Bitcoin stand im Jahr 2026 bisher weitgehend im Schatten von Gold. Während das Edelmetall als Schutz gegen Inflation und Währungsabwertung ein Rekordhoch nach dem anderen markierte, geriet Bitcoin ins Hintertreffen. Belastet wurde die Kryptowährung durch eine restriktive Geldpolitik der Federal Reserve und das Scheitern des CLARITY Act im US-Senat. Doch diese Lücke könnte sich nun schließen. Ein neuer Bericht von JPMorgan argumentiert, dass das massive Hedging rund um die Bitcoin-ETFs tatsächlich eine versteckte Chance darstellen könnte. Claude AI prognostiziert eine langsame, aber stetige Erholung für BTC, falls diese Vorsicht nachlässt – wobei die Marke von 82.300 $ als entscheidender Wendepunkt gilt.
Die Logik dahinter ist simpel: Wenn bereits viele Investoren auf fallende Kurse setzen, gibt es weniger verbleibende Verkäufer und mehr potenzielle Käufer, sobald sich die Stimmung dreht. Genau dieses Setup beschreibt JPMorgan derzeit für Bitcoin. Dies steht in scharfem Kontrast zu Gold, wo die Positionierung der Marktteilnehmer weitaus entspannter wirkt. Aktuell notiert Bitcoin bei rund 78.100 $, was einem Tagesplus von mehr her als 2 % entspricht, und liegt damit wieder über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt.
Warum beobachtet JPMorgan das Bitcoin-ETF-Hedging so genau?
In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht erklärten die JPMorgan-Analysten unter der Leitung von Nikolaos Panigirtzoglou, dass Bitcoin mehr Unterstützung als Gold finden könnte, wenn Investoren ihre ETF-Absicherungen (Hedges) reduzieren.
Sowohl Bitcoin- als auch Gold-ETFs verzeichneten nach der Sitzung der Federal Reserve Ende Juli Zuflüsse, als der sogenannte „Debasement Trade“ – die Absicherung gegen Währungsverfall – wieder in Mode kam. Dieser Trend hat sich jedoch in der vergangenen Woche abgeschwächt, da die inflationsbereinigten Anleiherenditen stiegen und der Senat den CLARITY Act nicht vorantreiben konnte.
Die Erholung verlief dabei ungleichmäßig: Während Gold-ETFs mittlerweile sämtliche Abflüsse aus dem Jahresbeginn wettmachen konnten, haben Bitcoin-ETFs erst etwa die Hälfte wieder aufgeholt. Die Nachfrage nach Bitcoin-ETFs hat sich in den letzten Tagen zudem abgekühlt, was laut den Analysten Raum für einen Rebound lässt, sobald sich der Nachrichtenfluss verbessert.
Was müsste passieren, damit Bitcoin Gold übertrifft?
BREAKING: JPMorgan says $BTC could receive more relative support than gold if ETF hedging demand declines.
Bitcoin and gold ETFs have both seen inflows since late July.
At the same time, gold ETFs have recovered all of their earlier 2026 outflows, while Bitcoin ETFs have… pic.twitter.com/Q1gcROvmuH
Die Antwort liegt laut JPMorgan in der Marktpositionierung. Die Futures-Positionen sind sowohl bei Gold als auch bei Bitcoin weiterhin hoch, was zeigt, dass institutionelle Anleger beide Assets stützen. Der eigentliche Unterschied zeigt sich jedoch beim Short-Interest der ETFs.
Das Short-Interest im iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock nähert sich seinem Jahreshöchststand, während das Short-Interest beim SPDR Gold Shares ETF (GLD) unter seinem historischen Durchschnitt liegt. Auch das Put-to-Call-Verhältnis beim Open Interest ist für IBIT höher als für GLD – ein weiteres Indiz für eine stärkere Absicherung gegen fallende Kurse bei Bitcoin.
Für die Analysten verdeutlicht dieser Kontrast, dass Bitcoin trotz der jüngsten Zuflüsse mit einer skeptischeren Haltung der Anleger konfrontiert ist als Gold. Doch das ist ein zweischneidiges Schwert: Sollte der Absicherungsbedarf sinken, könnte das hohe Short-Interest bei IBIT Bitcoin im Vergleich zu Gold massiv stützen. Vereinfacht gesagt: Viele Anleger sind auf fallende Kurse positioniert. Wenn sie ihre Meinung ändern, könnte das Auflösen dieser Wetten eine Rallye zusätzlich befeuern.
Claude AI prognostiziert wichtige Bitcoin-Level für die kommenden Monate
Das Chartbild beginnt diese Sichtweise zu stützen. Nachdem Bitcoin im Juli bei fast 58.000 $ einen Boden gefunden hatte, eroberte er Ende August den exponentiellen 200-Tage-Durchschnitt (EMA) zurück. Dieser Durchschnitt, der aktuell bei etwa 73.200 $ liegt, hat sich abgeflacht und beginnt leicht zu steigen. Der heutige Anstieg um 2 % hievt BTC auf 78.100 $.
Claude AI prognostiziert die folgende Roadmap für den Rest des Jahres 2026:
Erster Test: 73.800 $. Dieses Niveau deckt sich mit dem 200-Tage-EMA und bildet die Basis der aktuellen Erholung. Solange diese Marke hält, bleibt der Aufwärtstrend intakt.
Die Entscheidung: 82.300 $. An dieser Marke wurde Bitcoin sowohl im Mai als auch im September abgewiesen. Ein Tagesschlusskurs darüber würde bestätigen, dass die Absicherungspositionen aufgelöst werden.
Das Ziel nach oben: 98.300 $. Sollte die Marke von 82.300 $ fallen, wird dieser alte Widerstand zum nächsten großen Ziel, voraussichtlich gegen Ende des Jahres.
Falls das Short-Interest jedoch hoch bleibt und die Stimmung schwach bleibt, dürfte sich Bitcoin bis zum Jahresende eher in einer Spanne zwischen 70.000 $ und 82.000 $ bewegen. In jedem Fall ist die Botschaft von JPMorgan klar: Achten Sie auf die Absicherungsgeschäfte, nicht nur auf die Schlagzeilen.
Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt.
Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.
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