Brasilien prüft strategische Bitcoin-Reserve von bis zu einer Million BTC

Brasilien erwägt einen historischen Schritt in der staatlichen Reservepolitik. Ein Alternativtext zum Gesetzentwurf PL4501/2024 sieht den Aufbau einer nationalen Bitcoin-Reserve von bis zu einer Million Coins vor. Unter dem Titel „RESBit“ soll Bitcoin künftig als strategischer Vermögenswert dienen – zur Diversifizierung staatlicher Reserven und zur Stärkung der finanziellen Resilienz in einem zunehmend volatilen globalen Umfeld.

Dennis Geisler von Dennis Geisler Updated 3 Min. read
Brasilien prüft strategische Bitcoin-Reserve von bis zu einer Million BTC

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Vorschlag zielt darauf ab, Devisen- und Goldreserven durch Bitcoin zu ergänzen und die staatliche Bilanz robuster gegenüber externen Schocks zu machen.
  • Zusätzlich sollen Steuererleichterungen für Krypto-Gewinne sowie gesetzlich verankerte Eigentumsrechte die Attraktivität Brasiliens als Krypto-Standort erhöhen.
  • Noch befindet sich das Projekt im parlamentarischen Verfahren, könnte jedoch internationale Signalwirkung entfalten.

Geldpolitischer Kurswechsel: Brasilien zieht nationale Bitcoin-Reserve in Erwägung

Berichten zufolge prüft Brasilien, eine der größten Volkswirtschaften der Welt, die Einführung einer strategischen Bitcoin-Reserve von bis zu einer Million Coins. So geht es aus einem Alternativtext zum Gesetzentwurf PL4501/2024 hervor.

Für eine der größten Volkswirtschaften der Welt wäre dies ein außergewöhnlicher Schritt – mit potenziell erheblichen Auswirkungen auf Kapitalmärkte, Währungsstrategie und die globale Kryptopolitik.

Der Vorschlag wurde in der Wirtschaftsentwicklungskommission des brasilianischen Abgeordnetenhauses eingebracht und unter dem Namen „National Bitcoin Strategic Reserve“ (RESBit) firmiert.

Bitcoin soll dabei nicht als spekulatives Anlageobjekt, sondern als strategischer Vermögenswert behandelt werden.

Das Ziel besteht darin, bestehende Devisen- und Goldreserven gezielt zu diversifizieren und die staatliche Bilanzstruktur so resilienter gegenüber externen Schocks zu machen.

Strategische Reservepolitik als Signal an Märkte

Im Zentrum der Initiative steht also das Motiv der Diversifizierung. Angesichts geopolitischer Spannungen, steigender Staatsverschuldung und wachsender Währungsvolatilität suchen Regierungen nach alternativen Reserveformen.

Bitcoin gilt in diesem Kontext als knappes, nicht staatlich kontrolliertes Asset mit globaler Handelbarkeit und begrenztem Angebot von maximal 21 Millionen Einheiten.

Eine Akkumulation von bis zu einer Million Coins würde einem signifikanten Anteil dieses Gesamtangebots (4,76%) entsprechen.

Schon der sukzessive Kauf in dieser Größenordnung könnte strukturelle Marktwirkungen entfalten, Liquidität verknappen und die Preisbildung nachhaltig beeinflussen. Eine staatlich koordinierte Nachfrage wäre ein starkes Signal an institutionelle Investoren weltweit.

Zugleich würde Brasilien seine Position im internationalen Wettbewerb um Kapital und Innovation schärfen. In Lateinamerika, wo mehrere Staaten mit Inflations- und Währungsproblemen konfrontiert sind, hätte eine solche Strategie erhebliche Signalwirkung.

Das Land würde sich als Vorreiter bei der Integration digitaler Vermögenswerte in die nationale Reservepolitik positionieren.

Allerdings geht der Gesetzentwurf noch über den reinen Reserveaufbau hinaus. Vorgesehen ist, Bitcoin als Zahlungsmittel für Steuerverpflichtungen zuzulassen.

Eine solche Maßnahme würde die funktionale Integration digitaler Assets in das staatliche Finanzsystem erheblich vertiefen und die Inlandsnachfrage langfristig stärken.


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Steuerliche Anreize und rechtliche Klarheit für Krypto-Assets

Darüber hinaus sieht der Entwurf eine Befreiung von der Einkommensteuer auf Kapitalgewinne aus digitalen Vermögenswerten vor, was Brasilien als Standort für Krypto-Investoren und Blockchain-Unternehmen deutlich attraktiver machen würde.

Ergänzend sollen digitale Eigentumsrechte ausdrücklich gesetzlich verankert werden – einschließlich des Rechts auf Selbstverwahrung sowie der freien Übertragbarkeit von Vermögenswerten.

Die Kombination aus strategischer Bitcoin-Reserve, steuerlichen Anreizen und klar definierten Eigentumsrechten deutet auf einen umfassenden Ansatz hin.

Es geht nicht allein um Bilanzpolitik, sondern um eine langfristige Positionierung im globalen Wettbewerb um technologische Souveränität und Kapitalströme.

Fakt ist jedoch, dass der politische Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Der Entwurf befindet sich auf Ausschussebene und muss sowohl das Abgeordnetenhaus als auch den Senat passieren.

Gleichwohl zeigt die Initiative, dass Bitcoin zunehmend als geopolitisches Instrument betrachtet wird.

Sollte Brasilien tatsächlich mit einer großvolumigen Akkumulation beginnen, könnte dies eine neue Phase staatlicher Bitcoin-Strategien einleiten – mit weitreichenden Folgen für die Diskussion um Bitcoin als strategisches Reserveasset im internationalen Finanzsystem.

Ich persönlich finde es immer wieder spannend zu beobachten, wie sich die Narrative von Bitcoin über die Jahre geändert hat. Damals noch ein Geld für Hacker und Kriminelle, wird das Potenzial von Bitcoin heute in den höchsten politischen Kreisen thematisiert.


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Dennis Geisler

Dennis Geisler, 25, stammt aus Kiel und lebt seit August in Thailand. Im Jahr 2020 kam er erstmals mit Kryptowährungen in Berührung, als er über Binance XRP im Wert von 100 Euro kaufte. Die starken Kursschwankungen und das Potenzial schneller Gewinne zogen ihn in den Bann und weckten sein Interesse an den Mechanismen hinter den Preisbewegungen – von rationalen Marktkräften bis hin zu psychologischen Mustern. Heute verbindet er seine journalistische Leidenschaft mit der Krypto-Welt: Für verschiedene Formate verfasst er Nachrichten, Grundlagenartikel und tiefgehende Blockchain-Analysen. Mit BitBlog engagiert er sich zudem in Norddeutschland für die Beratung von Unternehmen und Privatpersonen rund um digitale Währungen.

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