CLARITY Act: Coinbase-Chef Shirzad über die entscheidende Wahl

Coinbase-Policy-Chef Faryar Shirzad analysiert die Chancen des CLARITY Act vor der Senatsabstimmung Mitte September. Erfahren Sie alles zum ‚Jailbreak‘-Szenario.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Updated 3 Min. read
CLARITY Act: Coinbase-Chef Shirzad über die entscheidende Wahl

Das Wichtigste in Kürze

  • Coinbase-Policy-Chef Faryar Shirzad analysiert die Chancen des CLARITY Act vor der Senatsabstimmung Mitte September.
  • Erfahren Sie alles zum 'Jailbreak'-Szenario.

Aktuelle Nachrichten zum CLARITY Act: Faryar Shirzad, Policy-Chef bei Coinbase Global, sieht zwei mögliche Szenarien für den CLARITY Act vor der für den 15. September geplanten Verfahrensabstimmung im Senat.

Der Gesetzentwurf könnte entweder knapp an den 60 für eine Abstimmungsbeendigung (Cloture) erforderlichen Stimmen scheitern, oder ein kurzfristiger parteiübergreifender Umschwung könnte für die nötige Unterstützung sorgen. Diese Einschätzung gab Shirzad am 6. September in einem Gespräch mit dem Branchenexperten Scott Melker ab.

Laut Shirzad hat die Krypto-Industrie jahrelang daran gearbeitet, eine parteiübergreifende Basis für eine umfassende Regulierung aufzubauen. Die kommende Abstimmung wird zeigen, ob sich diese Bemühungen in den notwendigen Stimmen niederschlagen, um das Gesetz zur Marktstruktur voranzutreiben.

Hintergrund der Krypto-Regulierung: Warum das Stimmen-Patt so eng ist

Coinbase geht laut Shirzad nicht davon aus, dass alle 53 republikanischen Senatoren den Antrag unterstützen werden. Jeder Abweichler auf republikanischer Seite erhöht die Anzahl der benötigten demokratischen Stimmen, um die Hürde von 60 Stimmen zu erreichen.

Shirzad rechnet damit, dass einige noch offene Streitpunkte, darunter Bestimmungen zu Decentralized Finance (DeFi) und Börsenregeln, noch vor der Abstimmung geklärt werden. Das größere Risiko sieht er jedoch in den Ethik-Vorschriften bezüglich der Krypto-Interessen von Präsident Donald Trump. Während Senatsdemokraten die vorgeschlagenen Ethik-Klauseln als unzureichend kritisieren, betonen die Republikaner, dass der Entwurf wirksame Schutzmaßnahmen enthalte.

Parallel dazu hat die American Bankers Association die Senatoren aufgefordert, eine vermeintliche Lücke bei Stablecoin-Zinsen und Renditen zu schließen. In ihrem Bericht zur Debatte wurden zudem parteiübergreifende Bedenken hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die lokale Kreditvergabe geäußert.

CLARITY Act News: Das „Jailbreak“-Szenario im Visier von Shirzad

Shirzad beschrieb eine in Washington als „Jailbreak“ bekannte Situation: Dabei könnte die Unterstützung einiger weniger Demokraten anderen Abgeordneten den politischen Rückhalt geben, ebenfalls mit Ja zu stimmen, sobald eine parteiübergreifende Mehrheit sichtbar wird. Er erklärte, dass das Weiße Haus bereits präsidentenspezifische Einschränkungen akzeptiert habe, die Demokraten jedoch möglicherweise weitere Zugeständnisse fordern, bevor sie die nötigen Stimmen für die Cloture liefern. Bankenpolitische Bedenken im Zusammenhang mit Stablecoins könnten zudem die Unterstützung der Republikaner erschweren. Dennoch erwartet er, dass das Weiße Haus auf einen Kompromiss drängen wird; der Ausgang hängt davon ab, ob die Unterhändler die Differenzen bei den Ethik-Bestimmungen und anderen Formulierungen überbrücken können.

Selbst bei einer gescheiterten Abstimmung wäre das Bemühen um eine Krypto-Regulierung laut Shirzad nicht am Ende. Er geht davon aus, dass die Behörden in diesem Fall mehr als 100 Regeln erlassen würden, um die Lücken zu füllen, die der Kongress offen gelassen hat. Ziel sei es, Teile des Gesetzesrahmens durch regulatorische Maßnahmen nachzubilden. Unabhängig vom Ausgang erwartet er, dass Krypto durch Tokenisierung, Stablecoins, Perpetual Futures und 24/7-Märkte weiter in die traditionelle Finanzwelt vordringt. Coinbase werde in jedem Fall seine Plattform weiter ausbauen, die Bereiche wie Investieren, Leihen und verschiedene Anlageklassen umfasst.

Die unmittelbare gesetzgeberische Frage ist somit enger gefasst als die allgemeine Unterstützung für die Regulierung digitaler Vermögenswerte. Shirzads Analyse konzentriert sich auf eine Handvoll demokratischer Stimmen und die Verhandlungen über die Ethik-Klauseln: Eine erfolgreiche Verfahrensabstimmung bringt das Gesetz voran, während ein Scheitern die Behörden dazu zwingen wird, die ungelösten Fragen des Kongresses auf regulatorischem Weg zu klären.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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