Bitcoin Prognose: Großer Ausbruch? Drei bullische Signale

Bitcoin handelt wieder im Bereich von 64.000 US-Dollar und hat sich damit von den jüngsten Verlaufstiefs bereits um rund zehn Prozent erholt. Von einer nachhaltigen Trendwende kann dennoch kaum gesprochen werden. Der übergeordnete Bärenmarkt bleibt intakt, während Bitcoin zuletzt vor allem seitwärts tendiert und weiterhin wenig Momentum zeigt. Positiv fällt allerdings auf, dass selbst negative […]

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 5 Min. read
Bitcoin Prognose: Großer Ausbruch? Drei bullische Signale

Das Wichtigste in Kürze

  • Bitcoin erholt sich deutlich, bleibt aber im übergeordneten Bärenmarkt gefangen. Extreme Volatilitätskompression erhöht die Wahrscheinlichkeit einer baldigen starken Kursbewegung. Gegenüber Aktien zeigt Bitcoin weiterhin eine auffällig schwache relative Performance. Die Gold-Korrelation steigt und stärkt erneut das Digital-Gold-Narrativ deutlich.

Bitcoin handelt wieder im Bereich von 64.000 US-Dollar und hat sich damit von den jüngsten Verlaufstiefs bereits um rund zehn Prozent erholt. Von einer nachhaltigen Trendwende kann dennoch kaum gesprochen werden. Der übergeordnete Bärenmarkt bleibt intakt, während Bitcoin zuletzt vor allem seitwärts tendiert und weiterhin wenig Momentum zeigt. Positiv fällt allerdings auf, dass selbst negative Nachrichten kaum noch neue Tiefs ausgelöst haben.

Der Verkaufsdruck scheint zumindest kurzfristig nachzulassen. Gleichzeitig verdichten sich unter der Oberfläche einige interessante Signale. Besonders die extrem niedrige Volatilität, Bitcoins relative Schwäche gegenüber Aktien und eine deutlich veränderte Korrelation zu Gold könnten für die nächste Marktphase entscheidend werden.

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Bitcoin-Volatilität fällt auf Extremniveau – größere Bewegung rückt näher

Ein besonders auffälliges Signal liefert aktuell die Volatilität von Bitcoin. Der Analyst Axel Adler Jr. verweist darauf, dass sich die anhand der Bollinger-Bänder gemessene Handelsspanne auf nur noch ungefähr vier Prozent verengt hat. Damit bewegt sich Bitcoin innerhalb einer der engsten Handelsspannen der vergangenen zwei Jahre. Im Chart liegt die Bollinger-Band-Range zuletzt sogar bei lediglich rund 3,8 Prozent.

Bollinger-Bänder messen vereinfacht gesagt, wie weit sich der Bitcoin-Kurs von einem gleitenden Durchschnitt entfernt. Steigt die Volatilität, entfernen sich oberes und unteres Band voneinander. In ruhigen Marktphasen ziehen sie sich dagegen zusammen. Eine außergewöhnlich enge Spanne bedeutet deshalb zunächst lediglich, dass sich Bitcoin kaum bewegt. Historisch bleiben solche Zustände jedoch häufig nicht dauerhaft bestehen.

Unterstützt wird dieses Bild vom Average Directional Index, kurz ADX. Dieser ist laut Adler auf nur noch 11 gefallen. Der ADX misst nicht, ob ein Trend bullisch oder bärisch ist, sondern ausschließlich dessen Stärke. Werte unter 20 sprechen üblicherweise für einen schwachen oder nicht vorhandenen Trend. Ein Wert von 11 unterstreicht somit die derzeitige Orientierungslosigkeit des Marktes.

Die Kombination aus stark komprimierter Volatilität und fehlendem Trend macht die Situation besonders spannend. Energie baut sich gewissermaßen im Markt auf. Sobald Bitcoin die aktuelle Seitwärtsrange nachhaltig verlässt und gleichzeitig Volumen sowie Trendstärke zunehmen, könnte eine deutlich dynamischere Bewegung folgen. Entscheidend bleibt allerdings die Richtung: Die Daten kündigen erhöhte Bewegung an, liefern bislang jedoch noch kein bullisches Signal.

Aktien steigen, Bitcoin fällt – relative Schwäche bleibt das Problem

Während sich Bitcoin zumindest stabilisiert, offenbart der Vergleich mit traditionellen Aktienmärkten weiterhin eine klare Schwäche. Daten von Glassnode zeigen, dass Bitcoin in den vergangenen 90 Tagen rund 20 Prozent an Wert verlorenhat. Gleichzeitig legte der S&P 500 ungefähr fünf Prozent zu. Noch stärker entwickelte sich der Euro Stoxx 50, der im dargestellten Zeitraum rund 12,5 Prozent gewann.

Damit unterscheidet sich die aktuelle Marktphase deutlich von klassischen Risk-off-Situationen, in denen Aktien und Kryptowährungen gemeinsam unter Druck geraten. Vielmehr war ausreichend Risikobereitschaft vorhanden, um Kapital in Aktien zu treiben – Bitcoin konnte davon jedoch nicht profitieren. Genau diese relative Schwäche ist für eine nachhaltige Trendwende problematisch.

Glassnode spricht deshalb von einem weiterhin aktiengetriebenen Marktumfeld. Solange Bitcoin gegenüber den großen Indizes keine relative Stärke zurückgewinnt, fehlt ein wichtiges Argument für einen neuen Krypto-Bullenmarkt. Besonders interessant ist dabei auch die Entwicklung des Nasdaq beziehungsweise technologieorientierter US-Indizes. Diese liegen zwar ebenfalls im Plus, hinken anderen wichtigen Aktienindizes zuletzt jedoch hinterher.

Für Bitcoin bedeutet dies zweierlei. Einerseits zeigt die Stabilisierung trotz der vorherigen Verluste, dass der Verkaufsdruck nicht mehr ungebremst zunimmt. Andererseits reicht eine bloße Seitwärtsbewegung noch nicht aus. Ein konstruktiveres Signal wäre erst gegeben, wenn Bitcoin bei weiterhin stabilen Aktienmärkten selbst deutlich stärker steigt und damit seine Underperformance beendet.

Genau dieser relative Performance-Vergleich dürfte deshalb in den kommenden Wochen wichtig werden. Eine Rotation von Kapital zurück in Bitcoin könnte ein frühes Signal dafür sein, dass institutionelle Anleger wieder höhere Risiken im Kryptomarkt eingehen.

Bitcoin korreliert wieder stärker mit Gold – kehrt das „Digital Gold“-Narrativ zurück?

Eine weitere bemerkenswerte Entwicklung findet aktuell beim Verhältnis zwischen Bitcoin und Gold statt. Laut einer von CryptoQuant aufgegriffenen Analyse ist die 90-Tage-Korrelation zwischen beiden Assets deutlich gestiegen. Nachdem sie Anfang 2026 zeitweise bei fast -0,9 lag, soll sie mittlerweile wieder ungefähr +0,7 erreichen.

Eine Korrelation von +1 würde bedeuten, dass sich beide Vermögenswerte praktisch identisch bewegen. Werte nahe -1 stehen dagegen für eine stark gegenläufige Entwicklung. Der aktuelle Anstieg deutet somit darauf hin, dass Bitcoin und Gold zuletzt wieder deutlich häufiger in dieselbe Richtung tendierten.

Damit könnte sich zumindest teilweise das bekannte „Digital Gold“-Narrativ zurückmelden. Bitcoin wird dabei nicht ausschließlich als spekulatives Technologie-Asset betrachtet, sondern als knappes, nicht staatlich kontrolliertes Gut. Gerade in Phasen hoher Staatsverschuldung, geopolitischer Unsicherheit oder Sorgen über eine langfristige Geldentwertung können Gold und Bitcoin deshalb theoretisch von ähnlichen Kapitalströmen profitieren.

Allerdings sollte die Entwicklung nicht überinterpretiert werden. Eine positive Korrelation bedeutet nicht automatisch steigende Kurse. Bitcoin und Gold könnten theoretisch ebenso gemeinsam fallen. Zudem verändert sich eine rollierende 90-Tage-Korrelation teilweise deutlich, wenn ältere Daten aus dem Berechnungszeitraum herausfallen.

Spannender wäre deshalb eine dauerhafte Annäherung über mehrere Zeitfenster hinweg. Sollte Bitcoin gleichzeitig mit Gold auf sinkende Realzinsen, einen schwächeren Dollar oder steigende Inflationssorgen reagieren, würde das Narrativ eines monetären Knappheitsassets deutlich glaubwürdiger.

Noch ist daraus keine bestätigte Trendwende abzuleiten. Zusammen mit der extrem niedrigen Volatilität und der jüngsten Kursstabilisierung zeigt die Veränderung jedoch, dass sich die Marktstruktur von Bitcoin derzeit möglicherweise neu sortiert. Der nächste Ausbruch könnte entsprechend wichtige Hinweise liefern, welches Narrativ den Markt künftig wieder dominieren wird.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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