Das Coinbase Premium misst den Preisunterschied zwischen Bitcoin auf der US-Börse Coinbase und internationalen Handelsplätzen wie Binance oder Kraken.
Ist die Prämie positiv, zahlen US-Anleger mehr als der globale Durchschnitt – ein Zeichen für starken Kaufdruck. Wird sie hingegen negativ, verkaufen Amerikaner Bitcoin mit Abschlag, was meist auf Panik oder Risikoaversion hindeutet.
Genau das war in den vergangenen Wochen zu beobachten. Während des Kurssturzes von rund 100.000 Dollar im Dezember 2024 auf etwa 60.000 Dollar Ende Januar 2026 fiel das Coinbase Premium zeitweise auf –22,5 Prozent.

US-Investoren verkauften Bitcoin damit mehr als 22 Prozent günstiger als der Rest der Welt – ein extremes Signal, das auf konzentrierten Verkaufsdruck hindeutet.
Am 7. Februar folgte jedoch die überraschende Wende. Bitcoin erholte sich auf rund 68.000 Dollar, und gleichzeitig drehte das Coinbase Premium wieder ins Positive.
Innerhalb von nur 48 Stunden machten US-Anleger damit faktisch drei Wochen Verkaufsdruck rückgängig. Dieselbe Investorengruppe, die nahe dem Tiefpunkt verkauft hatte, begann also wieder zu höheren Preisen einzusteigen.
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Coinbase Premium: Ein Indikator mit historischer Relevanz
Historisch betrachtet sind solche Umschwünge nicht ungewöhnlich. Nach dem FTX-Kollaps im März 2023 etwa fiel das Coinbase Premium auf rund –18 Prozent, ehe Bitcoin von 19.500 auf 28.000 US-Dollar sprang.
Auch im August 2024 zeigte sich ein ähnliches Bild: Nach einem schnellen Absturz von 64.000 auf 49.000 Dollar wurde eine negative Prämie von –15 Prozent verzeichnet, gefolgt von einer Erholung auf 58.000 Dollar.
In beiden Fällen markierte die Umkehr der Prämie einen lokalen Tiefpunkt, allerdings ohne den Beginn eines neuen Bullenmarktes einzuläuten. Die aktuelle Situation weist viele Parallelen auf:
Ein mehrwöchiger Ausverkauf, eine extrem negative Prämie und eine schnelle Gegenbewegung. Das spricht dafür, dass zumindest kurzfristig eine Kapitulation schwacher Hände stattgefunden hat. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zu früheren Phasen.
Damals verbesserten sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen parallel zur Kurserholung. Im Frühjahr 2023 ließ die Angst vor einer Bankenkrise nach, im Sommer 2024 wuchs die Hoffnung auf Zinssenkungen.
Anfang 2026 hingegen präsentiert sich das Umfeld deutlich angespannter: Über 108.000 verlorene Arbeitsplätze, anhaltend hohe Inflation und restriktive Geldpolitik belasten die Risikobereitschaft.
Vor diesem Hintergrund bleibt Skepsis angebracht. Sollte Bitcoin erneut unter die Marke von 60.000 Dollar fallen, könnte auch das Coinbase Premium wieder deutlich ins Negative rutschen.
In diesem Fall wäre die aktuelle Bewegung eher als technische Erholungsrallye zu werten, nicht als nachhaltiger Wendepunkt.

Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels notiert der Bitcoin-Kurs bei 69.000 US-Dollar, was einem Rückgang von 2,7 Prozent in 24 Stunden und 11,6 Prozent in 7 Tagen entspricht.
