Kritik an Trumps World Liberty Financial wächst: Fällt WLFI auf 0?
Mit einem Kursverlust von rund 20 Prozent in den letzten sieben Tagen ist World Liberty Financial aktuell von Schwäche gekennzeichnet. Doch was steckt hinter der Kritik an WLFI?
Die Kritik an World Liberty Financial nimmt zu, WLFI fällt um 20 Prozent.
Liquiditätsrisiken prägen das Bild, neue Kreditposition schockt den Markt.
Fragen zur Teamzusammensetzung machen die Runde, FUD um Distanz der Trump-Söhne.
World Liberty Financial steht aktuell so stark in der Kritik wie selten zuvor. Auslöser sind mehrere Entwicklungen, die sich in den vergangenen Tagen überlagert haben: neue Vorwürfe rund um die Rolle der Trump-Familie, Diskussionen über Änderungen auf der Website und vor allem eine umstrittene DeFi-Transaktion rund um den WLFI-Token.
Parallel dazu geriet auch der Kurs deutlich unter Druck. Laut CoinMarketCap fiel WLFI am 11. April auf ein neues Allzeittief bei 0,07714 US-Dollar und notierte zuletzt nur noch knapp bei 0,08 US-Dollar. Damit hat der Markt die jüngsten Schlagzeilen unmittelbar eingepreist.
WLFI: Kritik an Trumps Verbindung – FUD oder Scam?
Besonders viel Aufmerksamkeit bekam zuletzt eine Debatte auf X über die öffentliche Darstellung von World Liberty Financial. Der Account Eljaboom schrieb, er habe auf der WLFI-Website die Teammitglieder nicht mehr gefunden und fragte öffentlich, was dort vor sich gehe. Kurz darauf legte StrongHedge nach und behauptete, die Veränderungen gingen tiefer: Während der Presale-Phase seien Mitglieder der Trump-Familie noch als Mitgründer dargestellt worden, später seien ihre Rollen zu „Web3 Ambassadors“ angepasst worden, inzwischen sei die Teamseite ganz entfernt worden. Diese Posts verbreiteten sich schnell, weil sie in ein ohnehin sensibles Narrativ rund um Transparenz, Governance und politische Verflechtungen passten.
Remember when @erictrump started deleting crypto tweets on $WLFI, this runs much deeper…
During the @worldlibertyfi presale: – all the Trump family members were Co-founders
After the presale: – their positions were adjusted to Web3 Ambassadors
Ganz unbeantwortet blieb die Kritik jedoch nicht. Zach Witkoff widersprach der Darstellung öffentlich und erklärte, die Website sei bereits vor Monaten neu gestaltet worden. Don und Eric Trump würden das Projekt weiterhin regelmäßig bewerben und führten World Liberty Financial sogar in ihren X-Bios, weshalb die Vorwürfe aus seiner Sicht klar unter „FUD“ fielen.
Hey @Eljaboom we redesigned the website months ago. Don and Eric tweet about the project weekly and even have @worldlibertyfi in their twitter bios. This is clearly FUD.
Damit stehen sich aktuell zwei Lesarten gegenüber: Kritiker sehen in den Änderungen einen Versuch, öffentliche Distanz zu schaffen; das Umfeld von WLFI spricht dagegen von einer normalen Überarbeitung der Website ohne tieferen Hintergrund.
Faktisch lässt sich festhalten, dass die offizielle World-Liberty-Website derzeit keine „Meet our team“-Sektion mehr prominent ausweist. Ein Sprecher von World Liberty erklärte damals, die Website werde fortlaufend aktualisiert. Zugleich zeigen die offiziellen WLFI-Risikohinweise, dass die ökonomische Verbindung des Trump-Umfelds zum Projekt weiterhin erheblich ist: DT Marks DEFI LLC, ein mit Donald Trump und Familienmitgliedern verbundenes Vehikel, hält laut Dokumentation rund 38 Prozent an WLF Holdco LLC; außerdem heißt es dort ausdrücklich, dass Trump-nahe Parteien 22,5 Milliarden WLFI halten und DT Marks DEFI LLC Anspruch auf 75 Prozent der Erlöse aus WLFI-Tokenverkäufen nach Abzügen hat.
Dolomite-Kredit, Liquiditätsdebatte und Kursdruck bei WLFI
Noch gravierender für den Markt war jedoch die On-Chain-Debatte um eine große Kreditposition auf Dolomite. Arkham veröffentlichte am 10. April, dass das WLFI-Team rund 406,23 Millionen US-Dollar in WLFI über zwei Wallets als Sicherheit hinterlegt habe, um insgesamt 150 Millionen USDC zu leihen. Arkham ergänzte, dass diese Position 4,99 Prozent des WLFI-Angebots und 97,8 Prozent der WLFI-Kapazität auf Dolomite ausmache. Gerade diese Dimension sorgte in der Community für Kritik, weil hier der eigene Governance-Token als Kollateral genutzt wurde, um in großem Umfang Stablecoins aufzunehmen.
The WLFI Team is borrowing $150M USDC against $400M WLFI on Dolomite.
The WLFI Team is lending $406.23M of WLFI across 2 wallets. That is 4.99% of the supply, and 97.8% of the WLFI cap on Dolomite.
So habe diese Konstruktion die Diskussion über Konzentrations- und Liquiditätsrisiken deutlich verschärft. Demnach wurde die USD1-Lending-Pool-Nutzung auf Dolomite durch den Vorgang massiv nach oben getrieben, wodurch es für andere Nutzer schwerer geworden sei, Kapital abzuziehen. Zusätzlich wiesen Beobachter auf die personellen Überschneidungen hin: Corey Caplan, Mitgründer von Dolomite, fungiert laut Bericht zugleich als offizieller Berater von World Liberty Financial.
World Liberty Financial selbst wies die Sorgen zurück. So argumentierte das Team, man sei einer der größten Supplier und Borrower auf WLFI Markets, die Position sei nicht annähernd liquidationsgefährdet, und im Zweifel könne weiteres Kollateral gestellt werden. Der Markt blieb dennoch skeptisch.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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