Bitcoin hat sich zuletzt wieder etwas gefangen. Nach den jüngsten Verlaufstiefs notiert die größte Kryptowährung erneut bei rund 65.000 US-Dollar und konnte sich damit bereits ungefähr zehn Prozent erholen. Von einer nachhaltigen Trendwende kann dennoch kaum gesprochen werden: Der übergeordnete Bärenmarkt bleibt intakt, während es weiterhin an echter Dynamik fehlt. Positiv fällt allerdings auf, dass […]
Bitcoin erholt sich, bleibt jedoch klar im übergeordneten Bärenmarkt.
2,27 Millionen neue Wallets markieren höchstes Jahreswachstum im Netzwerk.
751.000 aktive Adressen zeigen deutlich steigende Aktivität auf Bitcoin.
STH-Kostenbasis bei 67.523 Dollar bleibt wichtiger Widerstand für Bitcoin.
Bitcoin hat sich zuletzt wieder etwas gefangen. Nach den jüngsten Verlaufstiefs notiert die größte Kryptowährung erneut bei rund 65.000 US-Dollar und konnte sich damit bereits ungefähr zehn Prozent erholen. Von einer nachhaltigen Trendwende kann dennoch kaum gesprochen werden: Der übergeordnete Bärenmarkt bleibt intakt, während es weiterhin an echter Dynamik fehlt.
Positiv fällt allerdings auf, dass selbst schlechte Nachrichten zuletzt keinen neuen massiven Abverkauf mehr ausgelöst haben. Damit zeichnet sich zumindest kurzfristig eine Stabilisierung ab. Nun kommt zusätzlich ein interessantes Signal von der Blockchain: Die Bitcoin-Netzwerkaktivität ist zuletzt regelrecht explodiert und erreicht bei wichtigen Kennzahlen neue Mehrmonatshochs.
Bitcoin-On-Chain-Daten explodieren: Kommt jetzt die Wende?
Besonders auffällig ist aktuell das starke Wachstum des Bitcoin-Netzwerks. Nach Daten von Santiment entstanden innerhalb einer Woche rund 2,27 Millionen neue Bitcoin-Adressen. Damit erreichte das sogenannte Network Growth den höchsten Stand seit etwa einem Jahr. Gleichzeitig wurden rund 751.000 aktive Bitcoin-Adressen registriert – laut Santiment der höchste Wert seit ungefähr zehn Monaten. Obwohl der Kurs weiterhin deutlich unter früheren Höchstständen liegt, nimmt die Aktivität auf der Blockchain somit kräftig zu.
Ein möglicher Auslöser war zuletzt auch die Verunsicherung rund um Hardware-Wallets wie Coldcard. Sicherheitsdebatten können dazu führen, dass Nutzer ihre Coins verschieben, neue Wallets erstellen oder ihre Verwahrung neu organisieren. Entsprechend sollte man die höheren Zahlen nicht automatisch als neu einsetzende Kaufnachfrage interpretieren. Dennoch ist die Entwicklung bemerkenswert, denn sie zeigt, dass Bitcoin trotz des schwachen Marktumfelds keineswegs an Relevanz verliert.
🔐 Bitcoin has just posted a huge on-chain week. Network growth reached 2.27M new wallets, the highest level of the past year, while 751K active wallets marked the strongest reading in 10 months.
📈 The biggest catalyst is the Coldcard wallet chaos. Security shocks pressure… pic.twitter.com/fBEGeSPbNO
— Santiment Intelligence (@SantimentData) August 7, 2026
Grundsätzlich gilt eine steigende Zahl aktiver Adressen als Zeichen dafür, dass wieder mehr Teilnehmer mit dem Netzwerk interagieren. Gerade nach längeren Phasen niedriger Aktivität kann ein solcher Anstieg auf eine zunehmende Aufmerksamkeit und stärkere Nutzung hindeuten.
Für Anleger bleibt allerdings entscheidend, ob sich daraus auch nachhaltige Nachfrage entwickelt. On-Chain-Aktivität allein garantiert schließlich keine Kursrallye. Zusammen mit der jüngsten Stabilisierung bei rund 65.000 US-Dollar entsteht dennoch ein interessantes Bild: Der Bitcoin-Kurs wirkt weiterhin angeschlagen, gleichzeitig zeigen die fundamentalen Netzwerkdaten plötzlich deutliche Stärke. Sollte diese Aktivität anhalten und zunehmend mit Akkumulation verbunden sein, könnte sich daraus ein erstes Signal entwickeln, dass der laufende Bärenmarkt zumindest allmählich an Kraft verliert.
Short-Term-Holder bleiben unter Druck: Bitcoin wirkt weiter angeschlagen
Trotz der jüngsten Stabilisierung bleibt das technische und on-chain-basierte Gesamtbild bei Bitcoin fragil. Ein wichtiger Grund ist die sogenannte Short-Term-Holder Cost Basis. Sie beschreibt den durchschnittlichen Einstandspreis jener Coins, die weniger als 155 Tage gehalten werden – und gilt damit als wichtiger Referenzwert für kurzfristig orientierte Marktteilnehmer.
Aktuell liegt Bitcoin bei rund 64.952 US-Dollar, während der Realized Price der Short-Term-Holder bei etwa 67.523 US-Dollar liegt. Damit handelt BTC noch rund 3,8 Prozent beziehungsweise 2.571 US-Dollar unter dieser wichtigen Schwelle. Zwar hat sich der Abstand zuletzt deutlich verkleinert und ist so gering wie seit dem 21. Juli nicht mehr. Dennoch bleibt die Marke zunächst ein potenzieller Widerstand.
Bitcoin is trading below the short-term holder (STH) cost basis – the average acquisition price of coins less than 155 days old.
As of August 8, 2026, Bitcoin is trading at $64,952, while the STH Realized Price stands at $67,523. Spot is 3.8% below this level, a gap of $2,571.… pic.twitter.com/bMBXKMMbYu
Besonders problematisch ist, dass viele kurzfristige Käufer damit weiterhin auf Buchverlusten sitzen. Nähert sich Bitcoin ihrem durchschnittlichen Einstiegspreis wieder an, könnten einige Marktteilnehmer die Gelegenheit nutzen, ihre Positionen ungefähr zum Break-even zu schließen. Dadurch würde rund um 67.500 US-Dollar zusätzlicher Verkaufsdruck entstehen.
On-Chain-Analyst Axel Adler verweist zudem darauf, dass Bitcoin in den vergangenen 284 Tagen an 279 Tagen unterhalb dieser STH-Kostenbasis geschlossen habe. Das unterstreicht, wie hartnäckig die Schwäche zuletzt war.
Für eine echte Trendwende müsste Bitcoin diese Zone deshalb nicht nur kurzfristig überschreiten, sondern sich nachhaltig darüber etablieren. Solange dies nicht gelingt, bleibt die aktuelle Erholung eher eine Stabilisierung innerhalb eines weiterhin angeschlagenen Marktumfelds.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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