Krypto Vorschau: Diese Woche wird es ernst für den CLARITY Act

Der Clarity Act dürfte in den kommenden Tagen einen Meilenstein erreichen – das wichtige Markup im Senat. Dennoch stellt sich die Frage nach den Chancen. Denn die Entscheidung naht.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 4 Min. read
Krypto Vorschau: Diese Woche wird es ernst für den CLARITY Act

Das Wichtigste in Kürze

  • Entscheidung beim Clarity Act erwartet, Schlüssel-Abstimmung am Donnerstag.
  • Demokratische Senatoren zwiegespalten, Druck der Bankenlobby bleibt hoch.
  • Polymarket sieht 62 Prozent Wahrscheinlichkeit für Clarity Act in 2026.

Der CLARITY Act gilt als eines der wichtigsten Gesetzesvorhaben für den US-Kryptomarkt seit Jahren. Schon seit Monaten blickt die Branche gespannt nach Washington, denn erstmals könnte ein umfassender regulatorischer Rahmen für digitale Assets entstehen.

Nun steht eine entscheidende Woche bevor. Am Donnerstag soll der Senate Banking Committee erstmals offiziell über den Gesetzesentwurf abstimmen. Für viele Marktteilnehmer ist das ein historischer Moment. Scheitert der Prozess erneut, könnte sich die Regulierung wegen des US-Wahlkalenders wieder deutlich verzögern. Gelingt hingegen der Durchbruch, wäre das ein stark bullisches Signal für den gesamten Kryptosektor. Besonders die kommenden Tage dürften daher für hohe Aufmerksamkeit sorgen.

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Warum diese Woche für den CLARITY Act historisch werden könnte

Der Kryptomarkt blickt aktuell gespannt auf Donnerstag. Dann soll das Senate Banking Committee um 10:30 Uhr EST erstmals offiziell über den CLARITY Act abstimmen. Laut dem Analysten Nic von X wäre dies die erste formelle Ausschussabstimmung über ein umfassendes US-Marktstrukturgesetz für Kryptowährungen überhaupt. Entsprechend hoch ist die Bedeutung. Seit 2019 wird an entsprechenden regulatorischen Rahmenwerken gearbeitet, nun könnte erstmals Bewegung in den Prozess kommen.

Bereits erzielt wurde offenbar ein wichtiger Kompromiss beim Thema Stablecoin-Renditen. Demnach sollen aktivitätsbasierte Rewards erlaubt bleiben, klassische Verzinsungen auf ungenutzte Guthaben jedoch verboten werden. Laut Nic habe selbst die Kryptobranche dem Kompromiss bereits zugestimmt. Coinbase-CEO Brian Armstrong erklärte demnach sogar öffentlich: „Mark it up.“

Dennoch bleiben mehrere Streitpunkte offen. Bankenverbände versuchen offenbar kurzfristig erneut Änderungen an den Yield-Regeln durchzusetzen. Zusätzlich sorgt eine Debatte über Ethik-Regeln für Spannungen. Senator Thom Tillis fordert ein Verbot für Regierungsvertreter, direkt von Kryptowährungen zu profitieren – ein Thema, das indirekt auch Donald Trumps eigene Krypto-Aktivitäten betrifft. Hinzu kommen Diskussionen über die Regulierung von DeFi-Protokollen und die Sicherung aller republikanischen Stimmen im Ausschuss.

Für Donnerstag sehen Beobachter nun drei Szenarien: ein sauberer Durchbruch wäre klar bullisch, Änderungen am Gesetz moderat positiv, während eine Verzögerung oder Blockade als deutlich bearish für den Kryptomarkt gelten würde.

So stehen die wichtigsten Senatoren laut Galaxy Research zum CLARITY Act

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Abstimmung durch eine neue Analyse von Galaxy Research. Dort wurde kartiert, wie die wichtigsten Demokraten im Senate Banking Committee aktuell zum CLARITY Act und generell zur Krypto-Regulierung stehen. Das Ergebnis zeigt ein gespaltenes Bild.

Laut Galaxy gelten lediglich zwei Demokraten als klar konstruktiv beziehungsweise pro regulatorischem Rahmen: Ruben Gallego und Angela Alsobrooks. Beide unterstützen grundsätzlich eine regulierte Kryptoindustrie und haben sich bereits positiv zu Stablecoin-Gesetzen positioniert. Besonders Gallego gilt dabei als wichtiger Vermittler innerhalb der Partei.

Vier Senatoren werden hingegen als klassische „Deal-Maker“ eingeordnet. Dazu zählen Mark Warner, Catherine Cortez Masto, Andy Kim und Raphael Warnock. Diese Politiker gelten nicht grundsätzlich als kryptofeindlich, verlangen jedoch starke Regeln zu Geldwäsche, Verbraucherschutz und nationaler Sicherheit. Genau diese Gruppe dürfte letztlich entscheidend werden, ob ein Kompromiss gelingt.

Als unsicherer Swing-Faktor wird Lisa Blunt Rochester gesehen. Sie unterstützte teilweise frühere Vorstöße, fordert aber ebenfalls strengere AML- und Kontrollmechanismen.

Demgegenüber stehen bekannte Gegner wie Elizabeth Warren, Jack Reed, Tina Smith und Chris Van Hollen. Besonders Warren bleibt eine der lautstärksten Kritikerinnen der Branche und warnt regelmäßig vor Geldwäsche, Verbraucherrisiken und finanzieller Instabilität durch Kryptowährungen.

Galaxy Research schätzt die Chancen, dass der CLARITY Act 2026 tatsächlich Gesetz wird, aktuell auf ungefähr 50:50 ein. Genau deshalb könnte diese Woche für den gesamten Kryptomarkt wegweisend werden.

Polymarket zeigt weiter große Unsicherheit beim CLARITY Act

Trotz der wichtigen Fortschritte bleibt die Unsicherheit am Markt hoch. Das zeigt aktuell auch die Wettplattform Polymarket. Zeitweise stiegen die Wahrscheinlichkeiten für eine Unterzeichnung des CLARITY Acts im Jahr 2026 noch auf rund 75 Prozent an. Im Tagesverlauf kam jedoch deutlicher Verkaufsdruck auf, sodass die Quoten zuletzt wieder auf nur noch 62 Prozent zurückfielen.

polymarket

Damit wird deutlich: Händler und Investoren bleiben vorsichtig. Zwar sehen viele Marktteilnehmer die aktuelle Woche als historischen Wendepunkt für die US-Krypto-Regulierung, gleichzeitig sorgen die offenen Streitpunkte weiterhin für Nervosität.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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