise Eigentums- oder Ertragsrechte, ähnlich Aktien oder Anleihen, während Utility Token rein funktionale Zugangsrechte bieten. Die folgenden Kernunterschiede verdeutlichen das:

Utility Token vs. Security Token
Merkmal Utility Token Security Token
Zweck Zugang/Funktion im Netzwerk Anlage, Beteiligung, Vermögensrechte
Rechte Nutzung, ggf. Rabatte oder Stimmrecht Gewinn-, Zins- oder Eigentumsrechte
Beispiele BAT, Filecoin Digitale Aktien, Immobilien-Token
Regulierung MiCAR-Kryptowert, kein Wertpapier Wertpapier/Finanzinstrument, Prospektpflicht
Emission Einfach durch Projekte (mit MiCAR-Whitepaper) Nur mit Prospekt/Lizenz
Handel Frei auf Kryptobörsen Regulierte Plattformen, teils beschränkt
Regulierungsziel Transparenz, Verbraucherschutz Anlegerschutz, strenge Aufsicht

Warum diese Unterscheidung wichtig ist

Für Investoren und Projekte ist es entscheidend zu wissen, ob ein Token als Utility oder als Security gilt.

  • Security Token unterliegen der strengsten Regulierung (analog zu traditionellen Wertpapieren) was hohe rechtliche Anforderungen mit sich bringt (z.B. Genehmigung eines Wertpapierprospekts, Lizenzpflichten für Handelsplattformen).
  • Utility Token hingegen galten lange als weitgehend unreguliert, solange sie tatsächlich nur Nutzungszwecke erfüllten und keine Anlageprodukte darstellten. So konnte man über neue Coins mit Utility Token Kapital einsammeln, ohne ein Wertpapierprospekt vorzulegen.

Allerdings gab und gibt es Grenzfälle: Einige Token wurden als Utility verkauft, boten aber faktisch gewinnabhängige Vorteile oder ähnelten einer Aktienbeteiligung. Solche Vorgänge müssen zukünftig über die neue EU-Regulierung-MiCAR geprüft werden.

In solchen Fällen kann die Aufsicht (BaFin oder SEC etc.) trotzdem eine Wertpapier-Einstufung vornehmen, unabhängig vom Utility-Etikett. BaFin betonte bereits 2019, dass die bloße Bezeichnung als „Utility-Token“ nicht entscheidend ist – entscheidend ist die konkrete Ausgestaltung.

3 Beispiele & Anwendungsfälle von Utility Token

Um Utility Token greifbarer zu machen, betrachten wir nun einige konkrete Beispiele und Use Cases. Diese Auswahl zeigt die Bandbreite typischer Utility Token und warum sie als solche gelten:

Chainlink (LINK) Anwendungsfall: Orakel-Dienste (Daten für Smart Contracts)

Chainlink verknüpft Blockchains mit realen Datenquellen.

Der LINK-Token wird eingesetzt, um Node-Betreiber zu bezahlen, die korrekte Off-Chain-Daten liefern (z.B. Preise, Wetter). Smart Contracts, die externe Daten brauchen, verwenden LINK als Zahlungsmittel an die Orakel-Nodes. LINKs Utility ist die Zugangsgewährung zu den Datenfeeds, wenn Investoren Chainlink kaufen.

Uniswap (UNI) Anwendungsfall: Austausch & Governance

UNI ist eigentlich als Governance-Token des Uniswap-Protokolls bekannt, doch auch hier kann man Utility-Aspekte sehen: UNI-Inhaber können über Protokoll-Upgrades und Gebührenmodelle abstimmen.

Zudem wurde UNI rückwirkend an Nutzer verteilt (Retroactive Airdrop) als Belohnung für frühe Nutzung der Plattform.

Utility Token metaverse

The Sandbox (SAND) Anwendungsfall: Metaverse & Gaming

Dies ist der Utility Token der virtuellen Welt The Sandbox.

Teilnehmer benötigen SAND, um virtuelle Grundstücke (LAND NFTs) zu kaufen, ihren Avatar auszurüsten oder In-Game-Gegenstände zu handeln. Es ist zudem im Ökosystem der Transaktionstoken.

Chancen und Risiken von Utility Token

Chancen🟢

  • Frühe Innovationsbeteiligung: Sie steigen früh in neue Technologien ein und profitieren, wenn Nutzung und Nachfrage wachsen.
  • Netzwerk und Preis: Steigt die Aktivität im Netzwerk, steigt oft auch der Token-Preis.
  • Keine Verwässerung: Keine Dividenden- oder Gewinnpflichten; Projekte können Kapital vollständig ins Wachstum stecken.
  • Konkrete Vorteile & Rewards: Holder bekommen Vorteile (niedrigere Gebühren, Rabatte, exklusive Inhalte oder Staking-Prämien).
  • Community-Effekte: Token schaffen Bindung; aktive Communities treiben Adoption und damit potenziell den Token-Wert.

Risiken🔴

  • Starke Kursschwankungen: Utility Token sind extrem volatil. Preise fallen oft genauso schnell wie sie steigen.
  • Projekt- und Nutzungsrisiko: Wenn das Projekt scheitert oder der tatsächliche Nutzen ausbleibt, verliert der Token seinen Kernzweck.
  • Kaum Regulierung oder Schutz: Da Utility Token rechtlich selten Finanzinstrumente sind, gibt es praktisch keinen Anlegerschutz.
  • Rechtliche Unsicherheit: Neue Regulierungen wie MiCAR könnten Anforderungen verschärfen oder Token rückwirkend als Wertpapiere einstufen.
  • Sicherheitsrisiken: Smart-Contract-Fehler, Chain-Probleme oder Wallet-Verlust können Token unwiederbringlich zerstören.

Utility Token kaufen & nutzen – was sollte man wissen?

Auf dem Markt erscheinen immer wiede neue Presales, die einen Utility Token im Vorverkauf anbieten. Hier finden sich natürlich Renditepotenzial und absolutes Risiko.

Die meisten etablierten Utility Tokens sind jedoch auf Kryptobörsen handelbar. Dazu zählen große internationale Exchanges genauso wie einige regulierte europäische Handelsplätze. Hier eine Übersicht:

  • Krypto-Börsen: Die meisten etablierten Utility Tokens sind auf Kryptobörsen erhältlich. Dort kauft man per Euro, Dollar oder direkt per Kryptowährung. Plattformen wie Kraken, Coinbase oder Binance listen viele dieser Tokens, während Security Token oft nur auf spezialisierten Handelsplätzen verfügbar sind.
  • Token Sales / Launchpads: Neue Projekte verkaufen ihre Utility Tokens häufig direkt an frühe Unterstützer, über ICOs oder Launchpads. Investoren erwerben die Tokens meist gegen ETH, BTC oder Stablecoins, oft noch vor dem Börsenlisting.
  • Dezentrale Börsen (DEX): Utility Tokens auf Chains wie Ethereum lassen sich auch über DEXs wie Uniswap oder PancakeSwap handeln. Man tauscht Token direkt aus der eigenen Wallet.

Investoren aufgepasst: Sollte man in Utility Token investieren?

Insgesamt sollten Sie als Anleger bei Utility Token immer bedenken. Fundamentale Nutzungsdaten (On-Chain-Daten) sind wichtig zu verstehen.

Etwa aktive Adressen, Transaktionsvolumen oder gesperrte Werte in einem Protokoll. Diese können helfen, die Substanz eines Utility Tokens einzuschätzen.

Wenn die On-Chain-Nutzung steigt, ohne dass der Preis völlig davonläuft, kann das ein gutes Zeichen sein. Umgekehrt: Explodiert der Kurs, aber kaum jemand nutzt die Plattform tatsächlich, ist Skepsis angebracht.

So oder so, Diversifikation und gründliche Recherche sind auch im Utility-Token-Segment unverzichtbar.

5 Punkte Utility-Token-Checkliste: Das sollten Sie immer prüfen

Sicherheit & Datenschutz

1️⃣Warum existiert der Token?

Fragen Sie sich zuerst: Welches Problem löst das Projekt überhaupt? Gibt es einen echten Anwendungsfall, oder wurde der Token nur erstellt, um Kapital einzusammeln?

Ein seriöses Projekt kann klar erklären, wofür der Token gebraucht wird und warum er notwendig ist.

2️⃣Welche Funktion hat er konkret?

Sie sollten genau wissen, was Sie mit dem Token tun können. Dient er als Zugangsschlüssel?

Als Zahlungsmittel im Netzwerk? Für Governance oder Gebühren? Nur wenn der Token einen unverzichtbaren Nutzen innerhalb des Systems hat, handelt es sich wirklich um einen Utility Token.

3️⃣Tokenomics: Angebot, Verteilung, Inflation

Schauen Sie sich Zahl und Struktur der Token an: Wie groß ist das maximale Supply? Wer erhält wie viele Tokens, Team, Investoren, Community?

Wie hoch ist die Inflation? Kritisch wird es, wenn große Mengen an Team- oder Investorentokens erst später freigeschaltet werden. Das kann massiven Druck auf den Kurs ausüben. Ein solides Projekt zeigt Vesting-Pläne offen und nachvollziehbar.

4️⃣Wer steht hinter dem Projekt?

Prüfen Sie, wer das Ganze baut. Gibt es ein sichtbares Team oder zumindest eine aktive Entwicklercommunity?

Werden auf GitHub regelmäßig Updates veröffentlicht? Wird die Roadmap eingehalten? Wenn Sie kaum Informationen finden oder das Team komplett abgetaucht ist, sollten Sie sehr vorsichtig sein.

5️⃣Kursverlauf & Liquidität

Analysieren Sie, wie sich der Token bisher entwickelt hat. Ein stark schwankender oder dauerhaft fallender Kurs deutet auf Risiken hin.

Ebenso entscheidend: Liquidität. Wenn ein Token nur auf kleinen Börsen mit wenig Volumen gehandelt wird, kann der Verkauf später schwierig werden.

Utility Token und Steuerliche Grundaspekte

Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen (damit auch Utility Tokens) unterliegen für Privatpersonen der Einkommensteuer, sofern zwischen Anschaffung und Veräußerung weniger als ein Jahr liegt (sog. privates Veräußerungsgeschäft nach §23 EStG).

Verkaufen Sie also Token mit Gewinn innerhalb eines Jahres, ist der Gewinn zu Ihrem persönlichen Steuersatz zu versteuern.

ABER: Halten Sie die Token länger als ein Jahr, bleibt der Verkauf steuerfrei. Auch wenn zwischendurch Staking oder Lending betrieben wurde, hat das BMF klargestellt, dass keine Verlängerung der Haltefrist mehr erfolgt.

FAQ zu Utility Token

Was ist ein Utility Token in einfachen Worten?

Woran erkenne ich, ob ein Token ein Utility Token ist?

Wie unterscheidet sich ein Utility Token von einem Security Token?

Sind Utility Token reguliert oder legal?

Muss ich Steuern zahlen, wenn ich Utility Token verkaufe?

Ist ein Utility Token ein Wertpapier?

Wie nutzt man Utility Token?

Welche Risiken gibt es beim Investment in Utility Token?

Alex Fournier

Alex Fournier

, 689 Artikel

Alexander Fournier ist Blockchain-Projektmanager und seit fast einem Jahrzehnt leidenschaftlicher Investor im Bereich Kryptowährungen. Als täglich aktiver Autor bleibt er stets am Puls der Krypto-Welt, analysiert Trends und teilt fundierte Einblicke. Neben seiner redaktionellen Tätigkeit bietet er Coachings an, unterstützt bei Transaktionen und ist auf zahlreichen sozialen Plattformen präsent, um sich und seine Community immer auf dem neuesten Stand zu halten.

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