Die Divergenz zwischen Bitcoin und Nasdaq ist deutlich: Bitcoin hat Mühe, wieder an Dynamik zu gewinnen, während Big Tech widerstandsfähig bleibt.
Hayes führt dies auf erste Vorbeben einer KI-gesteuerten Kreditkontraktion zurück, die sich auf die Stabilität von Arbeitsplätzen und Kreditausfälle auswirkt.
BitMEX-Mitbegründer Arthur Hayes hat eine Warnung vor der Divergenz zwischen Bitcoin und Nasdaq ausgesprochen, die auf bevorstehenden Stress bei der Dollar-Liquidität hindeutet. Hayes argumentiert, dass diese Divergenz, die durch rückläufige institutionelle Zuflüsse seit den Höchstständen des Assets im Oktober 2025 verschärft wurde, als Frühindikator für eine breitere Kreditklemme dient, die durch KI-bezogene wirtschaftliche Veränderungen vorangetrieben wird.
Das obige Diagramm zeigt das Verhältnis des Bitcoin-Preises zum Wert des Nasdaq 100 Index. Ein steigendes Verhältnis deutet darauf hin, dass Bitcoin den Nasdaq 100 outperformt, während ein fallendes Verhältnis das Gegenteil nahelegt.
Er beschreibt Bitcoin als „globalen Fiat-Liquiditäts-Feueralarm“, was bedeutet, dass er tendenziell schneller und empfindlicher auf Veränderungen der Fiat-Kreditbedingungen reagiert als traditionelle Aktien.
Die aktuelle Spaltung deutet seiner Meinung nach auf eine Verknappung der Dollar-Liquidität und ein bevorstehendes deflationäres Kreditereignis hin.
Bitcoin-Nasdaq-Divergenz: Der Zusammenbruch der Korrelation
In den meisten Jahren nach 2020 wurde Bitcoin im Gleichschritt mit Technologieaktien gehandelt und diente als Proxy für die Risikobereitschaft. Die aktuelle Trennung, bei der der Nasdaq stabil bleibt, während Bitcoin nach unten tendiert, signalisiert jedoch einen potenziellen Bruch in der zugrunde liegenden Marktdynamik. Hayes legte in seinem neuesten Essay mit dem ironischen Titel „This Is Fine“ dar, dass Krypto oft zuerst auf Änderungen der Fiat-Kreditbedingungen reagiert.
Während Aktien effektiv zukünftige Gewinne einpreisen, reagiert Krypto empfindlicher auf die Netto-Dollar-Liquidität – also die Verfügbarkeit von Bargeld im Bankensystem im Vergleich zu Vermögenswerten, die durch Fazilitäten wie das Reverse-Repo-Programm der Federal Reserve abgezogen werden. Diese Divergenz deutet darauf hin, dass der Aktienmarkt die Kreditverknappung noch nicht eingepreist hat, während der Kryptomarkt bereits auf den Entzug monetärer Puffer reagiert.
Was die Liquiditätswarnung von Arthur Hayes für institutionelle Bitcoin-Flows bedeutet
Die Divergenz zwischen Bitcoin und Nasdaq ist deutlich: Bitcoin hat Mühe, wieder an Dynamik zu gewinnen, während Big Tech widerstandsfähig bleibt. Hayes führt dies auf erste Vorbeben einer KI-gesteuerten Kreditkontraktion zurück, die sich auf die Stabilität von Arbeitsplätzen und Kreditausfälle auswirkt.
Jüngste Flow-Daten scheinen die Liquiditätsthese zu untermauern. Während Tech-Aktien ihren Wert halten, gingen Rückgänge des Bitcoin-Preises mit einem schwindenden institutionellen Interesse einher, was eine Risk-off-Stimmung unter Händlern widerspiegelt. Darüber hinaus verzeichneten Kryptoprodukte kürzlich einen Nettoabfluss von 1,7 Milliarden USD, was die These stützt, dass Kapital den Sektor verlässt, wenn sich die Liquidität verknappt.
Trotz der kurzfristig negativen Preisentwicklung kapitulieren nicht alle Gruppen. Analysen deuten darauf hin, dass Bitcoin-ETF-Halter einen Absturz von 44 % erlitten, aber dennoch „Diamond Hands“ bewiesen und sich weigerten, in den Dip hinein zu verkaufen. Diese Aufspaltung zwischen kurzfristigen Liquiditätsströmen und der Überzeugung langfristiger Halter verkompliziert das Signal.
Trader beobachten nun kritische technische Zonen, um die Stichhaltigkeit von Hayes‘ Liquiditätsausblick zu prüfen. Sollte die Entkopplung anhalten, könnte Bitcoin weiterem Abwärtsdruck ausgesetzt sein und das Unterstützungsniveau von 60.000 USD testen. Ein Durchbruch unter diese psychologische Grenze könnte den Weg in Richtung der Sommertiefs um 50.000 USD ebnen.
Umgekehrt bietet die Angebotsdynamik ein gemischtes Bild. Während die Bitcoin-Börsenreserven auf bestimmten Plattformen sprunghaft angestiegen sind, was auf potenziellen Verkaufsdruck hindeutet, lässt die anhaltende Ruhe der langfristigen Halter darauf schließen, dass ein Boden nah sein könnte. Das Ergebnis hängt wahrscheinlich davon ab, ob der von Hayes erwartete „KI-gesteuerte“ Kreditstress in den breiteren Bankkennzahlen sichtbar wird.
Solange die Korrelation keine klarere Richtungsentscheidung zulässt, würde ein Ausbruch unter die aktuellen Konsolidierungsniveaus als Bestätigung für das Szenario des Liquiditätsstresses dienen.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Dort gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im dynamischen Kryptomarkt unterstützen.
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