Zano hat seine Blockchain bei Block 3.833.000 neu gestartet – dem Stand unmittelbar vor Hard Fork 6, der die sogenannten Gateway Addresses einführte. Grund ist eine Schwachstelle in diesem Feature, durch die nach Angaben des Kernteams unautorisierte ZANO und Freedom Dollar (fUSD) in Umlauf gelangten. Der Rollback macht damit rund einen Monat Blockchain-Historie ungültig.
Gateway Addresses wurden entwickelt, um Bridges, Börsen und Zahlungsdiensten die Anbindung an Zano zu erleichtern, indem sie Mittel über ein einzelnes, kontoähnliches Guthaben verwalten können. Zuvor erfassten Zanos gewöhnliche Wallets Gelder als separate Transaktionsausgaben nach dem UTXO-Modell, wodurch Dienste eingehende Zahlungen einzeln scannen und passende Ausgaben für Auszahlungen auswählen mussten.
Zano ist seit Mai 2019 als Layer-1-Blockchain für private Zahlungen aktiv; Standardtransaktionen verbergen Absender, Empfänger, Beträge und Asset-Typen. Neben dem nativen Token ZANO lassen sich auf der Chain auch eigene digitale Assets ausgeben – fUSD ist ein solcher, auf Zano betriebener Token.
Der Rollback entfernt Exploit-Token und legitime Historie zugleich
Die Rücksetzung löscht nicht nur die unautorisierten Token, sondern auch sämtliche legitimen Transaktionen des betroffenen Zeitraums – sie erscheinen auf der wiederhergestellten Chain schlicht nicht mehr. Bereits auf anderen Blockchains abgewickelte Zahlungen lassen sich dadurch nicht rückgängig machen, ähnlich wie es bereits bei einem anderen Exploit mit Folgen für Guthaben und Nutzeransprüche zu beobachten war. Damit die Wiederherstellung greift, müssen Nodes, Miner, Staker, Börsen und weitere Dienste das Update übernehmen.
Zanos Head of Marketing and Growth, Quinten van Welzen, ordnete den Schritt als notwendig ein, um eine unbegrenzte Verwässerung des Angebots zu verhindern und das Vertrauen in ein festes Supply-Versprechen wiederherzustellen. Ein technisches Post-mortem zur genauen Ursache der Schwachstelle lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.
Entschädigung und Aufarbeitung bleiben offen
Wie viele ZANO und fUSD durch den Exploit zusätzlich in Umlauf kamen, hat das Team bislang nicht beziffert. Es arbeite an einer Erfassung der entstandenen Verluste und wolle einen Erstattungs- und Claims-Prozess veröffentlichen – konkrete Bedingungen dafür stehen noch aus.
Migration entscheidet über die Wiederherstellung
Ob der Rollback tatsächlich greift, hängt davon ab, wie schnell und vollständig Nodes, Miner, Staker und Dienste das neue Release übernehmen. Bis dahin bleibt offen, wie das Team mit entstandenen Verlusten umgeht und wie sich das verlorene Vertrauen nach einem Monat gelöschter Historie wiederherstellen lässt.
Wie üblich bei solchen Vorfällen bleiben Kryptowährungstransaktionen pseudonym, nicht anonym; wer betroffene Guthaben migriert oder Ansprüche geltend macht, sollte die von Zano angekündigten Informationen zum Erstattungs- und Claims-Prozess beachten.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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