Ripple baut institutionelle Krypto-Verwahrung aus und positioniert sich so als Infrastruktur-Backbone

Ripple forciert den Ausbau seiner institutionellen Infrastruktur und rückt damit stärker in den Wettbewerb um professionelle Krypto-Verwahrung. Neue Partnerschaften mit Securosys und Figment sollen regulatorische, technische und operative Hürden für Banken und Finanzdienstleister senken. Der Schritt unterstreicht Ripples strategische Neuausrichtung: Weg vom reinen Zahlungsanbieter, hin zu einer umfassenden Plattform für institutionelle Digital-Asset-Services. Erfahre hier mehr!

Dennis Geisler von Dennis Geisler Updated 3 Min. read
Ripple baut institutionelle Krypto-Verwahrung aus und positioniert sich so als Infrastruktur-Backbone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ripple integriert Securosys und Figment in seine Custody-Plattform, um sichere Verwahrung und Staking für regulierte Institutionen zu vereinfachen.
  • Banken und Verwahrstellen sollen Krypto-Services anbieten können, ohne eigene Validatoren oder komplexe Key-Management-Systeme zu betreiben.
  • Damit positioniert sich Ripple zunehmend als Infrastrukturpartner für institutionelle Anwendungen jenseits des klassischen Zahlungsverkehrs.

Ripple stärkt institutionelle Verwahrung mit strategischen Partnerschaften

Ripple treibt den Ausbau seiner institutionellen Infrastruktur weiter voran.

In einer am Montag (9. Februar) veröffentlichten Mitteilung kündigte das Unternehmen eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Schweizer Cybersecurity-Spezialisten Securosys sowie dem Staking-Infrastrukturanbieter Figment an.

Ziel der Partnerschaft ist es, Ripples institutionelle Custody-Plattform technisch aufzurüsten und regulatorisch anschlussfähig zu machen – insbesondere für Banken, Verwahrstellen und regulierte Finanzdienstleister.

Analysten werten den Schritt als gezielte Vereinfachung eines bislang komplexen Marktsegments. Institutionen sollen künftig Verwahrung und Staking anbieten können, ohne selbst Validatoren zu betreiben oder eigene Key-Management-Systeme entwickeln zu müssen.

Genau diese operativen Hürden galten bislang als zentrales Hemmnis für viele regulierte Marktteilnehmer!

Ripple verfolgt eine langfristige und umfangreiche Geschäftsstrategie

Die neuen Integrationen bauen auf mehreren strategischen Vorbereitungen: Erst im vergangenen Jahr hatte Ripple den französisch regulierten Custody-Anbieter Palisade übernommen und parallel Chainalysis-Tools für Compliance und Transaktionsüberwachung integriert.

In Kombination ermöglichen diese Bausteine nun die sichere Verwaltung kryptografischer Schlüssel über Hardware-Sicherheitsmodule (HSMs), wahlweise On-Premise oder cloudbasiert.

Für regulierte Institute ist die Neuerung entscheidend, da sie bestehende Sicherheits- und Governance-Anforderungen aus der klassischen Finanzwelt abbildet.

Gleichzeitig öffnet Ripple seine Plattform stärker für Proof-of-Stake-Netzwerke. Über Figment erhalten Institutionen Zugang zu Staking-Diensten für Netzwerke wie Ethereum und Solana, inklusive integrierter Echtzeit-Compliance-Prüfungen.

Damit positioniert sich Ripple nicht nur als Zahlungsanbieter, sondern zunehmend als umfassender Infrastrukturpartner für digitale Vermögenswerte!

In der eigenen Einordnung betont Ripple, dass die neuen Integrationen vor allem eines leisten sollen: kürzere Implementierungszeiten und einen schnelleren Markteintritt für institutionelle Custody-Angebote.

Hinter dieser Argumentation steht eine klare strategische Neuausrichtung. Das Unternehmen will über sein Kerngeschäft im Zahlungsverkehr hinauswachsen und sich in Bereichen wie Verwahrung, Treasury-Management und Post-Trade-Services etablieren.

Dabei ist wichtig, Ripple sauber einzuordnen. Das Unternehmen ist nicht nur Entwickler einer Blockchain-basierten Zahlungsinfrastruktur, sondern auch Emittent von XRP und dem US-Dollar-Stablecoin RLUSD, der Ende 2024 eingeführt wurde.

Entsprechend hoch ist das Interesse Ripples, institutionelle Anwendungsfälle rund um diese Ökosysteme zu fördern.

Die Ankündigung folgt zudem kurz nach dem Start einer neuen Corporate-Treasury-Plattform, mit der Ripple klassische Cash-Management-Systeme mit digitaler Asset-Infrastruktur verbinden will.

Auch hier richtet sich der Fokus klar auf Unternehmen und Finanzinstitute, die digitale Vermögenswerte in bestehende Prozesse integrieren möchten, ohne ihre operative Struktur grundlegend zu verändern.

Der Vorstoß erfolgt in einem zunehmend umkämpften Markt. Während Proof-of-Stake-Netzwerke institutionelles Interesse am Staking wecken, bleibt die regulatorische Lage in vielen Jurisdiktionen unsicher.

Institutionelle Verwahrung wird zum neuen Wettbewerbsfeld

Figment selbst hatte bereits im Oktober seine Zusammenarbeit mit Coinbase ausgeweitet, sodass Kunden von Coinbase Custody und Prime Staking über mehrere Chains hinweg – darunter Solana, Sui, Aptos und Avalanche – nutzen können. Auch andere Akteure positionieren sich:

Anchorage Digital führte Ende vergangenen Jahres Staking-Unterstützung für das Hyperliquid-Ökosystem ein, während Fireblocks kürzlich ankündigte, die Stacks-Blockchain zu integrieren, um institutionellen Zugang zu Bitcoin-basierten Lending- und Yield-Produkten zu schaffen.

Insgesamt zeigt sich ein klarer Trend: Während klassische Krypto-Narrative an Zugkraft verlieren, verlagert sich der Wettbewerb zunehmend auf professionelle Infrastruktur.

Ripples jüngste Schritte sind vor diesem Hintergrund weniger Marketing als vielmehr ein kalkulierter Versuch, sich dauerhaft als institutioneller Backbone der Blockchain-Ökonomie zu etablieren.


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Dennis Geisler

Dennis Geisler, 25, stammt aus Kiel und lebt seit August in Thailand. Im Jahr 2020 kam er erstmals mit Kryptowährungen in Berührung, als er über Binance XRP im Wert von 100 Euro kaufte. Die starken Kursschwankungen und das Potenzial schneller Gewinne zogen ihn in den Bann und weckten sein Interesse an den Mechanismen hinter den Preisbewegungen – von rationalen Marktkräften bis hin zu psychologischen Mustern. Heute verbindet er seine journalistische Leidenschaft mit der Krypto-Welt: Für verschiedene Formate verfasst er Nachrichten, Grundlagenartikel und tiefgehende Blockchain-Analysen. Mit BitBlog engagiert er sich zudem in Norddeutschland für die Beratung von Unternehmen und Privatpersonen rund um digitale Währungen.

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