Bitcoin Prognose: Treasury-Firmen machen großen Fehler

Bitcoin bleibt mehr als 50 Prozent unter seinem Allzeithoch und damit im Bärenmarkt. Treasury-Unternehmen geraten zunehmend unter Druck, während ihre Aktien deutlich stärker einbrechen. Das bisher erfolgreiche Geschäftsmodell aus Kapitalaufnahme und Bitcoin-Käufen beginnt sichtbar zu bröckeln. Besonders Strategy steht wegen Verkäufen und hoher Marktdominanz erneut im Mittelpunkt.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 3 Min. read
Bitcoin Prognose: Treasury-Firmen machen großen Fehler

Das Wichtigste in Kürze

  • Treasury-Unternehmen verloren seit Oktober 2025 mehr als 100 Milliarden Dollar Börsenwert.
  • Gleichzeitig stiegen ihre Bitcoin-Bestände von 953.000 auf rund 1,14 Millionen BTC.
  • Viele Firmen kauften teuer und könnten nun gezwungen sein, günstig zu verkaufen.
  • Öffentliche Unternehmen halten 1,34 Millionen BTC, Strategy kontrolliert davon fast 63 Prozent.

Bitcoin notiert weiterhin mehr als 50 Prozent unter seinem Allzeithoch. Damit bleibt der Bärenmarkt trotz kurzfristiger Erholungsversuche klar intakt. Besonders hart trifft die Schwäche jene Unternehmen, die Bitcoin zum Mittelpunkt ihrer Bilanzstrategie gemacht haben. Viele Treasury-Aktien verloren deutlich stärker als die Kryptowährung selbst, während Bewertungsaufschläge auf den tatsächlichen Bitcoin-Bestand verschwanden.

Das Geschäftsmodell, über neue Aktien oder Schulden weiteres Kapital einzusammeln, gerät dadurch zunehmend unter Druck. Angst, Liquiditätsrisiken und wachsender FUD belasten die gesamte Branche. Im Mittelpunkt steht erneut Strategy: Der größte börsennotierte Bitcoin-Halter verkauft nun erstmals größere Bestände und stellt damit sein bisheriges „Never Sell“-Narrativ infrage.

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Kaufen Treasury-Riesen teuer und verkaufen Bitcoin nun billig?

Die Entwicklung birgt eine unangenehme Ironie. Zwischen Ende 2024 und dem Hoch im Oktober 2025 sammelten börsennotierte Treasury-Unternehmen besonders aggressiv Bitcoin ein. Laut der dargestellten Auswertung erhöhte sich ihr gemeinsamer Bestand von rund 953.000 auf etwa 1,14 Millionen BTC, obwohl Bitcoin zeitweise zwischen 75.000 und 125.000 US-Dollar kostete. Gleichzeitig brach die kumulierte Marktkapitalisierung der Unternehmen von ungefähr 396 auf 272 Milliarden US-Dollar ein. Der Bitcoin-Bestand stieg somit weiter, doch der Börsenwert dahinter schrumpfte massiv.

Genau hier liegt das zentrale Problem: Solange Treasury-Aktien deutlich über dem Nettoinventarwert ihrer Bitcoin-Bestände handeln, können Unternehmen neue Aktien zu attraktiven Bewertungen ausgeben und mit dem Kapital zusätzliche BTC erwerben. Fällt dieser Aufschlag jedoch weg oder rutscht die Bewertung sogar unter den Wert der gehaltenen Bitcoin, wird eine weitere Kapitalaufnahme zunehmend verwässernd. Damit beginnt sich der Mechanismus, der im Bullenmarkt die Akkumulation beschleunigte, im Bärenmarkt umzukehren.

Strategy liefert dafür inzwischen ein erstes Warnsignal. Das Unternehmen verkaufte zuletzt 3.588 Bitcoin für rund 216 Millionen US-Dollar. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei etwa 60.200 US-Dollar und damit deutlich unter den durchschnittlichen Anschaffungskosten von rund 75.500 US-Dollar. Die Erlöse sollen unter anderem Dividenden auf Vorzugsaktien finanzieren und die Dollarreserve stärken. Zusätzlich erlaubt ein neues Programm weitere Bitcoin-Verkäufe von bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar.

Damit droht tatsächlich ein klassisches „Buy high, sell low“-Szenario. Nicht zwingend aus Panik, sondern aufgrund der Kapitalstruktur: Dividenden, Zinsen und Rückkäufe benötigen liquide Mittel. Bleibt Bitcoin länger schwach und können keine Aktien mehr vorteilhaft ausgegeben werden, könnten weitere Treasury-Unternehmen zu Verkäufen gezwungen sein. Der große Fehler wäre folglich nicht der langfristige Bitcoin-Kauf selbst, sondern eine aggressive Finanzierung, die Unternehmen ausgerechnet im Bärenmarkt zum Verkäufer macht.

Unternehmen halten bereits mehr als 1,3 Millionen Bitcoin

Nach aktuellen Daten von CoinMarketCap befinden sich inzwischen rund 1,34 Millionen Bitcoin in den Händen öffentlicher Unternehmen. Das entspricht etwa 6,38 Prozent der maximalen Bitcoin-Gesamtmenge. Allerdings ist der Markt extrem konzentriert: Strategy kontrolliert mit knapp 63 Prozent den mit Abstand größten Anteil und bleibt damit das dominierende Treasury-Unternehmen.

Dahinter folgen Twenty One Capital und XXI mit jeweils rund 3,25 Prozent, Metaplanet mit 3,21 Prozent sowie MARA mit 2,71 Prozent. Auch Bitcoin Standard Treasury, Bullish, Strive und SpaceX gehören inzwischen zu den größeren Unternehmenshaltern.

Auffällig ist jedoch, dass die Unternehmen derzeit unterschiedliche Strategien verfolgen. Während Strategy seinen Bestand zuletzt reduzierte, stockten andere Akteure wie Strive, Riot oder CleanSpark weiter auf.

Die Daten zeigen somit: Das institutionelle Interesse an Bitcoin bleibt grundsätzlich hoch, doch die Überzeugung ist keineswegs einheitlich. Gerade im Bärenmarkt trennt sich zunehmend, welche Firmen langfristig akkumulieren und welche unter finanziellem Druck verkaufen müssen.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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