Makroumfeld drückt Bitcoin nachhaltig unter 80.000 US-Dollar: Warum der Markt „Risk-off“ fährt

17 Stunden ago by · 4 Min. read

Bitcoin Kurs unter 80.000 US-Dollar: Liquidationen, Fed-Sorgen und Nahost-Spannungen drücken auf die Kurse. Alle Infos.

Der Kryptomarkt ist lange schon zäh, über das Wochenende ist die Stimmung nun noch eine Etage tiefer gelandet. Bitcoin hängt wieder unter 80.000 US-Dollar fest, Ethereum bei 2300 US-Dollar, ein Fear-and-Greed-Index zurück in extremer Angst. Was ist passiert und wie geht es weiter?

Bitcoin fällt unter 80.000 US-Dollar, Risk-Off an den Märkten

Es mag dem ein oder Anderen schwer fallen zuzugeben, aber schaut man auf die Faktenlage sieht es aktuell ziemlich düster aus für Bitcoin & Co. Die Angst dominiert die Märkte. Es handelt sich um eine Fortsetzung eines längeren, stetigen Rückgangs bei zunehmenden Liquiditätssorgen.

Mit Trumps Wahl des neues Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh könnte möglicherweise weniger „frisches Geld“ im System landen, sollte die US-Notenbank künftig restriktiver agieren, Coinspeaker berichtete. Entscheidend ist auch gar nicht, ob Warsh „pro Krypto“ ist, sondern dass Investoren erwarten, dass unter ihm Geldpolitik möglicherweise wieder straffer werden. Krypto hat immer von hoher Liquidität und einer großen Fed-Bilanz profitiert, doch das könnte jetzt in nachhaltig ins Straucheln geraten, wenn sich die Erwartungen drehen.

Auch geopolitisch sieht es düster aus. Zwei Explosionen im iranischen Hafen nahe Bandar Abbas, die demnach auf Gaslecks zurückgeführt wurden und gleichzeitig über erhöhte Alarmbereitschaft im Iran nach Trumps Aussagen, Kriegsschiffe in den Golf zu schicken.

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Nur ein Rücksetzer im intakten Bullenmarkt?

Bekanntlich stirbt die Hoffnung zu letzt. Immer wieder finden sich auf Social Media auch Argumente, warum nach wie vor ein bullisches Szenario denkbar wäre.

Analyst Benjamin Cowen von Into The Cryptoverse ist beispielsweise der Meinung, dass Bitcoin möglicherweise noch einen weiteren starken Aufwärtsschub vor sich habe, vergleiche man die Charts mit denen von Google und Nvidia. Ein Retest eines früheren Tiefs könnte für ihn der Auftakt für die nächste starke Aufwärtsphase sein.

Massenliquidationen: 1.000.000.000 US-Dollar innerhalb von 4 Stunden

Was man dagegen nicht schön reden kann, sind die Spuren im Derivatehandel. Laut den Daten von Glassnode gab es in den letzten Tagen Liquidationen in Billionenhöhe, bei denen Long-Positionen rasant schnell abgebaut werden.

Sobald ein abrupter Kursrutsch Trader „an Risiken erinnert“, können Preisbewegungen sich selbst verstärken. Stopps, Margin Calls und erzwungene Schließungen drücken zusätzlich auf den Kurs und schaffen dadurch wiederum neue Auslöser.

Für Altcoins gilt das wie immer typischerweise noch stärker, weil Liquidität und Orderbuchtiefe oft deutlich dünner sind; hier reicht schon weniger Druck für größere Ausschläge. Ethereum ist unter 2.300 US-Dollar gefallen, Solana unter 100 US-Dollar.

Bekommt Strategy bald Probleme?

Michael Saylor und Strategy ist nicht wegzudenken aus dem Kryptomarkt. Doch aktuell verpuffen die Gewinne nach und nach und die Null rückt immer näher. Strategy weist per 02.02.2026 einen durchschnittlichen Erwerbskurs von 76.052 US-Dollar aus. Dass Bitcoin aktuell nur moderat darüber notiert, macht die Aktie und die Narrative darum herum besonders sensibel.

Aus „unter Wasser“ folgt jedoch nicht automatisch „muss verkaufen“. Strategy beschreibt seine Bitcoin-Position ganz klar als langfristige Treasury-Strategie; Details zu Beständen und Kennzahlen werden regelmäßig offengelegt.

Makro-Realität: Fed bleibt vorsichtig; Truflation zeigt Abkühlung, aber der Markt traut dem Frieden nicht

Die Fed hat Ende Januar den Leitzins unverändert gelassen und in ihrer Erklärung betont, die Inflation sei weiterhin „somewhat elevated“; zugleich verweist sie auf Unsicherheiten im Ausblick.

Auf der anderen Seite stehen Daten, die eine Abkühlung signalisieren: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen zuletzt bei 209.000, also eher Stabilität statt Rezession.

Doch selbst „gute“ Inflationssignale sind nicht automatisch bullisch. Wenn Märkte sinkende Inflation als Zeichen einer wirtschaftlichen Abkühlung interpretieren, kann Krypto kaum davon profitieren.

Was bleibt unterm Strich? Lies hier: Bitcoin Kurs Prognose: Stehen Kryptowährungen vor einem neuen Bärenmarkt?

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