eToro kauft Self-Custody-Wallet-Unternehmen Zengo für 70 Millionen USD

eToro übernimmt die Self-Custody-Wallet Zengo für 70 Millionen USD

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 3 Min. read
eToro kauft Self-Custody-Wallet-Unternehmen Zengo für 70 Millionen USD

Das Wichtigste in Kürze

  • Zengo wurde 2018 von CEO Ouriel Ohayon, Tal Be’ery und Omer Shlomovits gegründet und baute seine Wallet auf Multi-Party-Computation-Kryptografie auf – ein Konzept, das die traditionelle Seedphrase überflüssig macht, indem die Kontrolle über den privaten Schlüssel auf mehrere Rechenparteien aufgeteilt wird.
  • Das Ergebnis ist eine „schlüssellose“ Wallet, bei der kein einzelner Point-of-Failure die Gelder der Nutzer gefährden kann – ein bedeutendes Sicherheitsmerkmal in einem Umfeld, in dem betrügerische Wallet-Anwendungen weiterhin Bestände von Nutzern entwenden.

Die Handelsplattform eToro hat vereinbart, den Anbieter von Self-Custodial-Kryptowallets Zengo für 70 Millionen USD zu übernehmen, wobei die Zahlung laut Bloomberg primär in bar erfolgt. Der Deal kombiniert die 40 Millionen registrierten Nutzer von eToro mit Zengos schlüsselloser Multi-Party-Computation-Wallet-Infrastruktur (MPC) – was dem börsennotierten Broker direkten Besitz an einer Custody-Ebene verschafft, die ihm zuvor fehlte.

Die strukturelle Tragweite geht über den offengelegten Preis hinaus. Brokerage-Häuser und Fintech-Plattformen erwerben zunehmend Verwahrungs- und Wallet-Infrastrukturen, anstatt diese zu lizenzieren oder Partnerschaften einzugehen. Dieses Muster spiegelt sowohl den Wettbewerbsdruck als auch die Schwierigkeit wider, kryptografische Systeme auf MPC-Niveau von Grund auf selbst zu entwickeln.

Der Schritt von eToro folgt auf vergleichbare Expansionen traditioneller Finanzakteure, wie das Beispiel von Charles Schwab zeigt, der den direkten Handel mit Bitcoin und Ethereum für seine 38,9 Millionen aktiven Brokerage-Konten eingeführt hat – ein Signal dafür, dass die Brücke vom regulierten Sektor zu DeFi nun ein primäres Wettbewerbsumfeld ist.

Wir vermuten, dass es bei dieser Akquisition weniger um die 2 Millionen Nutzer von Zengo geht, sondern vielmehr darum, was diese Nutzer repräsentieren: den Beweis, dass eine schlüssellose Wallet ohne Seedphrase Massentauglichkeit erreichen kann. eToro kauft gleichzeitig die Architektur und den Beleg für deren Erfolg.

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Zengo Wallet-Technologie: Was eToro tatsächlich erwirbt

Zengo wurde 2018 von CEO Ouriel Ohayon, Tal Be’ery und Omer Shlomovits gegründet und baute seine Wallet auf Multi-Party-Computation-Kryptografie auf – ein Konzept, das die traditionelle Seedphrase überflüssig macht, indem die Kontrolle über den privaten Schlüssel auf mehrere Rechenparteien aufgeteilt wird.

Das Ergebnis ist eine „schlüssellose“ Wallet, bei der kein einzelner Point-of-Failure die Gelder der Nutzer gefährden kann – ein bedeutendes Sicherheitsmerkmal in einem Umfeld, in dem betrügerische Wallet-Anwendungen weiterhin Bestände von Nutzern entwenden.

Das Unternehmen bedient über 2 Millionen Privatpersonen und Unternehmen in mehr als 180 Ländern und hatte zuvor die auf Stablecoins spezialisierte Wallet Minke erworben, um sein On-Chain-Produktangebot zu erweitern. Zengo hat laut Crunchbase-Daten insgesamt 24 Millionen USD eingesammelt, darunter eine Serie-A-Finanzierungsrunde über 20 Millionen USD 2021, an der unter anderem Insight Partners und Tether beteiligt waren. Damit stellt der Übernahmepreis von eToro in Höhe von 70 Millionen USD ein signifikantes Multiple auf die offengelegte Finanzierung dar, das Berichten zufolge im Bereich des Acht- bis Zehnfachen des jährlich wiederkehrenden Umsatzes liegt.

Nach der Übernahme soll Zengo voraussichtlich als eigenständiges Produkt weitergeführt werden, während der gesamte Technologie-Stack und das Entwicklungsteam in die Plattform von eToro integriert werden. eToro hat Pläne für eine kurzfristige Integration angedeutet, die seiner bestehenden Nutzerbasis über die Infrastruktur von Zengo den Zugang zu dezentralen Produkten – wie Prognosemärkten, Perpetuals und Renditeinstrumenten – ermöglichen würde.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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