Bitdeer Technologies Group liquidiert gesamte Bitcoin-Reserve, um auf Infrastruktur und KI zu setzen

Die Bitdeer Technologies Group vollzieht einen radikalen Strategiewechsel: Der Miner hat sämtliche 1.132,9 BTC verkauft und hält nun keine Bitcoin-Reserven mehr. Die Erlöse fließen in Rechenzentren, AI-Cloud-Infrastruktur und operative Expansion. Statt passivem Exposure in Bitcoin priorisiert die Firma produktive Assets mit potenziell höherer Kapitalrendite.

Dennis Geisler von Dennis Geisler Updated 3 Min. read
Bitdeer Technologies Group liquidiert gesamte Bitcoin-Reserve, um auf Infrastruktur und KI zu setzen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bitdeer reagiert auf Margendruck im Mining-Sektor und setzt auf Skalierung von Compute-Infrastruktur sowie Diversifikation in KI-Workloads.
  • Rechenzentren sollen sowohl Mining-Effizienz steigern als auch zusätzliche Erlösquellen im AI-Cloud-Segment erschließen.
  • Charttechnisch bleibt Bitcoin unter Druck, solange zentrale Widerstände im Bereich um 69.000 bis 72.000 US-Dollar nicht nachhaltig überwunden werden.

Kapitalrotation: Ein Miner hat all seine Bitcoin verkauft

Bitdeer Technologies Group hat einen strategisch weitreichenden Kurswechsel vollzogen und seine gesamte Bitcoin-Reserve liquidiert.

Veräußert wurden 943,1 BTC aus bestehenden Beständen sowie weitere 189,8 BTC aus neu geschürften Coins. Der Bitcoin-Bestand des Unternehmens liegt damit bei null.

Die Maßnahme erfolgte nicht unter Liquiditätsdruck, sondern im Rahmen einer gezielten Kapitalallokation. Die Erlöse sollen in den Ausbau von Rechenzentren, AI-Cloud-Infrastruktur und allgemeine Unternehmenszwecke fließen.

Anstatt Bitcoin als bilanziellen Reservewert oder makroökonomischen Hedge zu halten, priorisiert das Management nun operative Assets mit potenziell höherer Kapitalrendite.

Infrastruktur statt passives Exposure

Das Mining-Geschäft steht unter strukturellem Druck. Volatile Energiepreise, verkürzte Hardware-Generationen und zunehmender globaler Wettbewerb komprimieren Margen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach der effizientesten Kapitalverwendung.

Bitdeer setzt auf Skalierung der operativen Kapazität. Neue Rechenzentren ermöglichen eine höhere Hashrate, den Abschluss langfristiger Energieverträge und robustere Betriebsstrukturen.

Die Strategie zielt darauf ab, Skaleneffekte zu realisieren und Fixkosten über größere Compute-Volumina zu amortisieren.

Parallel intensiviert das Unternehmen sein Engagement im KI-Cloud-Segment. Die stark gestiegene Nachfrage nach Rechenleistung für Training und Inferenz großer Modelle eröffnet zusätzliche Monetarisierungspfade.

Rechenzentren erfüllen damit eine Doppelrolle: Sie dienen sowohl dem Bitcoin-Mining bei attraktiven Margen als auch der Bereitstellung von KI-Workloads bei entsprechendem Nachfrageüberhang.

Einordnung im aktuellen Marktumfeld

Der Schritt fügt sich in eine breitere Kapitalrotation ein, bei der institutionelle Akteure ihr Exposure von reinen Krypto-Assets hin zu Infrastruktur- und Compute-Strategien verschieben.

Während Bitcoin weiterhin eine zentrale Rolle im Ökosystem spielt, verlagert sich der strategische Fokus zunehmend auf physische und digitale Infrastruktur als Cashflow-Generator.

Bitdeer positioniert sich damit an der Schnittstelle von Mining-Ökonomie und KI-Compute. Die implizite Botschaft lautet:

Wenn operative Assets stabilere und skalierbare Erträge versprechen als passives Halten, folgt rationales Kapital der Produktivität – selbst um den Preis vollständiger Bilanzexponierung in Bitcoin.

Der Bitcoin-Kurs im Überblick: Das Abwärtspotenzial überwiegt

Auf dem 4H-Chart setzt sich die übergeordnete Abwärtsstruktur fort, mit einem besonders dynamischen Abverkauf der letzten Kerze. Seit dem lokalen Hoch oberhalb von 90.000 USD dominieren klar definierte tiefere Hochs und tiefere Tiefs.

Der Kurs notiert aktuell bei rund 65.200 USD und damit signifikant unterhalb dem fallenden 21-Tage-SMA (türkis) im Bereich um 69.000 USD, der als dynamischer Widerstand fungiert.

Auch die abwärtsgerichtete Trendlinie verstärkt den Verkaufsdruck und bestätigt die bärische Marktphase. Die Zone um 70.000–72.000 USD (weiß) stellt einen zentralen Widerstandsbereich dar, der mehrfach nicht überwunden werden konnte.

Auf der Unterseite rückt die Unterstützung bei 60.000–61.500 USD in den Fokus. Ein erneuter Test dieser Zone erscheint wahrscheinlich, sollte die aktuelle Schwäche anhalten.

Der RSI ist zuletzt deutlich zurückgefallen und notiert nahe 30 Punkten, was kurzfristig auf eine überverkaufte Situation hindeutet. Dennoch fehlt bislang eine klare bullische Divergenz.

Kurzfristig bleibt das Risiko weiterer Abgaben bestehen, solange BTC unterhalb von 69.000 USD handelt. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über 72.000 USD würde das Chartbild aufhellen und Raum für eine Erholung in Richtung 75.000 USD eröffnen.

Bis dahin dominiert zumindest technisch das Abwärtsszenario!

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Dennis Geisler

Dennis Geisler, 25, stammt aus Kiel und lebt seit August in Thailand. Im Jahr 2020 kam er erstmals mit Kryptowährungen in Berührung, als er über Binance XRP im Wert von 100 Euro kaufte. Die starken Kursschwankungen und das Potenzial schneller Gewinne zogen ihn in den Bann und weckten sein Interesse an den Mechanismen hinter den Preisbewegungen – von rationalen Marktkräften bis hin zu psychologischen Mustern. Heute verbindet er seine journalistische Leidenschaft mit der Krypto-Welt: Für verschiedene Formate verfasst er Nachrichten, Grundlagenartikel und tiefgehende Blockchain-Analysen. Mit BitBlog engagiert er sich zudem in Norddeutschland für die Beratung von Unternehmen und Privatpersonen rund um digitale Währungen.

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