Ray Dalio wettert gegen Bitcoin: Das “digitale Gold” sei nicht sicher genug

15 Minuten ago by · 3 Min. read

Ray Dalio zweifelt an Bitcoin: BTC sei zu transparent und langfristig durch Quantencomputer gefährdet. Zentralbanken kauften lieber Gold.

Ray Dalio stellt das „digitale Gold“-Narrativ infrage. Seine Kernaussage: Für Zentralbanken sei BTC schon wegen fehlender Privatsphäre und langfristiger Technikrisiken kein sinnvoller Reserveanker. Gleichzeitig zeigt der Kurs: Es geht wieder vorwärts: Der Bitcoin-Kurs schoss heute im Lauf des Tages bis zur Zeit des Schreibens knapp über 73.000 US-Dollar

Ray Dalio gegen „digitales Gold“

Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, hat seine Bitcoin-Skepsis in einem kürzlichen Podcast erneut zugespitzt.

Im Kern sagt er: Bitcoin habe zwar Eigenschaften von „hartem Geld“, aber als Geldform sei der Markt „klein“ im Verhältnis zu Gold – und Gold bleibe das einzige echte Gold.

Entscheidend ist bei ihm weniger die Volatilität, sondern die Institutionenfrage: Zentralbanken seien Teil des „Geldfundaments“ – und genau diese Käuferseite sieht er bei Bitcoin nicht.

Der Timing-Effekt ist bemerkenswert. Während an den Märkten wegen der Nahost-Eskalation der Puls hochgeht, springt Bitcoin wieder über die Marke von 73.000 US-Dollar.

Warum Notenbanken beim echten Gold bleiben

Dalios „Zentralbanken wollen kein BTC“ ist eine These – aber sie trifft einen Punkt, der sich an den Reserven ablesen lässt: Gold ist weiterhin das klassische Notenbank-Asset.

Der World Gold Council meldet für Januar Nettozukäufe von fünf Tonnen – weniger als der Durchschnitt von 2025, aber weiterhin ein Plus.

Parallel gibt es neue staatliche Goldprogramme, etwa in Uganda, wo die Zentralbank ab März ein eigenes Kaufprogramm starten will.

Für Bitcoin ist das keine Petitesse, sondern die Messlatte: Wenn BTC wirklich „digitales Gold“ sein soll, müsste er irgendwann auch in Reserveportfolios institutionell „normal“ werden – inklusive Verwahrung, Bilanzierung und politischer Akzeptanz.

Wer Dalios makropolitische Grundlinie nachlesen will: In einer früheren Einordnung zur bröckelnden Weltordnung und Michael Saylors Bitcoin-Konter greift Coinspeaker genau dieses Spannungsfeld „Geopolitik trifft Vermögensschutz“ auf.

Privatsphäre: Bitcoin ist transparent, nicht anonym

Dalios schärfster Satz im Podcast zielt auf Privatsphäre: Bitcoin biete „keine privacy“, Transaktionen könnten überwacht und indirekt sogar kontrolliert werden.

Technisch ist das nicht aus der Luft gegriffen: Das Bitcoin-Projekt selbst betont, dass Bitcoin mit einem ungewöhnlich hohen Transparenzgrad funktioniert – Transaktionen sind öffentlich, nachvollziehbar und dauerhaft im Netzwerk gespeichert.

Das heißt nicht, dass jede Adresse automatisch eine Identität ist, aber: Sobald Adressen mit Realwelt-Daten verknüpft werden, wird die Kette rückwärts plötzlich sehr hell.

Der politische Teil dieser Debatte wird gerade in Europa lauter. Bei Coinspeaker findet sich dazu ein Hintergrundstück über DAC8 und die kommende Steuertransparenz, die Krypto-Dienstleister zu umfangreicher Datenerfassung verpflichtet.

Quantencomputer: Risiko, aber nicht morgen früh

Als zweites Langfristrisiko nennt Dalio Quantencomputer – die Idee, dass künftige Systeme heute gängige Kryptografie knacken könnten.

Post-Quantum-Kryptografie könnte explizit als Antwort auf die „künftige Bedrohung“ durch Quantencomputer gesehen werden, die viele heute verbreitete Verfahren potenziell brechen könnten.

Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte theoretisch Private Keys aus Public Keys ableiten. Allerdings liegt die dafür nötige Hardware weit über dem heutigen Stand.

Coinspeaker hatte Ende 2025 die Debatte um Quantum Computing und Bitcoin bereits ausführlich aufgedröselt, inklusive der Frage, welche Zeitachsen realistisch sind.

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