Bitcoin Prognose: Neues Upgrade – diese BTC sind für immer verloren

Die Krypto-Welt beschäftigt sich immer stärker mit dem Thema Quantencomputer. Doch nun macht ein neuer Bitcoin-Vorschlag auf sich aufmerksam.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 4 Min. read
Bitcoin Prognose: Neues Upgrade – diese BTC sind für immer verloren

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein neues Bitcoin-Upgrade soll Coins unbrauchbar machen, die kein Quantum-Upgrade bekommen.
  • Scharfe Diskussionen über die Richtung von Bitcoin, Quantensicherheit wird wichtiger.
  • Die Bitcoin-Community zeigt einen neuen Fokus auf Quantensicherheit, Bemühungen klar ersichtlich.

Bitcoin gilt vielen Anlegern als digitales Gold und als eines der sichersten Netzwerke der Welt. Doch Quantencomputer könnten dieses Sicherheitsversprechen eines Tages angreifen, weil sie theoretisch in der Lage wären, die elliptische Kurvenkryptografie hinter Bitcoin deutlich schneller zu brechen als klassische Rechner.

Entscheidend ist dabei: Nicht das gesamte Netzwerk wäre sofort verloren, wohl aber jene Bestände, deren öffentlicher Schlüssel bereits on-chain sichtbar wurde. Genau hier hat sich der Ton zuletzt verschärft. Neue Arbeiten von Google Quantum AI deuten darauf hin, dass die Hürde für solche Angriffe niedriger liegen könnte als lange angenommen.

Während früher oft ein fernes Risiko in den 2030er-Jahren oder noch später betont wurde, wächst nun der Druck, frühzeitig technische Gegenmaßnahmen zu schaffen, bevor aus einer theoretischen Gefahr ein reales Sicherheitsproblem wird.

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Neuer Vorschlag: Alte Bitcoin-Signaturen sollen ein Ablaufdatum bekommen

Genau an diesem Punkt setzt der neue Vorschlag BIP-361 an: Die Grundidee ist radikal, aber leicht verständlich: Bitcoin soll nicht erst dann reagieren, wenn Quantencomputer akut gefährlich werden, sondern schon Jahre vorher einen geordneten Umzug auf quantensichere Adresstypen erzwingen.

Der Entwurf sieht deshalb eine mehrstufige Migration vor. In Phase A dürften Coins zwar noch von alten, verwundbaren Skripten wegbewegt werden, aber nicht mehr an neue quantenanfällige Adressen gesendet werden. In Phase B würde dann der eigentliche Einschnitt folgen: Transaktionen, die weiter auf ECDSA- oder Schnorr-Signaturen beruhen, wären ab einem vorher festgelegten Zeitpunkt schlicht ungültig. Genau dann wären viele alte Bestände faktisch eingefroren.

Warum wären dann einige Bitcoins womöglich für immer weg? Weil alle Coins, die bis zu dieser Frist nicht auf eine neue, post-quantenresistente Struktur migriert wurden, danach nicht mehr regulär ausgegeben werden könnten. Das betrifft vor allem verlorene Wallets, vergessene Schlüssel, sehr alte Bestände und potenziell auch Coins, deren Besitzer schlicht nicht rechtzeitig handeln.

Der Vorschlag nimmt das bewusst in Kauf. Die Autoren argumentieren, dass es besser sei, verwundbare Coins unspendbar zu machen, als zuzulassen, dass ein Quantenangreifer sie eines Tages übernimmt und den Markt mit gestohlenen Beständen flutet. In dieser Logik wären „verlorene“ Coins das kleinere Übel als „quantum recovered coins“, die plötzlich von Angreifern bewegt werden könnten.

Das ist die finale Phase

Ganz endgültig festgezurrt ist dieser harte Ausgang aber noch nicht. In Phase C wird als mögliche spätere Lösung ein Recovery-Mechanismus skizziert: Nutzer könnten ihre eingefrorenen alten UTXOs eventuell über einen quantensicheren Nachweis zurückholen, etwa per Zero-Knowledge-Beweis über den Besitz einer passenden BIP-39-Seed-Phrase. Doch dieser Teil ist bislang nur als künftige Forschungsrichtung formuliert und noch nicht beschlossen.

Zudem weist der Entwurf selbst darauf hin, dass sich nicht für alle historischen Bestände ein solcher Nachweis sauber konstruieren lässt, insbesondere bei sehr alten Outputs aus der Zeit vor modernen HD-Wallet-Standards. Genau deshalb bleibt der Kernpunkt bestehen: Sollte sich Bitcoin für diesen Weg entscheiden, könnten manche Coins dauerhaft aus dem umlaufenden Angebot verschwinden.

Darf Bitcoin alte Coins einfach unbrauchbar machen?

Genau hier beginnt der ethische Konflikt. Kritiker halten den Vorschlag für problematisch, weil Bitcoin damit faktisch Eigentumsrechte beschneiden würde. Wer seine Coins nicht rechtzeitig migriert, könnte den Zugriff verlieren – selbst dann, wenn die Bestände rechtmäßig ihm gehören.

Das widerspricht für viele dem Grundprinzip von Bitcoin: Jeder soll selbst über sein Vermögen verfügen können, ohne dass das Protokoll Gewinner und Verlierer bestimmt. Besonders umstritten ist dabei, dass auch lange ruhende oder verlorene Coins dauerhaft gesperrt würden.

Befürworter sehen darin zwar einen notwendigen Schutz vor künftigen Quantenangriffen, Gegner sprechen jedoch von einer Enteignung durch die Hintertür. Hinzu kommt ein praktisches Gerechtigkeitsproblem: Technisch versierte Nutzer und große Institutionen könnten rechtzeitig reagieren, während weniger informierte Anleger oder Besitzer alter Wallets benachteiligt wären.

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Neuer Ansatz ohne Soft Fork: Quantum-Safe Bitcoin schon heute?

Zuletzt sorgte noch ein anderer Vorschlag für Aufmerksamkeit, weil er einen deutlich pragmatischeren Weg skizziert. Avihu Levy von StarkWare veröffentlichte Anfang April 2026 ein Paper zu sogenannten „Quantum-Safe Bitcoin Transactions Without Softforks“. Die Kernaussage: Neue Bitcoin-Transaktionen könnten unter bestimmten Bedingungen schon heute quantensicher konstruiert werden, ohne dass das Bitcoin-Protokoll selbst geändert werden muss.

Technisch versucht der Ansatz, die Abhängigkeit von klassischer elliptischer Kurvenkryptografie zu reduzieren. Statt sich auf ECDSA oder Schnorr zu verlassen, setzt der Entwurf auf hashbasierte Konstruktionen, ein spezielles Hash-to-Signature-Puzzle und Lamport-ähnliche Signaturen. Dadurch soll eine Transaktion auch dann noch sicher bleiben, wenn ein leistungsfähiger Quantencomputer klassische Bitcoin-Signaturen brechen könnte. Laut den Berichten passt das Konzept sogar in die bestehenden Script-Grenzen von Bitcoin und benötigt keine neuen Opcodes.

Allerdings ist der Vorschlag klar kein perfekter Endzustand. Die Erstellung solcher Transaktionen wäre teuer, komplex und derzeit nur eingeschränkt alltagstauglich. Genannt werden teils Kosten von 75 bis 150 US-Dollar oder sogar mehr an externer Rechenleistung pro Transaktion. Zudem gelten die Transaktionen als nicht standardmäßig relaybar und sind eher als Notfall- oder Übergangslösung gedacht, nicht als elegante Dauerlösung für das gesamte Netzwerk. Die Bitcoin Prognose steht weiter unter dem Einfluss Quantencomputer.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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