Gemini-Aktie fällt nach Börsengang um 80 % – Krypto-Winter testet Winklevoss-Börse

Gemini droht Risiko einer harten Landung inmitten der Krypto-Talfahrt: Bloomberg

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 3 Min. read
Gemini-Aktie fällt nach Börsengang um 80 % – Krypto-Winter testet Winklevoss-Börse

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine schnelle Schicksalswende für Gemini (GEMI), das im September 2025 an der Nasdaq mit einer Bewertung von fast 4 Mrd USD notiert wurde.
  • Der anschließende Marktabschwung hat den Aktienkurs dezimiert, der derzeit rund 80 % unter seinem Höchststand gehandelt wird.
  • Dieser finanzielle Engpass zwang das Unternehmen kürzlich zu drastischen Restrukturierungsmaßnahmen.

Die starke Korrektur des Kryptomarktes betrifft alle. Gemini, die Börse von Cameron und Tyler Winklevoss, steht nach einem massiven Einbruch der Kryptopreise vor erheblichen Gefahren. Die in New York ansässige Börse, die Ende 2025 an die Börse ging, kämpft nun mit dem Szenario einer „harten Landung“, da der Krypto-Winter die Fragilität ihrer aggressiven Expansionspläne inmitten einer Marktkorrektur von 40 % offenlegt.

Der Abschwung hat die Gewinne des Bullenmarktes zunichte gemacht, die die Wachstumsstrategie des Unternehmens stützten. Dies zwingt das Management nun zu testen, wie schnell sie einen verlustbringenden Betrieb mit geringem Spielraum für Fehler neu positionieren können.

80 % Kurssturz für Gemini bei anhaltendem Rückgang des Kryptomarktes

Eine schnelle Schicksalswende für Gemini (GEMI), das im September 2025 an der Nasdaq mit einer Bewertung von fast 4 Mrd. USD notiert wurde. Der anschließende Marktabschwung hat den Aktienkurs dezimiert, der derzeit rund 80 % unter seinem Höchststand gehandelt wird. Dieser finanzielle Engpass zwang das Unternehmen kürzlich zu drastischen Restrukturierungsmaßnahmen.

Wie Coinspeaker bereits berichtete, strich Gemini in diesem Monat Stellen und zog sich aus Europa zurück, um Kapital zu erhalten, was auf erheblichen operativen Stress hindeutet. Der Rückzug aus den Märkten in Großbritannien, der EU und Australien markiert eine deutliche Schrumpfung für ein Unternehmen, das sich erst Monate zuvor für die globale Dominanz positioniert hatte.

Stabilität der Börse und Kontrahentenrisiko im Fokus

Die Finanzkennzahlen verdeutlichen das Ausmaß des Schadens. Während der Nettoumsatz 2025 auf 175 Mio. USD stieg, kletterten die Ausgaben um fast 70 % auf 530 Mio. USD, getrieben durch Expansionsbemühungen, die die Marktwende nicht vorausgesehen hatten. Infolgedessen ist der weltweite Marktanteil von Gemini im Spot-Handel weggebrochen und fiel von 0,6 % auf nur noch 0,1 %.

GEMINI (GEMI)

GEMINI GEMI Quelle: Nasdaq

Inmitten der Restrukturierung bestätigen Berichte das Ausscheiden des COO, CFO und des Chief Legal Officer aus der Führungsebene. Diese Schrumpfung spiegelt die breiteren Kämpfe der Branche wider, ähnlich wie die Aktie von Galaxy Digital nach der Meldung eines Verlusts von 482 Mio. USD einbrach, was die systemischen Risiken für krypto-native Aktien während anhaltender Abwärtsphasen unterstreicht.

Der Status als börsennotiertes Unternehmen hat die Situation weiter verkompliziert und den Börsengang eher zu einem „Test der Leistungsoffenlegung“ als zu einem Kapitalsieg gemacht. Strenge Berichtspflichten legen nun die Cash-Burn-Rate des Unternehmens vor skeptischen Anlegern am öffentlichen Markt offen.

Mögliche Rettung: Wechsel zu Prognosemärkten?

Das Management versucht eine strategische Neuausrichtung hin zu Prognosemärkten, um die Einnahmen zu diversifizieren, wobei Analysten angesichts des überfüllten Wettbewerbsumfelds vorsichtig bleiben. Die unmittelbare Sorge der Anleger gilt weiterhin der Liquidität und der betrieblichen Kontinuität. Da Bitcoin-Börsenreserven inmitten der Marktnachfrage nach Selbstverwahrung oder sichereren Häfen steigen, sehen sich zentralisierte Plattformen einer verstärkten Prüfung ihrer Solvenz gegenüber.

Mit einem niedrigen Wert für die finanzielle Stärke dient Geminis Weg nach dem Börsengang als mahnendes Beispiel für Risiken, wenn hohe operative Kosten auf einen Krypto-Winter treffen. Marktbeobachter werden die Ergebnisse des ersten Quartals 2026 genau verfolgen, um zu sehen, ob die drastische Reduzierung der Mitarbeiterzahl ausreicht, um den Cashflow des Unternehmens zu stabilisieren.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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