MARA mit ernüchternden Zahlen für das 4. Quartal 2025
Der US-amerikanische Bitcoin-Taditionsminer MARA Holdings hat im vierten Quartal einen drastischen Ergebniseinbruch verzeichnet.
So meldete das Unternehmen einen Nettoverlust von 1,7 Milliarden US-Dollar – maßgeblich verursacht durch eine Neubewertung der immensen Bitcoin-Bestände.
Trotz der schwachen Bilanzzahlen legte die Aktie im späten Wochenverlauf um mehr als 15 Prozent zu. Auslöser war die Ankündigung eines neuen Rechenzentrums-Joint-Ventures mit Starwood Capital Group.
Der Umsatz sank im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 202,3 Millionen US-Dollar. Hintergrund ist der rund 30-prozentige Rückgang des Bitcoin-Preises im Quartalsverlauf, der den bilanziellen Wert der digitalen Vermögenswerte deutlich reduzierte.
Im Vorjahreszeitraum hatte MARA noch einen Nettogewinn von 528,3 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Die aktuelle Entwicklung markiert damit eine klare Trendwende – typisch für Geschäftsmodelle, die stark am Kryptomarkt hängen.
Operativ zeigte sich ein gemischtes Bild: Die sogenannte „energized hashrate“ – also die aktiv eingesetzte Rechenleistung – stieg um 25 Prozent auf 66,4 Exahashes pro Sekunde. Dennoch sank die tatsächliche Bitcoin-Produktion.
Im Berichtsquartal wurden 2.011 Bitcoin geschürft, und damit weniger als im Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Zahl der „gewonnenen“ Blöcke sogar um 15 Prozent zurück!
Steigende Kosten und wachsender Wettbewerbsdruck
Grund für diese Entwicklung ist die Tatsache, dass sich der Energieaufwand pro gemintem Bitcoin deutlich erhöht hat. Die Kosten stiegen auf 48.611 US-Dollar je Einheit, nach 31.608 US-Dollar im Vorjahr.
Hauptgrund ist die wachsende Mining-Schwierigkeit im Bitcoin-Netzwerk, die schneller zunahm als die eigene Rechenkapazität. Für börsennotierte Bitcoin-Miner wie MARA verschärft sich damit der Margendruck.
Zum Jahresende hielt das Unternehmen 53.822 Bitcoin mit einem bilanzierten Wert von rund 4,7 Milliarden US-Dollar, einschließlich verpfändeter Bestände.
Zusammengenommen beliefen sich liquide Mittel und die Bitcoin-Reserve auf etwa 5,3 Milliarden US-Dollar. Damit bleibt MARA hinter Strategy nach wie vor der zweitgrößte börsennotierte Unternehmenshalter von Bitcoin weltweit.
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Strategischer Schwenk in Richtung KI-Infrastruktur
Neben den ernüchternden Quartalszahlen kündigte MARA jedoch eine strategische Partnerschaft mit Starwood an. Geplant ist der Aufbau KI-fähiger Rechenzentren an bestehenden, energieintensiven Standorten.
Die Plattform soll kurzfristig IT-Kapazitäten von rund einem Gigawatt ermöglichen, mit einer perspektivischen Erweiterung auf bis zu 2,5 Gigawatt.
Mit diesem Schritt diversifiziert MARA sein Geschäftsmodell über das reine Bitcoin-Mining hinaus und adressiert den boomenden Markt für Künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing.
Investoren honorierten die Expansionspläne: Im nachbörslichen Handel zog die Aktie deutlich an. Die Kursreaktion signalisiert, dass der Kapitalmarkt die strategische Öffnung in Richtung KI-Infrastruktur trotz kurzfristiger Verluste positiv bewertet.
