Ist Satoshi tot? Bitcoin-Experte erklärt seine These
Immer wieder gibt es Gerüchte über Satoshi und Bitcoin. Wer hinter Bitcoin steckt, ist bis heute nicht bekannt. Neue Gerüchte gibt es ständig. Dabei könnte Satoshi Nakamoto schon lange tot sein.
Adam Back bestreitet erneut, dass er der Bitcoin-Gründer Satoshi ist.
Satoshi könnte lange tot sein, sonst hätte er seine Bitcoins schon bewegt.
Geringe Wahrscheinlichkeit, dass Satoshi seine BTC in 2026 transferiert.
Seit Jahren ranken sich um Satoshi Nakamoto unzählige Spekulationen. Wer Bitcoin erfunden hat, ist bis heute ungeklärt – und genau dieses Rätsel gehört längst zum Mythos der größten Kryptowährung der Welt.
Immer wieder tauchen neue Namen auf, doch harte Beweise fehlen meist. Nun hat ein neuer Bericht frische Debatten ausgelöst: Ausgerechnet Adam Back, einer der bekanntesten Cypherpunks und Erfinder von Hashcash, rückt wieder stark in den Fokus.
Parallel dazu argumentiert der Bitcoin-Investor Nic Carter, dass Satoshi vermutlich gar nicht mehr lebt. Auch der Markt selbst bleibt auffallend gelassen: Laut Polymarket sehen Trader nur geringe Chancen, dass sich Satoshis Coins 2026 überhaupt bewegen werden. Doch haben die Gerüchte weiter Einfluss auf die Bitcoin Prognosen für 2026?
Auslöser der neuen Diskussion ist ein Bericht der New York Times, über den inzwischen mehrere große Medien berichtet haben. Demnach soll Journalist John Carreyrou nach längerer Recherche zu dem Schluss gekommen sein, dass Adam Back der wahrscheinlichste Kandidat für Satoshi Nakamoto sei.
Die Argumentation stützt sich vor allem auf indirekte Indizien: Back war tief in der Cypherpunk-Szene verankert, entwickelte mit Hashcash ein System, das später als wichtiger Vorläufer des Proof-of-Work-Prinzips von Bitcoin galt, und soll zudem sprachliche sowie stilistische Überschneidungen mit Satoshis bekannten Texten aufweisen. Auch zeitliche Muster – etwa Phasen geringerer öffentlicher Aktivität – wurden als Hinweise interpretiert.
i'm not satoshi, but I was early in laser focus on the positive societal implications of cryptography, online privacy and electronic cash, hence my ~1992 onwards active interest in applied research on ecash, privacy tech on cypherpunks list which led to hashcash and other ideas.
Adam Back hat die These jedoch klar zurückgewiesen. In einem X-Post schrieb er, er sei nicht Satoshi, habe sich aber schon sehr früh intensiv mit den gesellschaftlichen Potenzialen von Kryptographie, Privatsphäre und elektronischem Geld beschäftigt.
Genau diese frühe inhaltliche Nähe sei aus seiner Sicht auch der Grund, weshalb manche Beobachter zu voreiligen Schlüssen kämen. Back argumentiert sinngemäß, dass seine starke Präsenz in alten Cypherpunk-Debatten eine Art Bestätigungsfehler begünstige: Wer besonders oft über E-Cash, Privacy und Kryptographie geschrieben habe, erscheine im Rückblick automatisch verdächtiger als andere, die ähnliche Ideen hatten, aber deutlich weniger dokumentiert sind.
Zudem betonte Back, dass er selbst nicht wisse, wer Satoshi sei – und dass dies für Bitcoin womöglich sogar gut sei, weil das Netzwerk so eher als neutrale, mathematisch knappe digitale Ware wahrgenommen werde.
Nic Carter hält wenig von der neuen Adam-Back-These. In seinem ausführlichen Beitrag argumentiert er, dass der Bericht aus seiner Sicht keine wirklich neuen Beweise liefere und die Hürde für eine Identifizierung von Satoshi extrem hoch bleibe. Oberflächliche Stilanalysen und sprachliche Muster seien aus seiner Sicht nicht ausreichend, weil solche Verfahren leicht fehlinterpretiert oder statistisch überdehnt werden könnten. Carter bleibt deshalb skeptisch, obwohl er grundsätzlich glaubt, dass künftige KI-gestützte Stylometrie das Rätsel eines Tages womöglich tatsächlich lösen könnte.
Sein eigentliches Hauptargument geht jedoch in eine andere Richtung: Carter glaubt, dass Satoshi vermutlich nicht mehr lebt, weil sonst das Problem der quantenanfälligen Altbestände viel dringlicher angegangen worden wäre. Er verweist darauf, dass ein erheblicher Teil früher Bitcoin-Bestände in alten Adressformaten liege, die bei ausreichend leistungsfähigen Quantencomputern theoretisch angreifbar werden könnten.
Sollte Satoshi noch leben und Zugriff auf die eigenen Coins haben, so Carter, hätte diese Person einen enormen moralischen und historischen Anreiz, die Bestände entweder in modernere, sicherere Adressen zu verschieben oder sie nachweislich unbrauchbar zu machen. Dass dies bislang nicht geschehen sei, deutet Carter als starkes Indiz dafür, dass Satoshi nicht mehr handlungsfähig ist – aus seiner Sicht also sehr wahrscheinlich verstorben.
Was sind Satoshis Bitcoins – und warum Polymarket skeptisch bleibt
Mit „Satoshis Bitcoins“ sind jene frühen BTC-Bestände gemeint, die auf Basis von Blockchain-Analysen dem Bitcoin-Erfinder zugeschrieben werden
Diese Bestände wurden seit Jahren nicht bewegt. Entsprechend gering ist auch das Vertrauen des Marktes in eine plötzliche Aktivierung. Auf Polymarket lag die Wahrscheinlichkeit zuletzt nur bei rund 9 bis 10 Prozent, dass Satoshi im Jahr 2026 überhaupt Bitcoin bewegt. Das zeigt, wie klar der Markt derzeit auf Kontinuität setzt: Das große Satoshi-Wallet bleibt für Trader vorerst vor allem ein Mythos.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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