Bitmine hält über 5,2 Mio. ETH & Ethereum Foundation verkauft weiter

Bitmine bleibt einer der größten Ethereum-Bullen. Das Unternehmen kauft immer mehr ETH, während die Kritik an der Ethereum Foundation zunimmt. Denn diese macht aktuell durch Verkäufe auf sich aufmerksam.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Raphael Adrian Editor Raphael Adrian Updated 5 Min. read
Bitmine hält über 5,2 Mio. ETH & Ethereum Foundation verkauft weiter

Das Wichtigste in Kürze

  • Bitmine kauft immer mehr ETH, über 5,2 Millionen ETH im Portfolio.
  • Staking ist ein wichtiger Bestandteil von Bitmines Strategie und entzieht dem Markt ETH.
  • Kritik an Ethereum Foundation nimmt zu, Organisation entsperrt ETH aus dem Staking.

Der Ethereum-Markt erlebt 2026 eine der aggressivsten institutionellen Akkumulationsphasen seiner Geschichte. Während viele Anleger den Kryptomarkt weiterhin skeptisch betrachten, baut Bitmine Immersion Technologies seine ETH-Reserven nahezu im Wochentakt massiv aus. Mittlerweile hält das Unternehmen über 5,2 Millionen ETH und kontrolliert damit bereits mehr als 4,3 Prozent des gesamten Ethereum-Angebots.

Besonders bemerkenswert: Ein Großteil der Bestände wird aktiv gestakt und damit dem frei handelbaren Markt entzogen. Chairman Tom Lee spricht bereits offen vom Beginn eines „Crypto Spring“. Damit rückt Ethereum zunehmend als institutioneller Infrastruktur- und Rendite-Asset in den Fokus der Wall Street.

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Bitmine baut gigantische Ethereum-Position auf

Bitmine Immersion Technologies hat seine Ethereum-Reserven laut aktuellem Update auf 5.206.790 ETH erhöht. Allein gegenüber der vorherigen Offenlegung kamen weitere 26.659 ETH hinzu. Insgesamt bewertet das Unternehmen seine gesamten Krypto-, Cash- und Beteiligungsbestände inzwischen mit rund 13,4 Milliarden US-Dollar. Neben Ethereum hält Bitmine noch 201 Bitcoin, rund 775 Millionen Dollar Cash sowie Beteiligungen an Beast Industries von MrBeast und Eightco Holdings.

Besonders relevant ist jedoch die Größenordnung der Ethereum-Position. Mit über 5,2 Millionen ETH kontrolliert Bitmine inzwischen rund 4,31 Prozent des gesamten Ethereum-Angebots von etwa 120,7 Millionen ETH. Chairman Tom Lee bezeichnet dieses Ziel intern als „Alchemy of 5%“. Bitmine habe damit bereits 86 Prozent dieses ambitionierten Plans erreicht.

Noch spannender wird die Entwicklung beim Blick auf die Geschwindigkeit der Akkumulation. Seit Jahresbeginn 2026 hat Bitmine nach eigenen Angaben mehr als eine Million ETH gekauft. Zeitweise lag die Kaufgeschwindigkeit bei über 100.000 ETH pro Woche. Laut Tom Lee hätte dieses Tempo sogar gereicht, um bereits Mitte Juli die Marke von fünf Prozent des gesamten ETH-Angebots zu erreichen. Deshalb wolle man die Dynamik nun leicht verlangsamen. Dennoch bleibt die Strategie klar bullisch auf Ethereum ausgerichtet.

Bitmine argumentiert dabei zunehmend makroökonomisch. Laut Lee profitiert Ethereum gleich von zwei strukturellen Trends: der Tokenisierung durch Wall Street und dem wachsenden Bedarf agentischer KI-Systeme an neutraler Blockchain-Infrastruktur. Besonders die Verbindung von KI und öffentlichen Blockchains wird von institutionellen Investoren aktuell intensiv diskutiert.

Staking entzieht dem Markt Milliarden an ETH

Noch wichtiger als die reine Akkumulation ist die Tatsache, dass Bitmine den Großteil seiner ETH langfristig stakt. Aktuell befinden sich bereits 4.712.917 ETH im Staking. Beim aktuellen ETH-Kurs von rund 2.366 US-Dollar entspricht das einem Gegenwert von etwa 11,1 Milliarden Dollar.

Dadurch reduziert sich die tatsächlich verfügbare Umlaufmenge am Markt erheblich. Genau darauf verweist auch Tom Lee in seinem aktuellen Statement. Bitmine halte und stake seine Bestände langfristig, wodurch effektiv über 4,3 Prozent des gesamten ETH-Angebots dem Markt entzogen würden. Lee argumentiert deshalb sogar, dass Ethereum seit Juni 2025 faktisch disinflationär geworden sei.

Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist MAVAN, das „Made in America Validator Network“. Dabei handelt es sich um Bitmines institutionelle Staking-Infrastruktur. Ursprünglich wurde MAVAN entwickelt, um die eigenen ETH-Bestände effizient zu verwalten. Langfristig soll daraus jedoch eine institutionelle Plattform für Custodians, Fonds und weitere Partner entstehen.

Auch die wirtschaftlichen Dimensionen sind enorm. Laut Bitmine liegen die annualisierten Staking-Einnahmen mittlerweile bereits bei rund 319 Millionen Dollar. Bei vollständiger Skalierung rechnet das Unternehmen sogar mit jährlichen Staking-Erträgen von über 350 Millionen Dollar.

Damit positioniert sich Bitmine immer stärker als eine Art „MicroStrategy für Ethereum“. Während Strategy Inc. den Bitcoin-Markt dominiert, baut Bitmine derzeit die weltweit größte ETH-Treasury auf. Genau diese Entwicklung könnte mittelfristig zusätzlichen Angebotsdruck auf Ethereum erzeugen — insbesondere dann, wenn weitere börsennotierte Unternehmen ähnliche Treasury-Strategien verfolgen.

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Ethereum Foundation gerät wegen ETH-Verkäufen massiv unter Druck

Während Unternehmen wie Bitmine aggressiv Ethereum akkumulieren und langfristig staken, wächst gleichzeitig die Kritik an der Ethereum Foundation deutlich. Auslöser sind neue Onchain-Bewegungen der Treasury-Bestände. Laut mehreren Community-Beobachtern hat die Ethereum Foundation zuletzt erneut große Mengen gestaketer ETH freigegeben. Besonders viral ging dabei die Meldung, dass nach dem Staking von 70.000 ETH innerhalb kurzer Zeit bereits wieder über 21.000 ETH unstaked wurden. Kritiker werfen der Foundation deshalb eine widersprüchliche Treasury-Strategie vor.

Vor allem auf X häufen sich die Vorwürfe. Mehrere bekannte Analysten argumentieren, dass die Ethereum Foundation regelmäßig lokale Hochs für Verkäufe nutze und damit zusätzlichen Verkaufsdruck auf den Markt bringe. Konkret wird auf frühere Verkäufe verwiesen, darunter größere ETH-Abgaben in den Jahren 2018, 2021 und 2024. Nun befürchten Teile der Community, dass erneut größere Verkäufe vorbereitet werden könnten. Besonders kritisch sehen viele Marktteilnehmer dabei die mangelnde Transparenz. Denn häufig werden größere Transfers oder Unstaking-Bewegungen erst nachträglich sichtbar.

Zusätzlich belastet die schwache Kursentwicklung von Ethereum die Stimmung weiter. ETH entwickelte sich zuletzt deutlich schwächer als Bitcoin und teilweise auch schwächer als Solana. Genau deshalb wird die Treasury-Politik der Foundation aktuell noch intensiver diskutiert. Einige Investoren argumentieren, dass die Ethereum Foundation zwar technologisch enorm wichtig sei, kommunikativ und strategisch jedoch immer wieder Unsicherheit verursache.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Die Treasury-Bestände der Ethereum Foundation sind in den vergangenen Monaten spürbar geschrumpft. Kritiker warnen deshalb davor, dass die Foundation langfristig stärker auf regelmäßige Verkäufe angewiesen sein könnte, um Gehälter, Grants und Entwicklungsprogramme zu finanzieren. Andere Stimmen verteidigen dagegen die Strategie und betonen, dass Unstaking nicht automatisch einen unmittelbaren Verkauf bedeute.

Genau dieser Kontrast macht die aktuelle Situation besonders spannend: Während Bitmine Ethereum aggressiv vom Markt nimmt und langfristig bindet, sorgt die Ethereum Foundation mit ihren Treasury-Bewegungen erneut für Unsicherheit innerhalb der Community.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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