Bitcoin Prognose: Diese Metrik wirkt gesund

Die Unsicherheit am Kryptomarkt bleibt hoch. Bitcoin kämpft weiter mit wichtigen Widerständen und schwankender Nachfrage. Während einige Onchain-Daten eher Stabilität signalisieren, zeigen andere Metriken kurzfristige Schwäche. Analysten bleiben deshalb vorsichtig und sehen die kommenden Tage als richtungsentscheidend.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 4 Min. read
Bitcoin Prognose: Diese Metrik wirkt gesund

Das Wichtigste in Kürze

  • Bitcoin verteidigt aktuell wichtige Unterstützungen trotz schwächer werdender Spot-Nachfrage weiterhin.
  • Onchain-Daten zeigen neutralen Markt statt klar überhitzter Bitcoin-Euphorie aktuell weiterhin.
  • Analysten bleiben vorsichtig, solange Bitcoin wichtige Widerstände nicht zurückerobert nachhaltig.

Der Kryptomarkt zeigt sich zum Wochenende etwas stabilisiert. Bitcoin kann heute einen Teil der jüngsten Verluste aufholen und notiert wieder über 77.000 US-Dollar. Damit legt die größte Kryptowährung rund 3 Prozent zu, nachdem die vergangene Woche von Unsicherheit und erhöhter Volatilität geprägt war.

Dennoch bleibt das Gesamtbild unverändert: Der Markt steckt weiter in einer Seitwärtsrange fest, ein klarer Trend fehlt weiterhin. Weder die Bullen noch die Bären konnten zuletzt die Kontrolle nachhaltig übernehmen. Gerade deshalb richtet sich der Blick vieler Analysten nun auf Onchain-Daten. Denn diese könnten Hinweise liefern, ob der jüngste Rücksetzer bereits gefährlich wird – oder ob sich Bitcoin weiterhin in einer gesunden Marktphase befindet.

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Bitcoin-Onchain-Metrik zeigt aktuell eher einen neutralen Markt

Eine spannende Onchain-Metrik liefert derzeit CryptoQuant mit dem „Percent Supply in Profit“-Indikator. Dieser misst, welcher Anteil aller umlaufenden Bitcoin aktuell im Gewinn liegt. Der Wert liegt momentan bei rund 61 Prozent. Auf den ersten Blick wirkt das durchaus hoch, tatsächlich bewegt sich Bitcoin damit historisch jedoch eher im neutralen Bereich.

In starken Bullenmärkten lag dieser Wert häufig deutlich über 75 Prozent. In euphorischen Phasen näherten sich zeitweise sogar fast 100 Prozent aller Coins einem unrealisierten Gewinn an. Genau solche Extremwerte gelten jedoch oftmals als Warnsignal, da Anleger dann zunehmend Gewinne realisieren und der Markt überhitzt wirken kann.

Umgekehrt zeigen klassische Bärenmärkte meist deutlich niedrigere Werte. Historisch waren Phasen mit nur rund 45 bis 50 Prozent profitabler Coins häufig von Kapitulation und extremer Angst geprägt. Besonders interessant: Als Bitcoin zuletzt unter 60.000 US-Dollar fiel, sank der Anteil profitabler Coins zeitweise auf nur noch rund 51 Prozent. Der Markt näherte sich damals also fast einem Gleichgewicht zwischen Gewinnen und Verlusten an.

Die aktuelle Situation wirkt daher eher konstruktiv als gefährlich. Mit 61 Prozent profitabler Coins gibt es zwar wieder etwas mehr Puffer auf der Oberseite, gleichzeitig bleibt die Euphorie weit entfernt. Genau das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich Bitcoin momentan eher in einer längeren Konsolidierungsphase als in einer finalen Überhitzung befindet.

Für langfristige Anleger ist das durchaus relevant. Denn solange ein ausreichend großer Teil der Investoren im Gewinn bleibt, sinkt historisch oftmals auch der Verkaufsdruck. Erst wenn extreme Gewinnzonen erreicht werden, steigt die Wahrscheinlichkeit größerer Korrekturen deutlich an. Aktuell sendet diese Metrik daher eher ein Signal der Stabilisierung als eines unmittelbar bevorstehenden Crashs.

Bitcoins Spot-Nachfrage schwächt sich deutlich ab

Kurzfristig gibt es jedoch weiterhin Signale, die den Bitcoin-Markt belasten könnten. Besonders auffällig ist aktuell die sogenannte „Apparent Demand“-Metrik von CryptoQuant. Diese misst vereinfacht gesagt, wie stark die tatsächliche Nachfrage nach Bitcoin im Spotmarkt ausfällt. Laut den jüngsten Daten kontrahiert diese Nachfrage derzeit so schnell wie zuletzt Anfang Januar.

Das ist deshalb relevant, weil nachhaltige Kursanstiege im Kryptomarkt meist von einer steigenden Spot-Nachfrage begleitet werden. Genau diese Dynamik fehlt aktuell jedoch. Stattdessen zeigt die Metrik einen deutlichen Rückgang des Kaufdrucks. Besonders kritisch: Die Entwicklung fällt mit einer Phase steigender Volatilität zusammen. Der Markt schwankt also stärker, während gleichzeitig weniger frisches Kapital in den Spotmarkt fließt.

Historisch war eine schwache Spot-Nachfrage häufig ein Zeichen dafür, dass Rallyes an Momentum verlieren. Gerade kurzfristig steigt dadurch das Risiko weiterer Rücksetzer oder zumindest anhaltender Seitwärtsbewegungen. Denn ohne neue Käufer fällt es Bitcoin schwer, wichtige Widerstände nachhaltig zu überwinden.

Allerdings liefert die Metrik bislang noch kein eindeutiges Crash-Signal. Vielmehr deutet sie darauf hin, dass sich der Markt aktuell in einer Phase der Unsicherheit befindet. Anleger bleiben vorsichtig, größere Kapitalzuflüsse fehlen bislang. Genau deshalb dürfte die Entwicklung der Spot-Nachfrage in den kommenden Wochen ein entscheidender Faktor dafür werden, ob Bitcoin die Stabilisierung fortsetzen kann oder nochmals stärkeren Druck erlebt.

Top-Trader warnt: Vorsicht bleibt kurzfristig geboten

Auch der bekannte Krypto-Analyst Michaël van de Poppe bewertet die aktuelle Lage bei Bitcoin eher zurückhaltend. Besonders kritisch sieht er den jüngsten Verlust der wichtigen Unterstützungszone zwischen 75.000 und 76.000 US-Dollar. Genau dieser Bereich galt zuvor als entscheidend, damit Bitcoin weiteres Aufwärtsmomentum aufbauen kann.

Laut van de Poppe hat sich das Chartbild dadurch kurzfristig eingetrübt. Solange Bitcoin nicht nachhaltig zurück über 76.600 US-Dollar steigt, fehle aktuell das Argument für neue Hochs. Stattdessen steigt aus seiner Sicht das Risiko, dass Bitcoin erneut in Richtung der 60.000er-Zone abrutschen könnte.

Gleichzeitig verweist der Trader jedoch auch auf konstruktive Faktoren. So entstehen nach starken Wochenendkorrekturen häufig sogenannte CME-Gaps, die später wieder geschlossen werden. Ein wichtiges Gap sieht er aktuell im Bereich um 79.100 US-Dollar. Zudem betont van de Poppe, dass Freitags-Abverkäufe nicht zwangsläufig eine größere Trendwende bedeuten müssen.

Insgesamt bleibt sein Fazit daher vorsichtig-neutral: Kurzfristig überwiegt die Unsicherheit, während eine schnelle Rückeroberung wichtiger Widerstände das Bild wieder deutlich verbessern könnte.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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