Donald Trump hat europäischen Staaten einen großen Vergeltungsschlag in Aussicht gestellt, falls sie als Antwort auf Zoll-Drohungen US-Vermögenswerte wie Treasuries abstoßen.
Parallel wächst in Deutschland der politische Druck, einen Teil der Goldreserven aus New York zurückzuholen.
Währenddessen lädt WLFI nach Mar-a-Lago: Das World Liberty Forum ist für den 18 Februar 2026 angekündigt.
Es geht um Zölle, Diplomatie und Macht über Finanzströme. In Davos hat US-Präsident Donald Trump den Ton noch einmal verschärft und europäischen Staaten offen mit einem großen Vergeltungsschlag gedroht – für den Fall, dass US-Anlagen, darunter auch US-Staatsanleihen (Treasuries), als Druckmittel verkauft werden.
Gleichzeitig bemüht sich Brüssel um Deeskalation: Die EU-Kommission will ein Paket möglicher Vergeltungsmaßnahmen im Umfang von 93 Milliarden Euro weiter ausgesetzt lassen, nachdem Washington die akute Zoll-Drohung zuletzt wieder zurückgenommen hatte.
Trumps „big retaliation“
Trump hatte für deutliches Risk-Off am Markt gesorgt, als er gegenüber mehreren europäischen Staaten Zölle in Aussicht gestellt hat, bis die USA Zugriff auf Grönland bekämen. Aktionen wie diese schaffen in Europa den Beginn einer Diskussion darüber, ob US-Anlagen weiterhin als politisch neutral gelten dürfen. EU-Staaten sprachen von Erpressung und prüfen Gegenmaßnahmen.
Nach Äußerung der Idee, dass Europa nicht nur mit Gegenzöllen antworten würde, sondern im Extremfall etwa auch dem Abbau von US-Positionen, hat Trump hat seine Warnung nach Berichten in einem Interview mit Fox Business ausgesprochen und betont, die USA hätten die “besseren Karten”. Dass Brüssel parallel eine Aussetzung möglicher Vergeltungszölle verlängern will, zeigt aber auch: Eskalation ist derzeit nicht das Standardprogramm, sondern eher eine Drohkulisse und Vorsorge.
Die angespannte Lage sorgt für eine neue Nervosität bei großen Investoren. Der Treasury-Markt ist riesig und in den vergangenen Monaten war die globale Nachfrage nach US-Staatsanleihen (noch) hoch. Doch nordeuropäische Großanleger aus Schwerden und Dänemark überprüfen etwa ihre US-Exposure; (Teil-)Verkauf von Treasuries oder entsprechende Pläne wurden geäußert. Auch in Deutschland wird die Idee einer finanziellen Eskalation politisch diskutiert; zugleich warnt die deutsche Bundesregierung vor einer Spirale, die am Ende beiden Seiten schaden würde.
Doch angeblich hätte man sich voerst geeinigt. Donald Trump schreibt auf seinem Social Media Kanal, dass er aufgrund der positiven Einigung doch noch von den ab 01. Februar vorgesehenen 10-Prozent-Zöllen für EU-Staaten absieht.
BREAKING: President Trump says he will no longer be imposing 10% tariffs on EU countries on February 1st.
Trump says he has “formed the framework for a future deal with respect to Greenland” with the Secretary General of NATO. pic.twitter.com/a6yzt0IjSf
Angesichts der geopolitischen Anspannung und insgesamt unsicheren Weltlage werden Forderungen von der deutschen Politik sowie von Experten lauter, deutsches, gelagertes Gold im Wert von 164 Milliarden Euro aus den USA zurückzuholen. Mehr als ein Drittel deutscher Bestände ist aktuell im Ausland gelagert. Gewarnt wird vor Trumps Unkalkulierbarkeit.
“Konkret: 405 Tonnen [Gold lagern] bei der Bank of England in London und 1.236 Tonnen bei der Federal Reserve Bank (Fed) in New York. Das bedeutet, dass mehr als ein Drittel der deutschen Goldreserven, nämlich 37 Prozent, in den USA liegt.”
37% der deutschen Goldreserven lagern in den USA. In einer Zeit wachsender globaler Unsicherheiten und unter der unberechenbaren US-Politik von Präsident Trump ist das nicht länger vertretbar. Vor diesem Hintergrund fordere ich die Bundesregierung auf, schnellstmöglich einen…
Zwischen all dem geopolitischen Trubel will World Liberty Financial (WLFI) am 18. Februar 2026 in Mar-a-Lago das „World Liberty Forum“ veranstalten: ein „invitation-only“ Treffen von Führungskräften aus Finance, Tech und Politik. Laut der Mitteilung sollen neben Donald Trump Jr., Co-Founder von WLFI, ebenso Eric Trump, auch unter anderem Größen wie Goldman-Sachs-CEO David Solomon und Franklin-Templeton-CEO Jenny Johnson auftreten; zudem werden der Vorsitzende der US-Commodity Futures Trading Commission sowie weitere prominente Investoren genannt. CEO Zach Witkoff stellt „groundbreaking announcements“ in Aussicht und verweist auf USD1 als „digital dollar stablecoin“, den WLFI im Vorjahr vorgestellt habe.
Und Bitcoin? Zwischen Risiko-Asset und Flucht-Narrativ
Im Kursbild spiegelt sich die große Erzählung von Bitcoin als sicheren Hafen nur begrenzt wider. Der Bitcoin-Kurs wackelt: Bitcoin notiert am 23. Januar 2026 laut CoinGecko bei rund 88.900 US-Dollar. Die wachsende Unsicherheit rund um US-Politik und Staatsverschuldung bei Investoren kann zwar die Nachfrage nach Alternativen wie Gold stützen, gleichzeitig aber auch eine Neubepreisung von Risiko auslösen. Und Bitcoin handelt letztlich wie ein Risk-Asset.
Unterm Strich wirkt das aktuelle Dreieck aus Treasuries, Gold und Krypto wie eine Bestandsaufnahme der neuen Weltordnung: Europa sucht nach Handlungsfähigkeit, Washington setzt auf Abschreckung.
Pia ist Web3- und AI-Enthusiastin. Als studierte Geisteswissenschaftlerin liebt sie es, den Zeitgeist innerhalb der Gesellschaft zu beobachten und zu analysieren. Ehemalig im Think Tank und Forschungszentrum der Frankfurt School of Finance als Bitcoin-Talent und NFT-Talent im Frankfurt Blockchain Center. Wenn sie nicht gerade schreibt, surft sie gerne am Atlantik.
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