XRP-Bullenmarkt: Startschuss gefallen?

XRP zeigt heute Stärke und bricht über 1,40 US-Dollar aus. Beginnt jetzt der XRP-Bullenmarkt?

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 4 Min. read
XRP-Bullenmarkt: Startschuss gefallen?

Das Wichtigste in Kürze

  • XRP steigt auf 1,44 US-Dollar, heute Stärke gegen BTC und ETH.
  • Open Interest und Netto-Käufe wecken Fantasie, Börsenzuflüsse belasten jedoch.
  • Supply in Profit trifft auf Supportzone aus 2024.

Der Kryptomarkt springt heute wieder an, doch XRP zeigt dabei eine auffällige relative Stärke. Während Bitcoin und Ethereum nur moderat zulegen, steigt XRP um mehr als 2,5 Prozent und notiert wieder über 1,42 US-Dollar.

Auch auf Wochensicht steht ein Plus von rund 3 Prozent zu Buche. Das ist noch keine große Trendwende, aber ein erstes Momentum. Hoffnung macht vor allem der Blick auf die Bewertung: XRP liegt weiterhin mehr als 60 Prozent unter dem Allzeithoch. Genau deshalb rücken erste bullische Onchain- und Derivatedaten nun stärker in den Fokus.

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XRP-Rallye startet? Analyst sieht steigende Long-Nachfrage

Der Analyst CW verweist auf eine spannende Entwicklung im Futures-Markt von XRP. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Kennzahlen: das Open Interest und die Netto-Käufe von Long-Positionen. Das Open Interest beschreibt die Summe aller offenen Futures-Kontrakte. Steigt diese Kennzahl, fließt mehr Kapital in den Derivatemarkt. Allein ist das jedoch noch nicht automatisch bullisch, denn offene Positionen können sowohl Longs als auch Shorts betreffen.

Entscheidend ist deshalb die zweite Metrik: die Netto-Käufe von Long-Positionen. Diese zeigen, ob Marktteilnehmer verstärkt auf steigende Kurse setzen. Laut CW war das Open Interest zuletzt bereits kontinuierlich gestiegen, während die Long-Nachfrage zunächst neutral blieb. Das bedeutete: Der Markt wurde aktiver, aber noch ohne klare bullische Richtung.

Nun verändert sich dieses Bild. CW sieht wieder zunehmende Netto-Käufe bei Long-Positionen. Genau das könne der fehlende Impuls sein, der die Aufwärtsbewegung bei XRP fortsetzt. In seinem Chart ist zu erkennen, dass der XRP-Kurs parallel zu dieser Entwicklung nach oben ausbricht. Für Trader ist dies ein konstruktives Signal: Mehr Kapital kommt in den Markt, und zugleich dominiert wieder die Kaufseite.

Damit spricht die aktuelle Futures-Struktur für wachsendes Vertrauen. Allerdings bleibt XRP nach dem massiven Abstand zum Allzeithoch weiterhin in einer frühen Erholungsphase. Nachhaltig bullisch wird das Setup erst, wenn steigende Long-Nachfrage nicht nur kurzfristig, sondern über mehrere Handelstage anhält.

Börsenzuflüsse belasten das bullische Bild bei XRP

Nicht alle Onchain-Daten senden derzeit jedoch ein bullisches Signal. Besonders der „Exchange Net Position Change“-Indikator von Glassnode wirkt aktuell eher belastend. Diese Kennzahl misst, ob mehr XRP auf zentrale Börsen transferiert oder von dort abgezogen werden. Positive Werte deuten auf Zuflüsse hin, negative Werte auf Abflüsse.

Genau hier zeigt sich zuletzt eine problematische Entwicklung: Seit Mitte April steigen die Zuflüsse von XRP auf Börsen wieder deutlich an. Zuletzt lagen die positiven Ausschläge teilweise bei über 60 Millionen XRP pro Tag. Das kann darauf hindeuten, dass Anleger wieder mehr Coins auf Handelsplattformen transferieren, um mögliche Verkäufe vorzubereiten und belastet die Ripple Prognose etwas.

xrp

Historisch gelten steigende Börsenzuflüsse häufig als kurzfristig bearish, da dadurch der potenzielle Verkaufsdruck zunimmt. Gerade nach der jüngsten Erholung bei XRP steigt damit das Risiko kleinerer Rücksetzer oder Gewinnmitnahmen. Die Futures-Daten wirken zwar konstruktiv, doch die aktuellen Exchange-Flows schwächen dieses bullische Setup bislang noch ab. Für eine nachhaltige Rallye wären eher sinkende Börsenbestände und stärkere Abflüsse ein klareres positives Signal.

XRP nähert sich historischer Unterstützungszone

Eine andere Glassnode-Metrik sendet dagegen wieder deutlich konstruktivere Signale. Gemeint ist der „Percent Supply in Profit“-Indikator. Dieser zeigt, wie viel Prozent des gesamten XRP-Angebots aktuell im Gewinn liegen. Vereinfacht gesagt: Wie viele Coins wurden unter dem aktuellen Marktpreis gekauft.

Derzeit liegt dieser Wert nur noch bei rund 45 Prozent. Das bedeutet, dass mittlerweile mehr als die Hälfte aller XRP-Coins auf Buchverlusten sitzt. Historisch war genau dieser Bereich bei XRP immer wieder spannend. Bereits 2024 markierte die Zone um 40 bis 50 Prozent mehrfach wichtige Wendepunkte, an denen sich der Kurs stabilisierte und anschließend größere Erholungen starteten.

Der Hintergrund: Wenn nur noch ein relativ kleiner Teil der Anleger im Gewinn ist, nimmt der Verkaufsdruck häufig ab. Viele schwache Hände haben den Markt dann bereits verlassen. Gleichzeitig sinkt die Gefahr größerer Gewinnmitnahmen. Genau deshalb interpretieren Analysten diese Zone oft als mögliche Kapitulations- oder Bodenbildungsphase. Noch ist das kein Garant für eine Trendwende, doch die aktuelle Konstellation macht Hoffnung auf eine stärkere Umkehrbewegung bei XRP.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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