Clarity Act durch Senatsausschuss: Das kommt als Nächstes
Der CLARITY Act hat im US-Senat eine wichtige Hürde genommen. Dennoch ist das Krypto-Gesetz noch nicht final verabschiedet. Polymarket zeigt deshalb weiter spürbare Unsicherheit trotz wachsender Chancen.
CLARITY Act passiert Bankenausschuss mit parteiübergreifender Unterstützung im Senat.
Finale Abstimmungen, Zusammenführung und Präsidenten-Unterschrift stehen noch aus.
Polymarket sieht 68 Prozent Chance, aber deutliche Restunsicherheit bleibt.
Der CLARITY Act ist einer der wichtigsten US-Gesetzesentwürfe für den Kryptomarkt. Er soll festlegen, wann digitale Assets eher als Wertpapiere oder Rohstoffe gelten und welche Zuständigkeiten SEC und CFTC künftig haben.
Damit würde der US-Markt erstmals klarere Regeln für Börsen, Broker, Token-Emittenten und Teile des DeFi-Sektors bekommen. Für die Kryptoindustrie wäre das ein großer Schritt, weil viele Unternehmen seit Jahren unter regulatorischer Unsicherheit leiden.
Nun hat der Entwurf eine wichtige Hürde genommen: Der Bankenausschuss des US-Senats stimmte mit 15 zu 9 Stimmen für die Weiterleitung. Dennoch ist das Gesetz noch nicht beschlossen. Die Abstimmung zeigt Momentum, aber auch politische Konflikte bleiben sichtbar.
BREAKING: 🇺🇸 Senate Banking Committee PASSES the Clarity Act in 15-9 vote.
— Bitcoin Magazine (@BitcoinMagazine) May 14, 2026
Meilenstein bei Clarity Act: Was im Senatsausschuss passierte
Im Senate Banking Committee kam es am 14. Mai 2026 zur entscheidenden Markup-Sitzung. Der Ausschuss stimmte mit 15 zu 9 Stimmen dafür, den CLARITY Act voranzubringen. Unterstützt wurde die Vorlage von allen republikanischen Ausschussmitgliedern sowie von zwei Demokraten: Ruben Gallego und Angela Alsobrooks. Genau diese beiden Stimmen sind politisch wichtig, weil sie zeigen, dass der Gesetzentwurf nicht nur ein rein republikanisches Projekt ist.
CLARITY ACT SURVIVES SENATE TEST BUT DEMOCRATS ISSUE WARNING
The Senate Banking Committee voted 15 to 9 to advance the CLARITY Act on Thursday.
Democratic Senators Ruben Gallego and Angela Alsobrooks backed the bill during markup.
Gleichzeitig war die Sitzung kontrovers. Demokratische Senatoren kritisierten vor allem offene Fragen bei Anti-Geldwäsche-Regeln, Sanktionen, DeFi-Aufsicht und möglichen Interessenkonflikten rund um Politiker und deren Krypto-Geschäfte. Mehrere Änderungsanträge scheiterten.
Auch der Streit zwischen Banken und Krypto-Unternehmen über Stablecoin-Rewards spielte weiter eine Rolle. Banken warnen, dass solche Programme traditionelle Einlagen unter Druck setzen könnten. Damit ist der Ausschuss-Erfolg zwar ein klarer Etappensieg für die Kryptoindustrie, aber noch kein politischer Durchmarsch.
Two things happened this week that crypto has been waiting years for.
The Clarity Act cleared the Senate Banking Committee, the first comprehensive crypto regulation bill in US history to make it this far.
Mit der Annahme im Bankenausschuss ist der CLARITY Act nicht verabschiedet. Vielmehr beginnt jetzt die nächste, schwierigere Phase. Zunächst muss die Banking-Version mit der Arbeit des Senate Agriculture Committee zusammengeführt werden. Dieser Ausschuss hatte bereits im Januar 2026 den Digital Commodity Intermediaries Act vorangebracht, der vor allem die Rolle der CFTC bei digitalen Rohstoffmärkten betrifft. Beide Stränge müssen politisch und juristisch zusammenpassen.
Danach braucht die zusammengeführte Senatsfassung eine Mehrheit im gesamten Senat. Praktisch entscheidend ist dabei die 60-Stimmen-Hürde, um ein mögliches Filibuster zu überwinden. Dafür reichen republikanische Stimmen allein nicht aus.
Weitere Demokraten müssten den Entwurf unterstützen. Genau hier liegt das Risiko: Gallego und Alsobrooks stimmten zwar im Ausschuss zu, warnten aber zugleich, dass ihre spätere Unterstützung von Nachbesserungen bei Ethik- und Finanzkriminalitätsregeln abhängen könnte.
Selbst nach einer erfolgreichen Senatsabstimmung wäre der Prozess nicht beendet. Dann müsste die Senatsfassung mit der House-Version abgestimmt werden. Erst wenn beide Kammern denselben Text verabschieden, könnte der Entwurf an Präsident Donald Trump zur Unterschrift gehen. Der Zeitdruck ist hoch, da die Midterms im November 2026 näher rücken und das politische Fenster enger wird.
Auf Polymarket wird die Wahrscheinlichkeit, dass der CLARITY Act 2026 Gesetz wird, aktuell mit rund 68 Prozent angezeigt. Das passt zum politischen Bild: Der Ausschuss-Erfolg war ein wichtiger Katalysator, aber der Markt preist weiterhin Unsicherheit ein. Eine Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent bedeutet eben nicht, dass die Verabschiedung sicher ist. Vielmehr bleibt rund ein Drittel Restrisiko bestehen.
Dieses Risiko ergibt sich aus mehreren Faktoren. Erstens muss der Text noch durch den gesamten Senat. Zweitens sind ethische Regeln, Finanzkriminalitätsvorschriften und Stablecoin-Fragen weiterhin umkämpft. Drittens muss am Ende auch die Abstimmung zwischen Senat und Repräsentantenhaus gelingen.
Besonders sensibel bleibt die Frage, ob genügend Demokraten den finalen Text unterstützen. Die Ausschussabstimmung zeigt zwar parteiübergreifendes Momentum, aber noch keine stabile Mehrheit für den finalen Weg. Deshalb wirkt die Polymarket-Wahrscheinlichkeit plausibel: Der CLARITY Act ist näher an der Realität als zuvor, aber noch lange nicht durch.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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