Bitcoin Mining Krise: Hash-Preis auf Fünf-Jahres-Tief

Der Bitcoin Hash-Preis erreicht ein kritisches Tief. Laut CoinShares könnten Miner bis Ende 2026 rund 70% ihres Umsatzes mit KI-Infrastruktur erzielen.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Updated 5 Min. read
Bitcoin Mining Krise: Hash-Preis auf Fünf-Jahres-Tief

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bitcoin Hash-Preis erreicht ein kritisches Tief.
  • Laut CoinShares könnten Miner bis Ende 2026 rund 70% ihres Umsatzes mit KI-Infrastruktur erzielen.

Aktuelle Bitcoin-News: Der Hash-Preis für das Bitcoin-Mining ist laut dem Bitcoin Mining Report Q1 2026 von CoinShares zu Beginn des ersten Quartals 2026 auf etwa 29 bis 30 US-Dollar pro Petahash pro Sekunde und Tag gefallen. Im vierten Quartal 2025 lag dieser Wert noch bei etwa 36 bis 38 US-Dollar. Dem Bericht zufolge könnten börsennotierte Miner bis Ende 2026 bis zu 70 % ihres Umsatzes aus der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) beziehen – ein massiver Anstieg gegenüber den derzeitigen 30 %. Zudem lagen die gewichteten durchschnittlichen Cash-Kosten für die Produktion eines Bitcoins bei börsennotierten Minern im vierten Quartal 2025 bei rund 79.995 US-Dollar.

 

 

 

 

 

 

 

Der Druck auf das Mining resultiert zunehmend aus dem Wettbewerb um knappe Ressourcen wie Elektrizität, Stellflächen in Rechenzentren und Kapital. CoinShares stellt fest, dass KI-Infrastrukturen stabilere und höhere Renditen bieten, während die Hash-Preise nahe ihrer zyklischen Tiefststände verharren.

Für Miner mit skalierbarem Zugang zu Energie und bestehenden Kapazitäten in Rechenzentren ergibt sich daraus ein wirtschaftlicher Anreiz, Ressourcen in Richtung High-Performance Computing (HPC) umzuleiten.

Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig einen breiten Rückzug aus der US-Mining-Infrastruktur. Laut CoinShares stieg der Anteil der USA an der globalen Hash-Rate im Quartalsvergleich um etwa zwei Prozentpunkte.

Die Analyse deutet vielmehr auf eine Verschiebung im Aktivitätsmix hin: Während einige börsennotierte Miner ihre KI-Kapazitäten ausbauen, bleibt das Mining ein wichtiger, wenn auch zunehmend unter Druck stehender Teil ihres operativen Geschäfts.

Bitcoin-Miner im KI-Pivot: Warum die Infrastruktur-Rechnung für Rechenzentren spricht

KI konkurriert mit dem Bitcoin-Mining um Rack-Platz – eine Dynamik, die das Mining langfristig zu intermittierenden und günstigeren Energiequellen drängen könnte. Börsennotierte Miner haben bereits Verträge über insgesamt mehr als 70 Milliarden US-Dollar für KI und HPC angekündigt. Der Kostenunterschied ist erheblich: Während die Infrastruktur für Bitcoin-Mining etwa 700.000 bis 1 Million US-Dollar pro Megawatt kostet, liegt der Aufwand für KI-Infrastruktur bei etwa 8 bis 15 Millionen US-Dollar pro Megawatt.

Mehrere Unternehmen verdeutlichen das Ausmaß dieser Verschiebung. Core Scientific verfügt über rund 350 Megawatt für HPC, wovon etwa 200 Megawatt bereits abgerechnet werden; der Vertrag mit CoreWeave wurde auf 10,2 Milliarden US-Dollar über 12 Jahre erweitert. TeraWulf hat am Standort Lake Mariner 39 Megawatt kritische IT-Kapazität online und verzeichnet 12,8 Milliarden US-Dollar an vertraglich vereinbarten HPC-Umsätzen. IREN hat auf über 10.900 Nvidia-GPUs skaliert, während Hut 8 einen 15-jährigen Fluidstack-Leasingvertrag über 7 Milliarden US-Dollar für 245 Megawatt an seinem Campus in River Bend unterzeichnet hat.

Obwohl die Umsatzbeiträge von KI und HPC noch am Anfang stehen, wachsen sie stetig. CoinShares berichtet, dass AI/HPC-Colocation im vierten Quartal 39 % des Umsatzes von Core Scientific ausmachte, während das HPC-Geschäft von TeraWulf 27 % beisteuerte. Das KI-Cloud-Segment von IREN trug 9 % bei, und das HPC-Geschäft von HIVE machte 5 % aus.

Der Übergang verläuft jedoch nicht einheitlich. CoinShares identifiziert IREN und Bitfarms als Unternehmen, die sich als HPC-Anbieter neu positionieren und das Mining als Brücke nutzen. CleanSpark priorisiert weiterhin das kurzfristige Mining, baut aber gleichzeitig KI-Exposition auf. Marathon hingegen setzt auf kleinere, lokalisierte Container-Standorte von etwa 10 Megawatt, die ideal für die Nutzung von intermittierendem Strom geeignet sind.

Ein entscheidender Vorteil: Mining verträgt Unterbrechungen, die bei KI-Workloads, die eine nahezu kontinuierliche Betriebszeit erfordern, undenkbar wären.

Bitcoin News heute: Ein Fünf-Jahres-Tief beim Hash-Preis

CoinShares bezeichnete das vierte Quartal 2025 als das schwierigste Quartal für Miner seit dem Halving im April 2024. Eine deutliche Korrektur des Bitcoin-Preises, eine Hash-Rate nahe dem Rekordniveau und drei aufeinanderfolgende negative Schwierigkeitsanpassungen (die erste derartige Serie seit Juli 2022) drückten die Hash-Preise. Dieser Rückgang setzte sich im ersten Quartal 2026 fort und erreichte Ende Februar kurzzeitig 28 US-Dollar pro PH/s und Tag, bevor eine Erholung in den Bereich von 30 bis 35 US-Dollar erfolgte.

CoinShares erwartet in der ersten Jahreshälfte 2026 eine weitere Kapitulation unter den Minern mit höheren Kosten, sofern sich Bitcoin nicht erholt. Hardware der mittleren Generation benötigt Strompreise von unter 5 Cent, um profitabel zu bleiben, während neuere Flotten mit weniger als 15 J/TH bei typischen Industrietarifen gesündere Margen behalten.

Der Bericht warnt zudem vor Verzerrungsrisiken: Der Ausbau von AI/HPC kann die Kostenkennzahlen pro Bitcoin bei Hybrid-Betreibern verfälschen, da Schulden, Gemeinkosten und Abschreibungen der KI-Infrastruktur gegen eine schrumpfende Bitcoin-Produktion gerechnet werden. Dies verwischt die Grenze zwischen Mining- und Rechenzentrums-Ökonomie.

Die am 30. Oktober 2025 von den Aktionären abgelehnte Fusion von Core Scientific mit CoreWeave verdeutlicht diese Spannungen. CoinShares merkt an, dass das Unternehmen später seine Finanzen korrigieren musste, nachdem Vermögenswerte, die für den Abriss während der HPC-Umstellung vorgesehen waren, fälschlicherweise kapitalisiert wurden – ein Beleg für die buchhalterische Komplexität solcher Transformationen.

Bitcoin News heute: Bullen- und Bären-Szenarien für den Hash-Preis

In den aktuellsten Bitcoin-News prognostiziert CoinShares, dass für eine nachhaltige Erholung des Hash-Preises über 40 US-Dollar pro PH/s und Tag eine Bitcoin-Rallye in Richtung 100.000 US-Dollar bis Ende 2026 erforderlich wäre – ein Tempo, das das weitere Wachstum der Hash-Rate übertreffen müsste.

Sollte der Bitcoin-Preis für den Rest des Jahres unter 80.000 US-Dollar bleiben, könnte der Hash-Preis bei weiter steigender Schwierigkeit weiter sinken. Zusätzliche Abschaltungen von Mining-Geräten könnten die Hash-Rate jedoch reduzieren und das Ergebnis stabilisieren.

Die Dauerhaftigkeit des KI-Schwenks bleibt laut Bericht eine offene Frage. Das Mining reagiert weiterhin hochsensibel auf den Bitcoin-Preis. Eine deutliche Erholung der Profitabilität könnte dazu führen, dass einige Betreiber ihre Kapitalallokation zwischen Hash-Power und Recheninfrastruktur neu bewerten. CoinShares charakterisiert die derzeitige Verschiebung eher als eine Reaktion auf relative Renditen denn als zwangsläufig dauerhaften Übergang.

Flexible Stromvereinbarungen und kostengünstige, intermittierende Energiequellen dürften insbesondere für Mining-Betreiber relevant bleiben, deren Anlagen nicht für KI-Workloads geeignet sind.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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