Krypto-Schock: Grayscale erwartet Scheitern von Clarity Act
Der CLARITY Act soll eines der zentralen Probleme des US-Kryptomarkts lösen: die bis heute fragmentierte Regulierung digitaler Vermögenswerte. Das Gesetz soll insbesondere klarer festlegen, wann ein Krypto-Asset als Wertpapier oder als Commodity einzustufen ist und welche Zuständigkeiten damit bei SEC und CFTC liegen. Für Börsen, Token-Projekte und andere Marktteilnehmer würde dadurch ein umfassenderer bundesweiter Rechtsrahmen […]
CLARITY Act soll Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC klarer regeln.
Im September steht der nächste wichtige Schritt im Senat an.
Grayscale hält eine Verabschiedung noch 2026 mittlerweile für unwahrscheinlich.
Coinbase-Chef Armstrong fordert schnelle Regeln für Innovation und Verbraucherschutz.
Bitcoin Hyper zeigt trotz Bärenmarkt relative Stärke im Presale.
Der CLARITY Act soll eines der zentralen Probleme des US-Kryptomarkts lösen: die bis heute fragmentierte Regulierung digitaler Vermögenswerte. Das Gesetz soll insbesondere klarer festlegen, wann ein Krypto-Asset als Wertpapier oder als Commodity einzustufen ist und welche Zuständigkeiten damit bei SEC und CFTC liegen.
Für Börsen, Token-Projekte und andere Marktteilnehmer würde dadurch ein umfassenderer bundesweiter Rechtsrahmen entstehen. Genau dieser fehlt der Branche bislang. Doch obwohl der Entwurf bereits weit im Gesetzgebungsverfahren vorangekommen ist, zieht sich der politische Prozess immer weiter hin. Streitpunkte reichen von Stablecoin-Regeln über Bankeninteressen bis zu Ethikvorschriften für Regierungsvertreter. Nach einer weiteren Verzögerung vor der Sommerpause soll nun im September der nächste entscheidende Anlauf erfolgen.
CLARITY Act: Abstimmung im September soll endlich kommen
Kurz vor Beginn der Sommerpause hat der republikanische Mehrheitsführer im Senat, John Thune, zumindest den formalen nächsten Schritt eingeleitet. Thune reichte eine sogenannte Cloture Motion für den Antrag ein, die Beratung von H.R. 3633 – dem Digital Asset Market Clarity Act – aufzunehmen. Damit kann der Senat versuchen, die Debatte zu begrenzen und das Gesetz tatsächlich auf die Tagesordnung zu bringen. Der offizielle Senatsbericht bestätigt diesen Schritt.
🚨NEW: Majority Leader Thune filed cloture on the motion to proceed to the Clarity Act.
It will be voted on by the Senate after they return at 2:15 PM on Tuesday, September 15, as agreed to by the Senate this morning. https://t.co/Px46k5GTlp
Nach der derzeitigen Planung soll der nächste wichtige Verfahrensschritt nach der Rückkehr des Senats aus der Sommerpause erfolgen. Für den 15. September ist eine Abstimmung vorgesehen. Damit wäre der CLARITY Act erstmals wieder konkret auf dem Floor-Kalender verankert.
Entschieden ist damit allerdings noch nichts. Für das Überwinden einer möglichen Blockade werden 60 Stimmen benötigt. Selbst bei geschlossener Unterstützung der republikanischen Senatoren braucht die Führung deshalb zusätzliche Stimmen aus dem demokratischen Lager beziehungsweise von Unabhängigen. Genau hier liegt weiterhin eines der größten Risiken. Neben regulatorischen Details sorgen vor allem Bankeninteressen und mögliche Ethikregeln rund um Krypto-Aktivitäten von Regierungsvertretern für politischen Streit.
Der September-Termin ist somit ein wichtiger Fortschritt – aber noch lange keine Garantie für die Verabschiedung des Gesetzes.
Grayscale zweifelt an 2026 – Brian Armstrong erhöht den Druck
Deutlich skeptischer fällt mittlerweile die Einschätzung von Grayscale Head of Research Zach Pandl aus. Zwar hält Pandl eine politische Einigung theoretisch weiterhin für möglich. Der immer enger werdende Kalender des Senats und die Dynamik eines Wahljahres würden die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Verabschiedung 2026 jedoch deutlich reduzieren. Grayscale spricht deshalb mittlerweile davon, dass ein erfolgreicher Abschluss in diesem Jahr eher unwahrscheinlich erscheint.
Grayscale: CLARITY Act Unlikely to Pass This Year, but Crypto Can Still Move Forward
Grayscale Head of Research Zach Pandl said the chances of the CLARITY Act passing this year now appear low due to the Senate calendar and election-year politics. He argued that failure to pass… pic.twitter.com/PGcIcYemjt
Pandl sieht darin allerdings keinen unmittelbaren Schock für den Kryptomarkt. Bitcoin würde seine Funktion als digitales Wertaufbewahrungsmittel nicht plötzlich verlieren, große Blockchains könnten weiterhin operieren und auch Stablecoin-Zahlungen dürften sich weiterentwickeln. Schließlich sei die Branche über viele Jahre auch ohne einen umfassenden US-Marktstrukturrahmen gewachsen.
Problematischer wären die langfristigen Folgen. Ohne einheitliche Regeln könnten neue Investitionen und Kapitalbildung in den USA gebremst werden. Besonders Bereiche wie tokenisierte Wertpapiere oder neue digitale Finanzinfrastrukturen benötigen verlässlichere regulatorische Rahmenbedingungen. Grayscale hält es deshalb für möglich, dass Entwickler und Unternehmen verstärkt in andere Jurisdiktionen ausweichen. Gleichzeitig dürften SEC und andere Behörden versuchen, bestehende Lücken über einzelne Regeln und Leitlinien zu schließen.
The Senate didn't move the CLARITY Act this week. That's disappointing, but I appreciate @LeaderJohnThune's commitment to bringing the bill up in September. After all the work that's gone into this legislation, everyone wants it done so they can move forward.
Auch Coinbase-CEO Brian Armstrong reagierte enttäuscht auf die neuerliche Verzögerung. Er begrüßte zwar Thunes Zusage, das Gesetz im September wieder aufzunehmen, fordert vom Kongress jedoch weiterhin einen klaren bundesweiten Marktstrukturrahmen. Armstrong argumentiert, dass regulatorische Klarheit zusätzliche Investitionen, Innovationen und Arbeitsplätze in den USA ermöglichen und zugleich einen besseren Verbraucherschutz schaffen könne.
Trotz der Verzögerung sieht er die technologische Entwicklung nicht gestoppt: Stablecoins, tokenisierte reale Vermögenswerte und Perpetual Futures würden unabhängig vom politischen Kalender weiter wachsen. Sein Appell an den Senat ist deshalb eindeutig: Der Prozess soll im September endlich abgeschlossen werden.
Bitcoin-L2 mit relativer Stärke: Bitcoin Hyper trotzt dem schwachen Markt
Während der breite Kryptomarkt weiterhin unter dem Bärenmarkt leidet, rücken Projekte mit relativer Stärkezunehmend in den Fokus. Ein Beispiel dafür ist Bitcoin Hyper (HYPER). Das Projekt positioniert sich als Bitcoin-Layer-2 und will eine der größten Schwächen des Bitcoin-Netzwerks adressieren: Bitcoin ist zwar äußerst sicher und liquide, eignet sich in seiner heutigen Form jedoch nur eingeschränkt für schnelle und komplexe Onchain-Anwendungen. Bitcoin Hyper möchte genau hier ansetzen und Bitcoin um eine leistungsfähigere Ausführungsebene erweitern.
Das Konzept verbindet dafür Eigenschaften von Bitcoin und Solana. Bitcoin soll als Basis für Sicherheit und Liquidität dienen, während eine auf Solana-Technologie ausgerichtete Ausführungsumgebung schnelle und kostengünstige Transaktionen ermöglichen soll. Über eine Zero-Knowledge-basierte Bridge sollen BTC zwischen Bitcoin-L1 und der Layer-2-Infrastruktur bewegt werden können. Damit könnten perspektivisch Anwendungen aus Bereichen wie DeFi, Trading oder Payments stärker mit Bitcoin verknüpft werden, ohne sämtliche Aktivitäten direkt auf der vergleichsweise langsamen Hauptchain abzuwickeln.
Auffällig ist insbesondere das bisherige Momentum im Presale. Trotz des angeschlagenen Gesamtmarkts wurden nach Angaben des Projekts bereits rund 33 Millionen US-Dollar eingesammelt. Eine solche Nachfrage während eines Bärenmarkts kann als Zeichen relativer Stärke interpretiert werden, wenngleich ein erfolgreicher Presale natürlich keine Garantie für eine spätere Kursentwicklung darstellt.
Zusätzlich können HYPER-Token bereits im Presale gestakt werden. Die ausgewiesene Staking-Rendite liegt derzeit bei rund 36 Prozent APY.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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